Weltklimagipfel COP27: Potsdamer Forschende betonen Handlungsbedarf

 
11.11.2022 - Expertinnen und Experten aus Klimapolitik und Wissenschaft treffen sich für die COP27 in Scharm-el-Scheikh, darunter auch Forschende des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung. Die von den Vereinten Nationen ausgerichteten Verhandlungen bieten auch einen Anlass für die Medien weltweit, sich an die Wissenschaft zu wenden.
Weltklimagipfel COP27: Potsdamer Forschende betonen Handlungsbedarf
Finanzierung der Kohlenstoffneutralität: Gemeinsamer UNFCCC side events des PIK und des Europäischen Hochschulinstituts auf der COP27. Von links nach rechts: Johan Rockström, Dora Benedek/Internationale Währungsfonds, Jos Delbeke/EUI, ehemaliger Experte der Europäischen Kommission. Foto: PIK

"Wenn die politischen Entscheidungsträger ernst meinen, was sie sagen, müssen sie auf eine neue Art und Weise handeln", sagte PIK-Direktor Johan Rockström der New York Times und bezog sich dabei auf die Staats- und Regierungschefs, die auf der COP27 sprachen. "Ich habe all die richtigen Worte in diesen Reden gehört, die auf dem neuesten Stand der Wissenschaft basieren. Das ist gut, aber nicht gut genug. Um ihren Worten gerecht zu werden, müssen die politischen Entscheidungstragenden sofort den Verbrauch fossiler Brennstoffe in ihren eigenen Ländern reduzieren. Und sie müssen grüne Vereinbarungen zwischen den Staaten treffen, einschließlich fairer Finanztransfers und klarer Regeln zur Reduzierung der Treibhausgase."

An der Seite des neuen Leiters Klimasekretariats der Vereinten Nationen (UNFCCC), Simon Stiell, stellte Rockström die "10 neuen Erkenntnisse der Klimawissenschaft" vor, eine Gemeinschaftsarbeit von Future Earth und der Earth League. Er nahm auch an einer von insgesamt nur zwei wissenschaftlichen Veranstaltungen im Deutschen Pavillon teil. Diese wurde vom PIK und der Arbeitsgruppe 2 des Weltklimarats (IPCC) mitorganisiert und vom DLR-PT moderiert, und befasste sich mit dem Thema Ernährungssicherheit.

Die Finanzierung der Kohlenstoffneutralität für den Globalen Süden und Norden, mit einem Schwerpunkt auf der Bepreisung von Kohlenstoff, ist das Thema des UNFCCC side events des PIK, die gemeinsam mit dem Europäischen Hochschulinstitut organisiert wird und an der unter anderem Redner des Internationalen Währungsfonds und der Europäischen Kommission teilnehmen. Zusätzlich zu den side events führte Rockström eine Vielzahl von bilateralen Gesprächen mit hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Wirtschaft.

"Was die Regierungen bisher auf den Tisch gelegt haben, ist unzureichend": Edenhofer

Ottmar Edenhofer, PIK-Direktor und Klimaökonom, äußert sich in zahlreichen Medieninterviews dazu, wie die COP27 die Klimapolitik voranbringen kann oder auch nicht. "Was die Regierungen bisher auf den Tisch gelegt haben, ist unzureichend", sagte er dem heute journal. "Und was die Regierungen auf den Tisch legen, setzen sie nicht um." Er wies auf die Klimarisiken hin, zeigte aber auch Wege zur Lösung des Problems auf.

Weitere PIK-Forschende, die an der COP27 teilnehmen, sind die Agrarökonomen Claudia Hunecke und Christoph Gornott, die unter anderem mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) zusammenarbeiten, die dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) untersteht. Im Bereich der Kommunikation haben Forscher wie Stefan Rahmstorf, Anders Levermann und Christoph Bertram zu Medienartikeln und Sendungen beigetragen.

Link zur COP27:

https://unfccc.int/cop27

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PIK Pressestelle
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