Klimapolitik wird nicht im luftleeren Raum umgesetzt. Sie entfaltet sich innerhalb von Institutionen, wird durch Interessen und Machtverhältnisse geprägt und hängt von öffentlicher Unterstützung ab. Als Gruppe für Politische Ökonomie untersuchen wir die politischen und wirtschaftlichen Bedingungen, unter denen Klimapolitik wirksam, dauerhaft und akzeptiert wird – sowohl gesellschaftlich als auch politisch.
Zu den Fragen, denen wir nachgehen, gehören:
- Warum überdauern manche politischen Instrumente der Klimapolitik - während andere politischen Widerstand auslösen?
- Warum funktionieren ähnliche Instrumente in einem Land, scheitern aber in einem anderen?
Unser Fokus liegt auf globalen Herausforderungen – insbesondere auf politischen und wirtschaftlichen Prozessen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Unsere Arbeit trägt zudem dazu bei, die politischen Dynamiken zu verstehen, die klimapolitisches (Nicht-)Handeln im Allgemeinen prägen.
Unser Forschungsschwerpunkt
Wir betrachten Klimapolitik durch fünf miteinander verbundene Perspektiven:
Wirksamkeit
Reduzieren politische Maßnahmen/Instrumente in der Klimapolitik tatsächlich Emissionen? Unter welchen institutionellen Bedingungen funktionieren sie – und wann scheitern sie?
Verteilung
Wer trägt die Kosten und wer profitiert? Wie können Politikgestaltung und Ausgleichsmaßnahmen Gerechtigkeit und politische Machbarkeit beeinflussen?
Politische Unterstützung
Was sind die Voraussetzungen für politischen Rückhalt? Wie wirken sich Klima- und Energiepolitik auf das Vertrauen in die Regierung, die demokratische Zufriedenheit und das Risiko von Gegenbewegungen aus?
Eliten und Politikdynamik
Wie beeinflussen die Interessen von Eliten, öffentliche Narrative und die Abfolge von Politikmaßnahmen politische Reformverläufe?
Gerechte Übergänge und Klimafinanzierung
Wie können Übergangspolitiken so gestaltet werden, dass sie als fair wahrgenommen werden – im Inland wie international? Welche Rolle spielt die Klimafinanzierung bei der Ermöglichung gerechter Übergänge?
Unser Ansatz
Wir arbeiten kooperativ und interdisziplinär an der Schnittstelle von Wirtschafts- und Politikwissenschaft und verbinden quantitative mit qualitativen Methoden. Unsere Forschung zielt darauf ab zu verstehen, welche Politiken machbar und gerecht sind, und leistet sowohl einen Beitrag zur Theorie als auch zur Praxis wirksamer Klimapolitik.
Wir verbinden ökonomische und politische Analysen mit einer engen Einbindung in politische Debatten. Um die Übersetzung von Forschung in den öffentlichen Diskurs zu fördern, haben wir Online-Tools entwickelt, die politische und öffentliche Debatten zu Fragen der politischen Ökonomie anregen – darunter den CPIC (Carbon Pricing Incidence Calculator) – und beteiligen uns international an Diskussionen an der Schnittstelle Wissenschaft-Politik.
Unser Ziel ist es, belastbare Erkenntnisse darüber zu liefern, wie Klimapolitik so gestaltet werden kann, dass sie in realen politischen Kontexten funktioniert – sowohl in Industrieländern als auch in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Wir pflegen starke nationale und internationale Netzwerke und Kooperationen, unter anderem im Rahmen des Environment for Development (EfD)-Netzwerks, in dem wir die Initiative zu Klimapolitik und Entwicklung mitleiten. Unsere Ergebnisse fließen regelmäßig in internationale Bewertungsprozesse ein, etwa in den IPCC oder den UNEP Gap Report, für die einige Teammitglieder auch als (leitende) Autorinnen und Autoren sowie als Gutachter tätig waren.
Unser Team
Wir sind ein interdisziplinäres Team aus Postdoktorandinnen und Postdoktoranden, Doktorandinnen und Doktoranden, wissenschaftlichen Hilfskräften sowie unserer Policy Analyst Theda – geleitet von Jan. Unsere Ehemaligen arbeiten in der Wissenschaft (z. B. Universität Leiden, Universität Wageningen), in internationalen Organisationen (z. B. Weltbank), in der deutschen Bundesregierung (z. B. Bundesministerium für Wirtschaft) sowie in der Privatwirtschaft. Wir betreuen regelmäßig Masterarbeiten zu den oben genannten Themen.