NASA-geführte Forschung zum Meeresspiegelanstieg mit PIK-Beitrag: Globaler Vergleich der prognostizierten Massenverluste von Eisschilden

18.09.2020 In einem internationalen Zusammenschluss haben mehr als 60 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, darunter mehrere Forschernde des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), umfangreiche Analysen zum künftigen Massenverlust der Antarktis und Grönlands erstellt.
NASA-geführte Forschung zum Meeresspiegelanstieg mit PIK-Beitrag: Globaler Vergleich der prognostizierten Massenverluste von Eisschilden
Eisschelfe in der Antarktis, wie hier das Getz-Schelfeis, reagieren empfindlich auf die Erwärmung der Meerestemperaturen. Kredit: NASA/Jeremy Harbeck

Das ISMIP6 Ice Sheet Model Intercomparison Project, das vom Goddard Space Flight Centre der NASA in Maryland, USA, geleitet wird, untersucht in Computersimulationen, wie Eisschilde auf die globale Erwärmung reagieren. Die Ergebnisse werden im nächsten IPCC-Bericht eine entscheidende Rolle spielen. Mit ihrer ISMIP6 Begleitstudie tragen die PIK Forschenden Reese et al. wichtige Erkenntnisse für die zukünftige Entwicklung des antarktischen Eisschildes bei. Ronja Reese erläutert: "Mit unserer Modellierungsstudie zeigen wir, dass der Massenverlust, den wir bis heute in der Antarktis beobachtet haben, den Eisschild in den kommenden Jahrzehnten auf eine Bahn mit höherem Massenverlust bringen könnte. Darüber hinaus stellen wir fest, dass die Hauptunsicherheit in Bezug auf den künftigen Beitrag der Antarktis zum Anstieg des Meeresspiegels darin besteht, um wie viel das ozeanbedingte Abschmelzen zunehmen wird. Größere Veränderungen stellen hierbei in Zukunft ein erhebliches Risiko für Küstenstädte dar". Die Begleitstudie hebt zwei entscheidende Elemente hervor, die bei der Beschreibung des antarktischen Eisverlusts und damit des potenziell gefährlichen Anstiegs des Meeresspiegels eine wichtige Rolle spielen: die historischen Bedingungen und die Erwärmung der Ozeantemperaturen, die aufschwimmendes Eis von unten schmelzen lassen. Anders Levermann fasst zusammen: "Die Antarktis birgt aufgrund der Unsicherheit ihrer Reaktion auf die vom Menschen verursachte Erwärmung ein enormes Risiko für den künftigen Meeresspiegelanstieg. Unsicherheit kann hier kein Grund zum Abwarten sein - sie ist vielmehr ein Grund für dringendes Handeln. Wir wissen bereits, dass etwas geschehen wird -wir wissen nur nicht, wie schlimm es werden wird".

ISMIP6 Begleitstudie
Reese, R., Levermann, A., Albrecht, T., Seroussi, H., and Winkelmann, R.: The role of history and strength of the oceanic forcing in sea level projections from Antarctica with the Parallel Ice Sheet Model. The Cryosphere. DOI: 10.5194/tc-14-3097-2020

Weblink: https://tc.copernicus.org/articles/14/3097/2020/

Weblink zur NASA Studie: https://sealevel.nasa.gov/news/194/emissions-could-add-15-inches-to-sea-level-by-2100-nasa-led-study-finds?fbclid=IwAR1nvg0DvBb8Qkv_U0w9Ta3o9R-GLqz9cWTW8pQRnT3w0s6ogwcjnEIVmlg

 

Kontakt für weitere Informationen:
Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, Pressestelle
Telefon: +49 (0)331 288 2507
E-Mail: presse@pik-potsdam.de
Twitter: @PIK_Klima
www.pik-potsdam.de