Ein zentrales Ergebnis des diesjährigen Berichts ist, dass das Ungleichgewicht im Wärmehaushalt der Erde - ein Maß für die Geschwindigkeit, mit der sich Wärme im Klimasystem ansammelt - einen Rekordwert erreicht hat.
„Ohne den Einfluss des Menschen sollte das Ungleichgewicht im Wärmehaushalt der Erde bei nahe null liegen. Stattdessen nimmt es seit den 1970er Jahren zu und hat inzwischen einen Rekordwert erreicht. In den vergangenen Jahrzehnten hat es sich sogar verdoppelt“, sagt Piers Forster, Direktor des Priestley Centre for Climate Futures an der University of Leeds und Hauptautor des Berichts.
Diese zunehmende Wärmespeicherung verändert das Klimasystem: Der Meeresspiegel steigt immer schneller, die Ozeane erwärmen sich weiter und marine Hitzewellen treten häufiger auf.
Gleichzeitig erreichten die weltweiten Treibhausgasemissionen im Jahr 2024 mit 56,8 Milliarden Tonnen CO₂-Äquivalent einen neuen Höchststand. Die Rate der menschengemachten Erwärmung liegt weiterhin bei rund 0,27°C pro Jahrzehnt und wird vor allem durch diese Rekordwerte bei den Treibhausgasen angetrieben.
Das verbleibende CO₂-Budget, um die Erderwärmung auf 1,5°C zu begrenzen, ist seit Anfang 2026 auf rund 130 Milliarden Tonnen CO₂ geschrumpft. Bei den derzeitigen Emissionen wäre dieses Budget in etwa drei Jahren aufgebraucht.
„Der Planet erwärmt sich weiter infolge menschlicher Aktivitäten“, sagt William Lamb, Forscher am PIK und Leitautor des Kapitels zu Treibhausgasemissionen. „Da die globalen Treibhausgasemissionen einen historischen Höchststand erreicht haben, ist es wichtiger denn je, dass Länder ihre Emissionen so schnell wie möglich senken. Deutschland hat seine Emissionen seit den 1980er Jahren zwar halbiert, aber es bleibt noch ein weiter Weg. Erneuerbare Energien bieten einen Weg zu sauberer, verlässlicher und sicherer Energieversorgung. Um die Erwärmung auf 1,5°C zu begrenzen, müssen sie nun jedoch deutlich schneller ausgebaut werden.“
„Indicators of Global Climate Change“ liefert eine jährliche Bestandsaufnahme zentraler Kennzahlen zum Zustand des Klimasystems.
Report:
Forster et al. (2026): Indicators of Global Climate Change 2025: annual update of key indicators of the state of the climate system and human influence. Earth System Science Data. DOI: 10.5194/essd-18-3889-2026
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