Kipppunkte sind kritische vom Menschen verursachte Belastungen – etwa durch Treibhausgasemissionen, Abholzung oder Umweltverschmutzung –, bei deren Überschreiten bereits kleine zusätzliche Veränderungen große, möglicherweise abrupte und schwer umkehrbare Veränderungen in Bestandteilen des Erdsystems auslösen können.
Der wissenschaftliche Kurzbericht beleuchtet den aktuellen Stand der Forschung zu Kippsystemen, darunter Eisschilde, Ozeanzirkulationen und große Biome wie der Amazonas-Regenwald. Obwohl weiterhin Unsicherheiten hinsichtlich des genauen Zeitpunkts und der Schwellenwerte einzelner Kipppunkte bestehen, kommt der Bericht zu dem Schluss, dass die Kipppunkt-Risiken mit jeder zusätzlichen globalen Erwärmung zunehmen. Der Global Tipping Points Report 2025 kam zu dem Ergebnis, dass die globale Erwärmung den geschätzten Kipppunktbereich für tropische Korallenriffe wahrscheinlich bereits überschritten hat. Andere Bestandteile des Erdsystems, darunter der Grönländischer Eisschild und der Amazonas-Regenwald, könnten bereits bei einer Erwärmung von unter 2 °C Kipppunkt-Risiken ausgesetzt sein.
Eine zentrale Botschaft des Berichts lautet, dass sich Kipppunkt-Risiken von vielen Umweltrisiken unterscheiden, die üblicherweise durch internationale Governance-Rahmenwerke adressiert werden. Dem Bericht zufolge erfordern Kipppunkt-Risiken politische Ansätze, die langfristige Veränderungen vorausschauend berücksichtigen und Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Teilen des Erdsystems einbeziehen können.
Die Veröffentlichung folgt auf eine Rede von António Guterres während der London Climate Action Week am 23. Juni, in der er vor Risiken wie dem Verlust von Korallenriffen, dem Abschmelzen von Eisschilden und dem Anstieg des Meeresspiegels warnte.
Der wissenschaftliche Kurzbericht ist Teil der Arbeit des Wissenschaftlichen Beirats des UN-Generalsekretärs, der unabhängige wissenschaftliche Beratung zu Fragen von globaler Bedeutung bereitstellt.
Link zum Wissenschaftsbericht:
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