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Mehr CO2 als jemals zuvor in 3 Millionen Jahren: beispiellose Computersimulation zur Klimageschichte

03.04.2019 - Heute ist mehr vom Treibhausgas CO2 in unserer Atmosphäre als wahrscheinlich je zuvor in den letzten 3 Millionen Jahren. Erstmals ist es einem Team von Wissenschaftlern gelungen, erfolgreich eine umfassende Computersimulation für diesen Zeitraum durchzuführen, deren Ergebnisse gut zu den Erkenntnissen passen, die bereits aus Ablagerungen auf dem Boden der Ozeane zur Klimaentwicklung der Erdgeschichte gewonnen werden konnten. Der Beginn der Eiszeiten, also der Vereisungs-Zyklen von warm zu kalt und wieder zurück, wurde hauptsächlich durch einen Rückgang des CO2 in der Atmosphäre ausgelöst, wie die Untersuchung zeigt. Heute jedoch, so bestätigt die Analyse zugleich, ist es der Anstieg der Treibhausgase etwa durch das Verfeuern fossiler Brennstoffe, welcher unseren Planeten grundlegend verändert. Die globalen Temperaturen haben das vorindustrielle Niveau in den letzten 3 Millionen Jahren nie um mehr als 2 Grad Celsius überschritten, wie die Studie zeigt – wohingegen die derzeitig wenig wirkungsvolle weltweite Klimapolitik, wenn sie nicht besser wird, bereits in den nächsten 50 Jahren die globale Durchschnittstemperatur über die Grenze von 2 Grad treiben würde.
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Mehr Extremwetter durch die Störung gigantischer Luftströme in der Atmosphäre

01.11.2018 - Computersimulationen zeigen einen starken Anstieg von Ereignissen, bei denen die Wellenbewegungen des Jetstreams in der Atmosphäre aufhören sich weiter voran zu bewegen. Dadurch könnten Wetterextreme am Boden häufiger werden: Wenn die Westwinde aufhören, Wettersysteme voranzutreiben, halten diese länger an – aus ein paar sonnigen Tagen kann eine Hitzewelle werden, anhaltender Regen kann zu Überschwemmungen führen. Ein internationales Team von Wissenschaftlern führt das auf die vom Menschen verursachte Erwärmung speziell in der Arktis zurück.
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Mehr Hitzewellen in Westeuropa wegen Veränderungen des Jetstreams

05.07.2022 - Hitzewellen über Europa haben drei- bis viermal schneller zugenommen als in den übrigen nördlichen mittleren Breitengraden, wie etwa in den USA oder Kanada, so das Ergebnis einer neuen Studie. Ein internationales Team von Forschenden wertete dazu Beobachtungsdaten aus den letzten 40 Jahren aus und zeigte erstmals, dass dieser rasche Anstieg mit Veränderungen in der atmosphärischen Zirkulation zusammenhängt: Große Windbänder in 5 bis 10 Kilometer Höhe, der so genannte Jetstream, sind im Wandel begriffen. Zustände, in denen sich der Jetstream in zwei Äste aufspaltet - so genannte Doppeljet-Lagen – halten zunehmend länger an. Diese doppelten Jet-Zustände erklären fast den gesamten Aufwärtstrend der Hitzewellen in Westeuropa und etwa 30 Prozent im gesamten europäischen Raum.
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Mehr neue fossile Gasheizungen, nur zaghafte Fortschritte: Energiewende-Update des Ariadne Trackers

22.11.2023 - Weniger Verbrauch von fossiler Energie durch die Energiekrise, zaghaft positive Zeichen beim Zubau der Kapazitäten von Erneuerbarer Energien, Elektroautos und Wärmepumpen, obgleich nicht schnell genug - das zeigen neue Zahlen des Ariadne Transformations-Trackers. Noch nicht auf Kurs ist die Energiewende dagegen beim Ausstieg aus den Fossilen im Wärme- und Verkehrssektor. Statt des notwendigen Rückgangs ist sowohl beim Verkauf neuer Autos mit Verbrennungsmotor als auch neuer Gasheizungen ein klarer Anstieg im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen.
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Mehr Regen, weniger Dürren - Niederschlagseffekte durch gezielte Aufforstung können den Klimawandel abmildern

