Warum Klimapolitik für die Finanzminister der G20 wichtig ist
30.06.2017 - Um die Erderwärmung wie im Paris-Abkommen beschlossen auf weniger als 2°C zu begrenzen, sollte die Klimapolitik mit der Agenda der G20-Finanzminister zusammengeführt werden. Konkret sollten sich die Minister die Vorteile einer CO2-Bepreisung für eine solide Finanzpolitik zunutze machen und dadurch Anreize schaffen, in eine CO2-arme Infrastruktur zu investieren. „Es wäre vernünftig für die G20-Finanzminister, in der Klimapolitik einen Verbündeten zu sehen, selbst wenn der Klimawandel nicht ihr Hauptanliegen ist“, schreibt ein Autorenteam unter Leitung des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) in einem Artikel in der neuen Ausgabe der Fachzeitschrift Nature Climate Change. Ottmar Edenhofer, Chef-Ökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung und Director des MCC, argumentiert gemeinsam mit MCC-Generalsekretärin Brigitte Knopf und Kollegen anderer Institute unter der Überschrift „Aligning climate policy with finance ministers’ G20 agenda”, dass Investitionen in fossile Energieträger seit dem Pariser Klimaabkommen riskanter geworden sind.
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Wichtige Schritte für eine neue Philosophie des Bauens in Brüssel und Brandenburg
17.09.2021 - Die Europäische Kommission hat den Rahmen und die wichtigsten Maßnahmen festgelegt, um die Initiative "Neues Europäisches Bauhaus" voranzutreiben. Vorausgegangen waren umfassende Gespräche Anfang des Monats, als sich der hochrangige Runde Tisch mit PIK-Gründer John Schellnhuber mit EU-Präsidentin Ursula von der Leyen traf. Heute haben sich die brandenburgische Landesregierung und das Bundesumweltministerium mit dem "Bauhaus der Erde" zusammengetan, einer gemeinnützigen Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Art und Weise, wie wir die bebaute Umwelt gestalten und erhalten, zu verändern.
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Wichtigster Preis für deutsche Nachwuchsforscher geht an Jonathan Donges
28.02.2019 - Die Deutsche Forschungsgemeinschaft und das Bundesministerium für Bildung und Forschung haben Jonathan Donges vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung mit dem wichtigsten deutschen Nachwuchspreis ausgezeichnet. Der Heinz Mayer-Leibnitz-Preis wird am 28. Mai an insgesamt zehn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verliehen, vom Chemiker bis zur Historikerin. Er ist mit je 20.000 Euro dotiert. Donges ist Ko-Leiter des PIK Future Lab „Earth Resilience in the Anthropocene“.
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Wie 1,5°C-Pfade sozial ausgeglichen erreicht werden können
02.12.2023 - Die Klimapolitik kann die globale Erwärmung bis 2100 auf 1.5°C begrenzen und damit die sozioökonomisch schwächsten Gruppen schützen, ohne durch Klimaschutzmaßnahmen zusätzliche soziale Härten und Schieflagen zu erzeugen, zeigt eine neue Studie. Erreicht wird dies durch die sofortige Einführung einer umfassenden CO2-Bepreisung und die Nutzung der so gewonnenen Einnahmen für intelligente Umverteilungsmaßnahmen. Dieses Kernstück der Politik ist um weitere Maßnahmen zur Reduzierung des Energieverbrauchs, zur Beschleunigung der Energiewende und zum klimafreundlichen Umbau der Landnutzung zu ergänzen. Die umfassenden Ergebnisse zu 1,5°C-Pfaden im Einklang mit dem Pariser Abkommen wurden in einem Bericht des EU-Forschungsprojekts NAVIGATE zusammengefasst. Das neue Papier, das am 2. Dezember auf der COP28 vorgestellt wird, liefert die Blaupause für eine schnelle, faire und effiziente Transformation zu Netto-Null-Emissionen.
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Wie das Besteuern der Reichen tatsächlich allen helfen kann
23.06.2022 - Die Besteuerung der Kapitalerträge reicher Menschen kann Ungleichheit verringern und gleichzeitig den allgemeinen Wohlstand erhalten – allerdings nur unter zwei Bedingungen. Erstens müssen die Steuereinnahmen in die öffentliche Infrastruktur wie Schulen, öffentliche Verkehrsmittel oder nachhaltige Energieversorgung investiert werden. Zweitens muss es möglich sein, Maschinen einigermaßen gut durch Arbeit zu ersetzen. Dies ist das Ergebnis einer mathematischen Modellierung eines Teams von Ökonomen, zu dem auch der US-Nobelpreisträger Joseph Stiglitz gehört, und das vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung geleitet wurde.
