Johan Rockström leitet neu geschaffene Earth Commission

 
19.09.2019 - Die Initiative von 20 weltweit renommierten Erdsystemwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern zielt darauf ab, die konkreten Risiken des Klimawandels für Städte und Unternehmen zu identifizieren. Sie wollen die genauen wissenschaftlichen Grenzen dessen vermessen, was unser Planet im Hinblick auf den menschengemachten Klimawandel aushalten kann. Insbesondere wird die Kommission konkrete und greifbare Ziele für Städte und Unternehmen erarbeiten und damit die spezifischen Ziele für den Landsektor, das Wasser, die Ozeane und die Biodiversität wissenschaftlich untermauern.
Johan Rockström leitet neu geschaffene Earth Commission
Die Earth Commission hat zur Aufgabe, Risiken, Leitplanken und Ziele für den Planeten zu identifizieren. Foto: Earth Commission

Die diesjährigen Brände im Amazonasgebiet, die sich erwärmende Arktis, absterbende Korallenriffe und beispiellose Hitzewellen und Überschwemmungen auf der ganzen Welt sind klare Signale dafür, dass menschliche Aktivitäten den Planeten immer weiter aus jenem Gleichgewicht zu kippen drohen, in dem wir seit 10.000 Jahren leben", sagt Prof. Johan Rockström, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung und Ko-Vorsitzender von Future Earth. Die Earth Commission hat den Auftrag, die wissenschaftlichen Rahmenbedingungen für ein stabiles Erdsystem zu definieren - vereinfacht gesagt, das Äquivalent der 2-Grad-Grenze der Klimaerwärmung für all jene Erdsysteme, die für das menschliche Wohlbefinden wesentlich sind.

PIK-Direktor Johan Rockström, Joyeeta Gupta von der Universität Amsterdam und Qin Dahe, Direktor der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, werden gemeinsam dem Vorsitz der Earth Commission übernehmen. Insgesamt wird sie zunächst 20 Mitglieder umfassen, wie die internationalen Forschungsorganisation Future Earth ankündigt. Neben Rockström gehört auch Prof. Ricarda Winkelmann, die am PIK zu Eisschild-Dynamiken und Kipppunkten forscht, der Kommission an. Sie werden den ersten ganzheitlichen, erdumspannenden Ansatz entwickeln, um wissenschaftliche Ziele für Großstädte und Unternehmen zu definieren und zur Schaffung eines stabilen, widerstandsfähigen Planeten beizutragen. Die Gruppe wird unverzüglich mit der Arbeit an einer hochrangigen Synthese wissenschaftlicher Erkenntnisse über die biophysikalischen Prozesse beginnen, die die Stabilität der Erde und die Bedingungen, die ihre Grenzen definieren, regeln. Der Bericht, der in rund zwei Jahren erwartet wird, wird auch einen Überblick über die sozialen Veränderungen geben, die für eine nachhaltige Entwicklung auf dem Planeten erforderlich sind.

Die Ergebnisse der Earth Commission sollen dazu dienen, praktische Ziele für die nachhaltige Bewirtschaftung von Land, Wasser, Ozeanen und Biodiversität zu entwickeln. Darüber hinaus wird ein neues Netzwerk, das Science Based Targets Network (SBTN), bestehend aus führenden NGOs, daran arbeiten, die Informationen in erreichbare, wissenschaftsbasierte Ziele für Unternehmen und Städte weltweit zu übersetzen und anwendbar zu machen. „Wir werden eng mit dem SBTN-Netzwerk zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass unsere Analysen auch ganz praktisch als Orientierungshilfe dienen können, beispielsweise in der Entwicklungspolitik in klimatisch sensiblen Gebieten wie etwa Flussdeltas", sagt Rockström.

Unter den 19 Kommissionsmitgliedern finden sich führende Natur- und Sozialwissenschaftler aus 13 Ländern: Argentinien, Australien (2), China (2), Kolumbien, Frankreich, Deutschland (2), Ghana, Indien, Japan, Kenia, Niederlande (2), Großbritannien und aus den Vereinigten Staaten (4).

Website der Earth Commission mit Nennung aller Mitglieder: https://futureearth.org/2019/09/19/earth-commission/

Website von Future of the Earth: https://futureearth.org/