10.01.2024 - Aufforstungsprogramme können durch eine Erhöhung der Niederschlagsmenge nicht nur den globalen Klimawandel selbst abschwächen, sondern auch dessen konkrete negative Auswirkungen wie Dürren verringern. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie eines Forscherteams, an dem auch das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) beteiligt ist.
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Mehr Regentage schaden der Wirtschaft

12.01.2022 - Das Wirtschaftswachstum geht zurück, wenn die Zahl der Regentage und der Tage mit extremen Regenfällen zunimmt. Das hat jetzt ein Team Potsdamer Wissenschaftler herausgefunden. Am stärksten betroffen sind reiche Länder und hier die Sektoren Industrie und Dienstleistung, so die als Titelthema der renommierten wissenschaftlichen Zeitschrift ‚Nature‘ veröffentlichte Studie. Die Analyse von Daten aus den letzten 40 Jahren und von mehr 1.500 Regionen zeigt einen klaren Zusammenhang und legt nahe, dass infolge des Klimawandels verstärkte tägliche Regenfälle der Weltwirtschaft schaden werden.
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Mehr wirtschaftliche Not, weniger Sorge um die Umwelt

15.09.2023 - Wenn der internationale Handel den Menschen wirtschaftlich schadet, kümmern sie sich weniger um Umweltfragen, zeigt eine neue Studie, die in der Fachzeitschrift Nature Climate Change veröffentlicht wurde. Ein internationales Team von Forschenden zeigt, dass wirtschaftliche Rückschläge dazu führen können, dass vom Handel betroffene Gruppen dem Klimawandel skeptischer gegenüberstehen und ihre Unterstützung für eine nachhaltige und grüne Politik zurückziehen.
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"Meistzitierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler 2020": Erfolg für PIK-Forschende auf weltweiter Rangliste

18.11.2020 - Unter den meistzitierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern weltweit sind auch 2020 wieder eine ganze Reihe vom PIK. Zwölf von ihnen gehören in ihrem Gebiet laut "Web of Science" international zu den top 1%, gemessen an der Häufigkeit, mit der sie von anderen Forschenden in deren Arbeiten zitiert werden - es ist ein Indikator für wissenschaftliche Relevanz. Es ist ein bemerkenswerter Erfolg, dass die gelisteten Forscherinnen und Forscher des PIK fast gleichmäßig über die Abteilungen und über Natur- und Sozialwissenschaften verteilt sind. Viele von ihnen haben in der Kategorie "fach-übergreifende Wissenschaft" des Rankings gut abgeschnitten. Dass beide Direktoren auf der Liste sind, die zwei wichtige Bereiche vertreten - Johan Rockström mit der Erdsystemforschung und Ottmar Edenhofer mit der Ökonomie -, bestätigt das übergreifende Ergebnis: Die transdisziplinäre Forschung des PIK findet wissenschaftlich starke Anerkennung.
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Menschgemachter Klimawandel unterdrückt die nächste Eiszeit

13.01.2016 - Der Mensch ist zu einer geologischen Kraft geworden, die den Beginn der nächsten Eiszeit unterdrücken kann – das zeigt eine Studie, die jetzt im renommierten Fachmagazin Nature veröffentlicht wird. Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung haben den Code der Eiszeiten geknackt und in dem Verhältnis von Sonneneinstrahlung auf die Erde und CO2-Konzentration in der Atmosphäre den Schlüssel gefunden, um die letzten acht Eiszyklen der Erdgeschichte zu erklären. Gleichzeitig machen ihre Ergebnisse deutlich, dass schon eine moderate Störung des natürlichen Kohlenstoffhaushalts des Planeten durch den Menschen die nächste Eiszeit um 100.000 Jahre verschieben könnte.
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Metropole im Klimawandel: Berlin treibt Anpassung voran