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Wie der Welthandel dem Klima helfen kann
24.06.2022 - Das klimapolitische Potenzial internationaler Handelsordnungen, die von der Welthandelsorganisation WTO vereinbart werden, ist noch ausbaufähig. Die Politik sollte einige Regeln ändern – und andere stärker nutzen, so das Ergebnis eines jetzt in der führenden wissenschaftlichen Zeitschrift "Science" veröffentlichten Artikels von Fachleuten aus zwölf Ländern, darunter auch Forschende des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK).
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Wie Kälte und Dunkelheit die Dinosaurier auslöschten
13.01.2017 - Vor 66 Millionen Jahren hat das plötzliche Aussterben der Dinosaurier den Siegeszug der Säugetiere ermöglicht – und damit letztlich die Herrschaft des Menschen. Klimawissenschaftler haben jetzt rekonstruiert, wie winzige Tröpfchen von Schwefelsäure, die sich nach dem bekannten Einschlag eines großen Asteroiden auf der Erde hoch oben in der Luft gebildet und für mehrere Jahre einen erheblichen Teil der Sonneneinstrahlung auf unseren Planeten blockiert haben, das Leben auf der Erde beeinflussten. Pflanzen starben, und der Tod wanderte durch die Nahrungsnetze. Frühere Theorien fokussierten sich auf einen kurzfristigeren Effekt: auf den Staub, der durch den Einschlag empor geschleudert wurde. Die neuen Computer-Simulationen zeigen, dass die Tröpfchen in der Atmosphäre eine lang anhaltende Abkühlung auslösten, die wahrscheinlich zum Ende der an Land lebenden Dinosaurier beitrug. Ein zusätzlicher tödlicher Mechanismus könnte die starke Durchmischung der Ozeane gewesen sein, ausgelöst von der Abkühlung an der Oberfläche, die eine heftige Störung der Ökosysteme im Meer auslöste.
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Wie könnte der Klimawandel auf 1,5 Grad begrenzt werden?
21.05.2015 - Eine neue Studie zeigt, was für klimapolitische Maßnahmen nötig wären, um die weltweite Erwärmung bis zum Jahr 2100 auf weniger als 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Grundsätzlich wäre eine solche Begrenzung machbar, so die jetzt in Nature Climate Change veröffentlichte Studie eines Teams von Forschern unter anderem des International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA) und des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung. Das 1,5-Grad-Ziel wird von mehr als hundert Ländern für sicherer gehalten als das international vereinbarte Ziel von 2 Grad Celsius – obwohl auch dieses etwas weniger ehrgeizige Ziel bereits eine starke Verringerung des Ausstoßes von Treibhausgasen erfordern würde.
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Wie neue Kohle-Kraftwerke die Klimaziele in Rauch aufgehen lassen
17.9.2015 - Das Zeitfenster für einen weltweiten Kohleausstieg schließt sich immer schneller: Vor allem arme, aber schnell wachsende Entwicklungsländer investieren derzeit massiv in den Bau neuer Kohlekraftwerke. Dieser Energieträger erscheint auch deshalb so billig, weil die sozialen Kosten– beispielsweise Gesundheitsschäden – meist unterschlagen werden. Das geht aus einer jetzt von Ottmar Edenhofer in der hoch renommierten Fachzeitschrift Science veröffentlichten Analyse hervor. Er ist Chef-Ökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung und Direktor des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC).
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„Wie nie zuvor sind wir heute angewiesen auf die Wissenschaft“ - um den Planeten zu retten
09.12.2016 - Papst Franziskus hat Forscher aufgerufen, die Welt vor dem Klimawandel und dessen Folgen zu schützen. Das geistliche Oberhaupt von 1,3 Milliarden Katholiken sprach bei der alle zwei Jahre stattfindenden Versammlung der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften. Bei diesem Ereignis wurde Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, formell eingeführt als Mitglied dieser einzigartigen wissenschaftlichen Einrichtung. Berufen worden war er bereits im vergangenen Jahr, vor der Präsentation der „grünen“ Enzyklika Laudato Si im Vatikan, bei der Schellnhuber stellvertretend für die gesamte wissenschaftliche Gemeinschaft sprach. Nachhaltigkeitsfragen standen im Mittelpunkt der Versammlung vor wenigen Tagen, an der viele Nobelpreisträger sowie weitere hochrangige Forscher teilnahmen. Die Päpstliche Akademie hat 80 Mitglieder auf Lebenszeit, die allein aufgrund ihrer Exzellenz und Relevanz ausgewählt werden, unabhängig von ihrem Glauben oder ihrer Herkunft.
