Erfassung und Bewertung der Vitalität und des Gefahrenpotentials von Bäumen im Erholungs-, Abenteuer- und Kultur-Tourismus unter Berücksichtigung kritischer hydroklimatischer Ereignisse, Trends und Muster. Implementierung seismischer- und isotopenanalytischer- und Glasfasertechniken mit Methoden des Lang- und Echtzeit-
Monitorings arborealer Systeme in der UNESCO-Welterbe-Stadt Potsdam.
Die Verbundpartner Deutsches GeoForschungsZentrum (GFZ) und Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) wollen mit ihrer Expertise die Auswirkungen des beschleunigten Klimawandels auf Potsdamer Baumbestände gemeinsam mit verschiedenen Tourismusakteuren der UNESCO-Welterbe-Stadt Potsdam untersuchen.
Das Monitoring der urbanen Grünausstattung und der Vitalität von Bäumen ist ein wichtiges Tool für das Pflegemanagement, die Bewässerungsplanung und die Risikominderung. Doch oft sind Gegenmaßnahmen und Managementstrategien unzureichend, da visuelle Anzeichen von Baumstress verzögert auftreten. Übergeordnetes Ziel ist deshalb, eine bessere Erfassung und Analyse der Auswirkungen des Klimawandels auf Potsdamer Baumbestände zu etablieren und Potsdam als Reallabor und Testfeld für die Entwicklung eines hollistischen Monitoringansatzes zur frühzeitigen Erkennung physiologischer und struktureller Baumveränderungen mittels innovativer Technologien zu nutzen. Grundlage ist das zeitlich hochaufgelöste Monitoring des Wasserhaushalts und der baumphysiologischen Reaktionen. Durch Kombination von an Bäumen und im Boden installierten Seismometern zur Echtzeit-Erfassung von Schwingungen, die durch Wind, Astbrüche und Wassergehaltsänderungen entstehen, können Rückschlüsse auf den Zustand und die Sicherheit von Bäumen gezogen werden.
Ergänzt wird das experimentelle Monitoring um meteorologische Phänomene auf verschiedenen Skalen. Ausgangpunkt dafür sind erweiterte operationelle Auswertungen zu aktuellen Witterungsverläufen im klimatischen wie großräumigen Kontext am Standort. Herausforderungen stellen dabei wiederkehrende Abfolgen von blockierenden Großwetterlagen dar, bei denen sich Niederschlagsmuster zunehmend ungünstiger zeitlich wie räumlich verteilen. Mithilfe von etablierten Modellen der Klimafolgenforschung wird zudem die Entwicklung von relevanten Wasserhaushaltsgrößen fortlaufend überwacht und fortgeschrieben. Unter dem Begriff der Klimasynoptik werden die Auswertungen gebündelt, um auf die absehbaren Folgen des Klimawandels besser vorbereitet zu sein.