19.07.2016 - Rekordregen und nie dagewesene Hitzewellen – Berlin wird, wie viele Metropolen, absehbar von den Folgen des weltweiten Klimawandels getroffen. Im Auftrag des Senats hat deshalb ein vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) geleitetes Konsortium ein Konzept zur Anpassung an die Klimafolgen entwickelt, das heute vorgestellt wird. Es ist Teil einer Gesamtstrategie, zu der auch die Verringerung des Ausstoßes von Treibhausgasen zählt, mit dem Ziel der Klimaneutralität 2050. Wenn die Erwärmung erfolgreich begrenzt wird, lassen sich die größten Risiken verhindern, aber Folgen wie etwa eine Zunahme von Extremwettern sind bereits unvermeidlich.
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Migration im Zeitalter des Klimawandels

20.05.2016 – Migration ist derzeit ein Top-Thema sowohl in Deutschland als auch in Europa – wie wird sie jedoch in Zukunft weltweit aussehen, im Zeitalter des Klimawandels? Wo findet Umweltmigration bereits heute statt, was können wir hieraus für die Zukunft lernen? Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und die Internationale Organisation für Migration (IOM) - die größte zwischenstaatliche Organisation auf dem Gebiet - haben hierzu gemeinsam ein Medienbriefing in Berlin veranstaltet. Migration wird meist durch eine Vielzahl von Faktoren ausgelöst – politische, soziale, demografische, ökonomische oder sicherheitspolitische – und fast nie nur von einer einzelnen Ursache. Zugleich stellen globale Umweltveränderungen, insbesondere der Klimawandel durch Treibhausgase aus der Verbrennung fossiler Energieträger, einen zusätzlichen und potenziell sehr ernsten Riskofaktor dar.
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Ministerin Schüle zu Gast: „PIK ist brandenburgisches Zukunftsinstitut“

24.06.2020 – Die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Manja Schüle, hat heute das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) besucht. Direktor Ottmar Edenhofer informierte die Ministerin über die aktuellen Forschungsschwerpunkte des Instituts und tauschte sich mit ihr über Strategien zur weiteren Stärkung der Brandenburger Forschungslandschaft aus.
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„Mit dieser Entscheidung endet das amerikanische Jahrhundert“ – das PIK und der Trump-Effekt

09.06.2017 - US-Präsident Donald Trump hat vergangene Woche angekündigt, aus dem Klima-Abkommen von Paris auszusteigen. Dieser Schritt löste weltweit nicht nur eine Welle der Empörung aus, sondern führte auch zu einem regelrechten Ansturm auf die Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, die diese Entscheidung einordnen konnten und die Bedeutung des Pariser Abkommens und der USA für den Klimaschutz bewerteten.
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Zur Sommerbilanz 2023 des DWD: Mitten im Klimawandel

30.08.2023 - Der Deutsche Wetterdienst hat seine Sommerbilanz 2023 vorgestellt. PIK Forscher Fred Hattermann kommentiert: "Die diesjährigen Niederschläge können das Niederschlagsdefizit, welches sich über die letzten Jahre angesammelt hat, nicht kompensieren."
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Monsun-Vorhersage für eine verbesserte Klimaresilienz in Sri Lanka

19.02.19 - Die Expertin für Monsun-Vorhersagen Elena Surovyatkina vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) besuchte gerade auf Einladung der Regierung Sri Lanka zu Gesprächen mit Vertretern des Ministeriums für Bewässerung und Wasserressourcen, des Ministeriums für Katastrophenmanagement, des Wetterdienstes und der General Sir John Kotelawala Defence Universität. Sri Lanka ist ein tropischer Inselstaat östlich der Südspitze des indischen Subkontinents. In einer sich erwärmenden Welt könnten Überschwemmungen oder Dürren während der Monsunzeit häufiger auftreten und möglicherweise Millionen von Menschen treffen. Langfristige Monsunprognosen könnten dazu beitragen, Sri Lanka klimaresistenter zu machen.
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Monsunregen in China und Australien: riesige Wippe entdeckt

