Sozialer Metabolismus & Klimafolgen

 
Sozialer Metabolismus & Klimafolgen

Menschliche Gesellschaften sind für ihre Reproduktion auf einen kontinuierlichen Material- und Energiedurchsatz angewiesen. Rohstoffe werden aus der Umwelt gewonnen, in Güter und Dienstleistungen (z.B. Nahrung, Wohnen und Mobilität) umgewandelt und schließlich werden alle Materialien als Emissionen und Abfälle wieder in die Umwelt abgegeben. Freie Energie und gesellschaftlich organisierte menschliche Arbeit sind erforderlich, um diesen sozialen Metabolismus in Gang zu halten.

Nachhaltiger sozialer Metabolismus

Der soziale Metabolismus variiert in Umfang und Zusammensetzung sowohl historisch als auch zwischen heutigen Gesellschaften um Größenordnungen. Abhängig von den verfügbaren sozialen Techniken zur Gewinnung freier Energie unterscheiden wir drei sozio-metabolische Regime: das Wildbeuterregime (absichtlicher Einsatz von Feuer), das Agrarregime (die Reproduktion von Biomasseströmen wird durch landwirtschaftliche Techniken gesteuert) und das industrielle Regime (die vorherrschende Technik zur Gewinnung freier Energie ist die Verbrennung fossiler Brennstoffe).

Der industrielle Metabolismus hat eine Doppelrolle für die menschliche Gesellschaft und die Umwelt. Durch die Nutzung der Atmosphäre als Hauptabfalldeponie ist der industrielle Metabolismus die Hauptursache für die globale Erwärmung. Gleichzeitig war der industrielle Metabolismus bisher das einzige Stoffwechselregime, das es ermöglichte, Millionen von Menschen aus der Armut zu befreien.

Unser Future Lab versucht, den Stoffwechsel verschiedener sozialer Systeme (Länder, Wirtschaftssektoren, Städte, Siedlungstypen, Haushalte usw.) zu verstehen, was er zur globalen Erwärmung und anderen Umweltauswirkungen beiträgt, wie er von der globalen Erwärmung beeinflusst wird und wie ein nachhaltiger sozialer Stoffwechsel, der Wohlbefinden für alle schafft, aussehen könnte. Empirisch konzentrieren wir uns auf Städte und menschliche Siedlungen, Gesundheitsversorgung, Ungleichheit, Klimamigration in Agrargesellschaften und internationale Klimaschutzpolitik.

Wir wenden eine Vielzahl von Methoden aus der industriellen Ökologie, den Sozial- und Computerwissenschaften an, darunter Energie- und Stoffstromanalysen, MRIO-basierte ökologische Fußabdruckerstellung, ökonometrische Analysen, agentenbasierte Modellierung, demographische Modelle, qualitative Interviews, komplexe Netzwerkanalysen und maschinelles Lernen.

Leiterin

Prof. Helga Weisz

Stellv. Leiter

Peter-Paul Pichler

Administration/Koordination

Manuela Lubinsky

Hauptforschungsfragen

  • Welches sind die Verteilungsaspekte (sozial, zeitlich und räumlich) des sozialen Stoffwechsels, wie werden sie reguliert und was sind ihre sozialen Auswirkungen?
  • Was sind die Hauptfaktoren für die Wechselwirkung zwischen Klimaauswirkungen, Migrationsdynamik und Ergebnissen auf das Wohlbefinden in Agrargemeinschaften?
  • Wie sollte internationale Politik gestaltet werden, um langfristige Klimaziele zu erreichen?

Derzeitige und frühere Gäste

Personen