Mehr CO2 als jemals zuvor in 3 Millionen Jahren: beispiellose Computersimulation zur Klimageschichte

03.04.2019 - Heute ist mehr vom Treibhausgas CO2 in unserer Atmosphäre als wahrscheinlich je zuvor in den letzten 3 Millionen Jahren. Erstmals ist es einem Team von Wissenschaftlern gelungen, erfolgreich eine umfassende Computersimulation für diesen Zeitraum durchzuführen, deren Ergebnisse gut zu den Erkenntnissen passen, die bereits aus Ablagerungen auf dem Boden der Ozeane zur Klimaentwicklung der Erdgeschichte gewonnen werden konnten. Der Beginn der Eiszeiten, also der Vereisungs-Zyklen von warm zu kalt und wieder zurück, wurde hauptsächlich durch einen Rückgang des CO2 in der Atmosphäre ausgelöst, wie die Untersuchung zeigt. Heute jedoch, so bestätigt die Analyse zugleich, ist es der Anstieg der Treibhausgase etwa durch das Verfeuern fossiler Brennstoffe, welcher unseren Planeten grundlegend verändert. Die globalen Temperaturen haben das vorindustrielle Niveau in den letzten 3 Millionen Jahren nie um mehr als 2 Grad Celsius überschritten, wie die Studie zeigt – wohingegen die derzeitig wenig wirkungsvolle weltweite Klimapolitik, wenn sie nicht besser wird, bereits in den nächsten 50 Jahren die globale Durchschnittstemperatur über die Grenze von 2 Grad treiben würde.
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Menschgemachter Klimawandel unterdrückt die nächste Eiszeit

13.01.2016 - Der Mensch ist zu einer geologischen Kraft geworden, die den Beginn der nächsten Eiszeit unterdrücken kann – das zeigt eine Studie, die jetzt im renommierten Fachmagazin Nature veröffentlicht wird. Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung haben den Code der Eiszeiten geknackt und in dem Verhältnis von Sonneneinstrahlung auf die Erde und CO2-Konzentration in der Atmosphäre den Schlüssel gefunden, um die letzten acht Eiszyklen der Erdgeschichte zu erklären. Gleichzeitig machen ihre Ergebnisse deutlich, dass schon eine moderate Störung des natürlichen Kohlenstoffhaushalts des Planeten durch den Menschen die nächste Eiszeit um 100.000 Jahre verschieben könnte.
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Erste Potsdamer Sommer-Schule zur Arktis im Klimawandel

13.06.2014 - Von der Eisschmelze auf Grönland bis zu den Lebewesen im Ozean – die „Arktis im Anthropozän“, also in unserem vom Menschen geprägten Erdzeitalter, ist Thema für rund 40 ausgewählte junge Wissenschaftler und Nachwuchs-Experten aus 26 Ländern während der zweiwöchigen Potsdamer Sommer-Schule. Im hohen Norden sind die Folgen des Klimawandels bereits besonders spürbar. Gemeinsam mit dem Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI), dem Deutschen Geo-Forschungszentrum (GFZ), dem Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) und der Universität Potsdam organisiert das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) die vom 23. Juni bis zum 4. Juli 2014 erstmals stattfindende Veranstaltung, die künftig jährlich ausgerichtet werden soll.
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Entkorken der Ost-Antarktis führt zu Anstieg des Meeresspiegels

05.05.2014 - Das Abschmelzen bereits einer kleinen Menge Eis an der ostantarktischen Küste könnte eine große Wirkung haben – nämlich dass große Eismassen unaufhaltsam jahrtausendelang in den Ozean fließen und damit den Meeresspiegel ansteigen lassen. Dies zeigt eine jetzt von Wissenschaftlern des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) veröffentlichte Studie in Nature Climate Change. Die Ergebnisse beruhen auf Computersimulationen des antarktischen Eisflusses mit verbesserten Daten zum Untergrund der Antarktis.
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Schlaglichter zum neuen IPCC-Bericht

15.10.2013 - „Die Erwärmung des Klimasystems ist eindeutig“ – so lautet die erste von 18 Hauptaussagen des Intergovernmental Panel on Climate Change IPCC zum kürzlich veröffentlichten ersten Teil seines neuen Assessment Reports (AR5). Über die Veröffentlichung wurde in den Medien breit berichtet, auch Leitautoren und Experten des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) wurden nach ihren Einschätzungen gefragt.
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Grönlands Eismassen könnten komplett schmelzen bei 1,6 Grad globaler Erwärmung

