Verschlossene Häuser, brachliegendes Land: Klimawandel und Migration im im indischen Himalaya-Staat Uttarakhand

 
25.03.2021 - Steigende Temperaturen, Wolkenbrüche und Dengue-Ausbrüche: Der Klimawandel beeinflusst als Risikomodifikator die Migrationsbedingungen im indischen Himalaya-Staat Uttarakhand. Anhand neuester Klimadaten untersucht ein neuer Bericht, der unter dem Dach des Projekts East African Peru India Climate Capacities (EPPIC) entstanden ist, wie sich Klimaeinflüsse wie veränderte Niederschlagsmuster und zunehmende Extremwetterereignisse auf die Berglandwirtschaft und Migrationsprozesse des Bundesstaates auswirken. Bei der heutigen Vorstellung des Berichts diskutierten Forscher und Diskussionsteilnehmer auch darüber, welche politischen Maßnahmen erforderlich sind, um die Migrationsströme zu steuern und die Wirtschaft wiederzubeleben.
Verschlossene Häuser, brachliegendes Land: Klimawandel und Migration im im indischen Himalaya-Staat Uttarakhand

„Dieser Bericht zielt explizit darauf ab, eine evidenzbasierte Grundlage für einen wissenschaftlich-politischen Dialog zu liefern“, erklären Hans Joachim Schellnhuber, emeritierter Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und Ajay Mathur, Generaldirektor des Energy and Resources Institute (TERI), Indien, in ihrem gemeinsamen Vorwort. „Er soll dazu dienen, Gespräche über das Thema anzustoßen und Klimaaktionspläne und Migrationspolitik zu stärken. Die planetarische Oberflächentemperatur muss unter 2°C gehalten werden, damit die ländlichen Berggemeinden in Uttarakhand weiterhin an den Orten leben können, die sie ihr Zuhause nennen.“

Die von Forschern des PIK und TERI erstellte Studie „Locked Houses, Fallow Lands: Climate Change and Migration in Uttarakhand, India“ erörtert, wie die Auswirkungen des Klimawandels die Entscheidung der Menschen beeinflussen, aus den Bergen in die Ebenen abzuwandern und eine wachsende Zahl unbewohnter Dörfer zurückzulassen. Der Bericht gibt auch konkrete politische Empfehlungen, darunter die Gewährleistung einer sicheren und geordneten Migration der Abwandernden, die Schaffung und Unterstützung alternativer Existenzmöglichkeiten für die weitgehend auf Subsistenz basierenden Bauern des Bundesstaates oder Schulungen zur Diversifizierung ihrer Anbauprodukte. Mit den richtigen Schritten zur Abschwächung des Klimawandels „werden weiterhin sinnvolle Möglichkeiten bestehen, die Auswirkungen des Klimawandels abzuschwächen“, schlussfolgern die Autoren. „Die Stabilisierung der ländlichen Lebensgrundlagen und Investitionen in eine verbesserte traditionelle Landwirtschaft sind entscheidende Schritte auf dem Weg in eine nachhaltige Zukunft für Uttarakhand.“

„Die Menschen in der Region, deren Lebensunterhalt von der Landwirtschaft abhängt, bemerken, beobachten und leiden wirklich unter den Auswirkungen des Klimawandels", sagte die Hauptautorin des Berichts, Himani Upadhyay (PIK), bei der heutigen Vorstellung. „Er wirkt sich auf die Lagerung von Nahrungsmitteln in ihren Haushalten aus, auf ihre Ernährungssicherheit, ihr Einkommen und ihre Ressourcen. All diese Dinge sind miteinander verknüpft und zusätzliche Forschung ist erforderlich, um diese Dynamik weiter zu untersuchen.“

Report:

Upadhyay, H., Vinke, K., Bhardwaj, S., Becker, M., Irfan, M., George, N.B., Biella, R., Arumugam, P., Murki, S.K., Paoletti, E. (2021): Locked Houses, Fallow Lands: Climate Change and Migration in Uttarakhand, India. Report, Potsdam Institute for Climate Impact Research (PIK), Potsdam and The Energy and Resources Institute (Teri), New Delhi.

Mehr über das EPICC Projekt:

EPICC-Website des indischen Partners TERI

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