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Wie Veränderungen in der Arktis das globale Wettergeschehen beeinflussen
10/26/2023 - Wetterschwankungen in der Arktis und Veränderungen der Lufttemperatur in weit entfernten Regionen wie Kalifornien und Südwestchina hängen miteinander zusammen, haben Forschende aus Peking, Potsdam und Fairbanks herausgefunden. Ihre Studie wurde jetzt in Nature Communications veröffentlicht. Darin zeigen die Forschenden auch, dass die zunehmenden Schwankungen der täglichen Meereisbedeckung in der Arktis durch den raschen Rückgang des Meereises in der Arktis verursacht werden.
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Wie Zusammenarbeit durch Netzwerkdynamik bestimmt wird
25.08.2015 - Vom Erdsystem bis zum menschlichen Gehirn, von Familienverbünden bis zu Facebook – komplexe Netzwerke finden sich überall in unserem Alltag. Die Analyse sozio-ökonomischer Netzwerke ermöglicht deshalb, das Verständnis von Interaktionen und Veränderungen in unserer Gesellschaft zu verbessern. Ein Wissenschaftlerteam hat sich diesen Ansatz jetzt zunutze gemacht, um die Entstehung der Zusammenarbeit von Akteuren in einem Netzwerk zu untersuchen, wenn diese Kooperation wirtschaftliche oder soziale Vorteile verspricht. Erstmals haben sie sich dabei auf Wechselwirkungen mit sozialen Beziehungen konzentriert. Die Ergebnisse sind jetzt im Fachjournal Scientific Reports aus der renommierten Nature-Gruppe veröffentlicht und zeigen, dass vollständige Kooperation am ehesten erreicht wird, wenn das Netzwerk sich langsam an neue Koalitionsstrukturen anpassen kann. Reagiert das Netzwerk schneller, so verhindert eine Fragmentierung die Bildung umfassender Zusammenarbeit.
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Winterliche Wetterextreme in den USA und Europa: Riesige durcheinandergewirbelte Luftströme in der Stratosphäre
22.11.2018 - In den USA bringen arktische Luftmassen in diesen Tagen über Thanksgiving einen Kälteeinbruch, es werden eisige Temperaturen und kalte Winde vorhergesagt. Treiber für solche Winterwetterextreme ist häufig der stratosphärische Polarwirbel, ein Band sich schnell bewegender Winde 30 Kilometer über dem Boden. Im Winter, wenn der Polarwirbel durch nach oben wehende Luftmassen gestört wird, kann das zu Kälteeinbrüchen über dem Nordosten Amerikas oder Eurasien führen, wie eine neue Studie jetzt zeigt. Und so paradox es auch erscheinen mag, der Klimawandel könnte die komplexe Dynamik in der Atmosphäre weiter stören – und uns so nicht nur mehr heiße Extreme im Sommer, sondern möglicherweise auch Kälteeinbrüche im Winter bringen.
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Winterwetter, Polarfront – und Dürreflächen: PIK-Einschätzung zur aktuellen Wetterlage
12.02.2021 - Im Januar und Februar 2021 gab es in Teilen Europas, Amerikas und auch Deutschlands teilweise extremes Winterwetter. Trotzdem gibt es speziell in Deutschland verbreitet große Dürreflächen – PIK Forscher Stephan Rahmstorf und Fred Hattermann über aktuelle, klimabedingte Wetterveränderungen.