26.09.2016 - Wenn in China der Regen im Sommer schwach ist, ist er in Australien stark, und umgekehrt – Wissenschaftler haben jetzt diese bislang unbekannte Wechselwirkung im asiatischen Monsunsystem entdeckt. Sie gleicht einer riesigen Wippe. Das Auf und Ab geschieht nicht von Jahr zu Jahr, sondern über Jahrzehnte und Jahrhunderte. Um dieses Muster sichtbar zu machen, haben die Forscher eine neue mathematische Methode entwickelt, mit der sie Spuren klimatischer Ereignisse aus den vergangenen 9000 Jahren analysierten. Diese Spuren fanden sie in uralten Tropfsteinen in Höhlen. Der Monsun in der Region hat große Auswirkungen auf die Landwirtschaft und somit auf die Hälfte der Weltbevölkerung, einschließlich Indien und Indonesien. Zu verstehen, wie die saisonalen Regenfälle auf der nördlichen und der südlichen Halbkugel unseres Planeten verbunden sind, ist wichtig zur Abschätzung möglicher Fernwirkungen des Klimawandels.
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Must-Knows für Klimaverhandler: 10 neue Erkenntnisse der Klimaforschung

10.12.2018 - Viele Auswirkungen des menschgemachten Klimawandels, von Dürre- und Hitzewellen bis hin zum Abschmelzen des antarktischen Eises, passieren früher als erwartet. Extremereignisse, wie die jüngsten Waldbrände in Nordamerika und die Überschwemmungen in ganz Asien, können mit größerer Sicherheit der globalen Erwärmung zugeordnet werden. Die Halbierung der globalen Emissionen im nächsten Jahrzehnt ist technisch machbar und würde weltweit Milliarden von Dollar einsparen, sagen Wissenschaftler in einer neuen Erklärung anlässlich der jährlichen Klimaverhandlungen der Vereinten Nationen in Katowice, Polen.
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"Mutlosigkeit": PIK STATEMENT zum Klimapaket der Bundesregierung

Die Spitzen der Großen Koalition haben sich heute im Klimakabinett auf einen Einstiegspreis für den CO2-Ausstoß in den Bereichen Verkehr und Wärme verständigt. Er soll bei 10 Euro beginnen und schrittweise auf 35 Euro im Jahr 2025 steigen. 2026 wird die Bepreisung in einen nationalen Emissionshandel mit 35 Euro Mindest- und 60 Euro Höchstpreis überführt; wie es danach weitergehen soll, wird erst 2025 festgelegt.
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Nachhaltige Alternativen können den Weg für die CO2-Bepreisung ebnen

17.06.2024 - Der politische Erfolg des Klimaschutzes in Europa wird davon abhängen, wie leicht es die Politik den Bürgerinnen und Bürgern macht, von fossilen Brennstoffen auf klimafreundliche Optionen umzusteigen, argumentieren Forschende des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und Nobelpreisträger Joseph Stiglitz. Um CO2-Preise zu akzeptieren, wünscht sich die Bevölkerung praktikable Alternativen zu fossilen Energieträgern, schreiben die Autorinnen und Autoren eines neuen Kommentars, der jetzt in Nature Climate Change veröffentlicht wurde. Sie schlagen einen neuen Ansatz vor, wie die Reaktion der Öffentlichkeit auf CO2-Preise verstanden und eine erfolgreiche Klimapolitik gewährleistet werden kann.
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Nachhaltigkeit im Ernährungssystem: Nicht einfach weniger, sondern anders und besser

16.05.2022 - Die Befürworter einer Wirtschaft ohne Wachstum argumentieren seit langem, dass Wirtschaftswachstum als solches der Umwelt schadet. Jetzt haben Forschende gezeigt, dass eine Eindämmung des Wachstums allein unser Ernährungssystem nicht nachhaltig machen würde – wohl aber eine Änderung unserer Ernährung und ein Preisschild für Emissionen in der Landwirtschaft. Zum ersten Mal hat eine Gruppe unter Leitung des Potsdam-Instituts in einer Computersimulation untersucht, welche Auswirkungen so genannte „Degrowth“-Ansätze und Effizienzsteigerungen auf die Treibhausgasemissionen des Lebensmittelsektors haben könnten. Ihr Ergebnis: Eine Kombination aus Ernährungsumstellung, Emissionsbepreisung und internationalen Einkommenstransfers kann die Erzeugung und den Konsum von Lebensmitteln zum Ende dieses Jahrhunderts emissionsneutral machen und gleichzeitig eine gesündere Ernährung für eine wachsende Weltbevölkerung bieten.
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