11.03.2012 - Die Eismassen Grönlands sind wahrscheinlich viel verletzlicher durch die Erderwärmung als bislang gedacht. Die Grenze für ein völliges Schmelzen der Eisdecke dort befindet sich im Bereich zwischen 0,8 und 3,2 Grad Celsius globaler Erwärmung, mit einem besten Schätzwert von 1,6 Grad über den Temperaturen vor Beginn der Industrialisierung. Das zeigt eine neue Studie von Wissenschaftlern des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und der Universidad Complutense de Madrid. Heute werden bereits 0,8 Grad globale Erwärmung beobachtet. Ein massives Schmelzen von Land-Eis könnte langfristig zu einem Anstieg des Meeresspiegels von mehreren Metern beitragen und betrifft daher möglicherweise das Leben vieler Millionen Menschen.
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Kipp-Elemente im Klimasystem: Forscher verfeinern ihre Einschätzung

23.06.2011 - Der Eisschild der West-Antarktis ist ein mögliches Kipp-Element im Klimasystem, das teils bereits gekippt sein könnte. Wissenschaftler können nicht ausschließen, dass die Eismassen nahe der antarktischen Amundsen See bereits instabil zu werden beginnen. Dies ist eines der Ergebnisse einer jetzt in der Fachzeitschrift Climatic Change erschienenen neuen Einschätzung des gegenwärtigen Zustands von sechs potenziell instabilen Regionen im Klimasystem mit großen direkten Auswirkungen auf Europa. Die Wahrscheinlichkeit des Kippens dieser Elemente steigt im Allgemeinen mit dem Anstieg der globalen Mitteltemperatur, als Folge des von Menschen verursachten Ausstoßes von Treibhausgasen.
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„Pionierarbeit bei der Entwicklung von Erdsystem-Modellen”: EGU ehrt Forscher

07.04.2011 - Für seinen Beitrag zu einem besseren Verständnis der Mechanismen eiszeitlichen Klimawandels ist Andrey Ganopolski vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) ausgezeichnet worden. Die Europäische Vereinigung der Geowissenschaftler (European Geosciences Union, EGU) verlieh ihm auf ihrer an diesem Freitag in Wien zuende gehenden Jahrestagung die Milutin Milankovitch Medaille. Ganopolski werde geehrt „für seine Pionierarbeit bei der Entwicklung von Erdsystem-Modellen mittlerer Komplexität“, erklärte die EGU. Diese Modelle – Systeme mathematischer Gleichungen, die Vorgänge in der Atmosphäre, den Ozeanen und so weiter abbilden – bieten hohe Recheneffizienz, also relativ geringe Kosten. Im Gegensatz zu Erdsystem-Modellen höchster Komplexität erlauben es jene mittlerer Komplexität, mehr und längere Projektionen rechnen zu lassen. Erstmals konnten dank der Arbeit von Ganopolski und seinen Mitarbeitern wichtige Aspekte der Übergänge zwischen Warmzeiten und Eiszeiten realistisch simuliert und erklärt werden. Die Ergebnisse helfen, den menschgemachten Klimawandel unserer Tage besser einschätzen zu können.
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Erdsystem-Modelle von hoher Recheneffizienz

20.01.2011 - Erdsystemmodelle mittlerer Komplexität standen diese Woche im Mittelpunkt eines Workshops in Potsdam. Teilnehmer aus zehn Ländern diskutierten die Zukunft dieser Modelle und ihren Beitrag zum nächsten Sachstandsbericht des oft als Weltklimarat bezeichneten IPCC, des Intergovernmental Panel on Climate Change. Im Gegensatz zu den am höchsten entwickelten Erdsystemmodellen bieten jene mittlerer Komplexität große Recheneffizienz, also relativ geringe Kosten. „Aus diesem Grund können wir mit diesen Modellen mehr und längere Projektionen in die Zukunft durchführen“, sagt Andrey Ganopolski vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK).
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Weltklimarat benennt Autoren des fünften Sachstandsberichts

24.06.2010 - Insgesamt 831 Wissenschaftler werden den fünften Sachstandsbericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) erstellen, der zwischen Juni 2013 und März 2014 erscheinen soll. Am gestrigen Mittwoch hat das IPCC-Sekretariat in Genf die Namen der Autoren bekannt gegeben, die die Teilberichte der drei IPCC-Arbeitsgruppen verfassen werden. Vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) sind sieben Wissenschaftler als Autoren benannt worden.
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Zusammenhang zwischen früheren Anstiegen der Kohlendioxid-Konzentration und der Temperatur in der Antarktis aufgeklärt

11.11.2009 - Die Analyse früherer Änderungen nur der antarktischen Temperaturen und Treibhausgas-Konzentrationen reicht nicht aus, um kausale Zusammenhänge zwischen beiden Phänomenen offenzulegen. Eine kürzlich veröffentlichte Modellierungsstudie zeigt auf, dass mehr Prozesse in Betracht gezogen werden müssen, um Ursachen und Wirkungen im Klimasystem voneinander unterscheiden zu können. In der Fachzeitschrift „Quaternary Science Reviews“ erklären Forscher, warum die Temperatur bei mehreren Übergängen von Eiszeiten zu wärmeren Zwischeneiszeiten vor der Kohlendioxid-Konzentration angestiegen ist.
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