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Winzige Eisverluste an den Rändern der Antarktis können Eisverluste in weiter Entfernung beschleunigen
12.12.2017 - Wenn kleine Flächen des schwimmenden Eises an der Küste der Antarktis dünner werden, kann das die Bewegung von Eis beschleunigen, das hunderte Kilometer entfernt auf dem Festland aufliegt. Das zeigt eine neue Studie. Es ist bekannt, dass die schwimmenden Eisschelfe, die den Kontinent umgeben, die Eissströme vom Land in den Ozean regulieren. Bisher wurde angenommen, dass der Eisfluss besonders anfällig ist für das Abschmelzen an der Unterseite der Schelfe nahe der Aufschwimmlinie, wo das Eis vom Land ins Meer fließt. Nun fanden Wissenschaftler heraus, dass auch das Schmelzen in der Nähe der Ränder und inmitten der Schelfeisflächen direkte Auswirkungen haben kann, die bis weit ins Landesinnere reichen. Dies könnte den Eisverlust und damit potentiell den Anstieg des Meeresspiegels erhöhen.
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„Wir brauchen Sie“: UN Klima-Chefin zu Potsdamer Klimaforschern
13.10.2017 - Hunderte Millionen Menschen werden innerhalb weniger Jahrzehnte von den Auswirkungen des Klimawandels auf Gesundheit und Migration betroffen sein – beide Bereiche wurden bislang zu wenig im Zusammenhang mit der menschgemachten Erwärmung gesehen. Das ist eines der Ergebnisse der Impacts World Conference, die diese Woche vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) veranstaltet wurde. An die 500 Wissenschaftler aus 67 Ländern diskutierten drei Tage lang unter dem Titel „Die wahren Kosten des Klimawandels“, um die Klimafolgenforschung durch eine bessere Einbindung sozialer und ökonomischer Faktoren auf eine neue Ebene zu heben. Im Rahmen der Konferenz feierte das PIK auch seinen 25. Geburtstag, im Geiste der vom Institut seit einem Vierteljahrhundert verfolgten Mission: den wissenschaftlichen Fortschritt voran treiben und zugleich Ergebnisse an Entscheider herantragen.
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Wissenschaft in der Berliner U-Bahn
09.11.2018 – Wo kann man mit Wissenschaftlern einfach ins Gespräch kommen? Eine Möglichkeit bot die Aktion „Mind the Lab - Wissenschaft in der Berliner U-Bahn“, an der verschiedene Forschungsinstitute mit freundlicher Unterstützung der BVG teilnahmen. Ziel dieses Events im Rahmen der Berlin Science Week war es, möglichst vielen Menschen konkrete Wissenschaft näherzubringen, dazu gab es Infostände mit Experten an verschiedenen Berliner U-Bahnhöfen. Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung präsentierte sich am U-Bahnhof Möckernbrücke und informierte unter anderem über Methoden, wie aus Klima-Archiven wie Tropfsteinen Daten für die Klimamodelle der Zukunft gewonnen werden.
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"Wissenschaft lebt von Weltoffenheit": Potsdamer Forschungseinrichtungen zur Flüchtlingskrise
16.03.2016 - Die Potsdamer Wissenschaftseinrichtungen haben einen offenen Brief für Toleranz und gegen Abschottung veröffentlicht. Damit beziehen sie Stellung zur aktuellen Diskussion über Flüchtlinge in Brandenburg und Deutschland. Hier der Wortlaut.
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Wissenschaft in Davos im Vordergrund
20.01.2023 – PIK-Direktor Johan Rockström nahm diese Woche am jährlichen Weltwirtschaftsforum (WEF) Meeting 2023 in Davos teil. Zum ersten Mal stand die Wissenschaft im Mittelpunkt einer Plenarsitzung in Davos. Rockström erläuterte, wie sich der Klimawandel auf die Volkswirtschaften in aller Welt auswirkt.
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"Wissenschaftliche Grundlage für das Pariser Abkommen": Laudatio von UNFCCC-Chefin Espinosa für Klimaökonom Edenhofer
05.07.2018 - Für seine herausragenden Beiträge zur Bewältigung der Klimakrise wurde Ottmar Edenhofer mit dem Romano-Guardini-Preis der Katholischen Akademie Bayern ausgezeichnet. Als Chef-Ökonom und designierter Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) sowie Gründungsdirektor des Mercator Research Institute for Global Commons and Climate Change (MCC) habe Edenhofer sowohl die Forschung voran gebracht als auch in vielfacher Weise die Politik beraten, hieß es in der Begründung - mithin Exzellenz und Relevanz bewiesen. Der Preis wurde in einer feierlichen Zeremonie in München in Anwesenheit von mehr als 200 hochrangigen Gästen aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Religion überreicht.
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