Schrumpfende Heimat: Wie Insel- und Archipelstaaten mit Klima-Migration umgehen

 
04.09.2020 - Kleine Insel- und Archipelstaaten spüren die Auswirkungen des Klimawandels am frühesten und am stärksten. Da ihre Lebensgrundlagen gefährdet sind, stehen die dort lebenden Menschen vor der Entscheidung, ob sie in sicherere Gebiete umziehen sollten. Ein neuer Bericht des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) für die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) hat nun die politischen Reaktionen der Staaten auf Klimamigration untersucht und gibt Policy-Empfehlungen.
Schrumpfende Heimat: Wie Insel- und Archipelstaaten mit Klima-Migration umgehen
Palau (Foto: Kurt Cotaga/Unsplash)

Klimaauswirkungen wie der Meeresspiegelanstieg, die Versauerung der Ozeane, tropische Wirbelstürme oder Wasserknappheit sind regelmäßig in Insel- und Archipelstaaten von der Karibik bis Südasien zu spüren. Für die Menschen, die an diesen Ufern leben, ist Auswanderung eine der Möglichkeiten, sich an diese Veränderungen anzupassen. Eine komplexe Reihe von Beweggründen kann sie in das nächste Dorf, die nächste (Haupt-)Stadt oder sogar ins Ausland führen. Ein Forscherteam unter der Leitung von Kira Vinke vom PIK liefert nun eine detaillierte Analyse der relevanten Faktoren - inklusive den von den Regierungen vorgeschlagenen politischen Lösungen für die menschliche Mobilität im Kontext des Klimawandels.

Sie untersuchten neun Insel- und Archipelstaaten, die stark von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind, darunter die östliche Karibik, der Südpazifik und die Philippinen im Westpazifik. Auf der Grundlage von über 90 Experteninterviews und regionalen Literaturrecherchen kommt der Bericht zu dem Schluss, dass die durch den Klimawandel verursachte Mobilität ein politisches Querschnittsthema ist, was die Bewältigung dieser Problematik so kompliziert macht - und ein außerordentliches Maß an Koordination, Zusammenarbeit und Kommunikation erfordert. Bei der Bewältigung dieser Herausforderung, so ihre Schlussfolgerung, kommt es entscheidend darauf an, eine strategische Richtung vorzugeben, Risiken, wo immer möglich, zu vermindern, die Datenverfügbarkeit zu verbessern und alle relevanten Interessengruppen, wie die Zivilgesellschaft und NGOs, einzubeziehen.