Klimaanpassung im föderalen System: Wissenschaftsplattform Klimaschutz legt neues Politikpapier vor

23.03.2026 - Die Wissenschaftsplattform Klimaschutz (WPKS) hat ein neues Politikpapier zur Klimaanpassung in Deutschland veröffentlicht. Unter dem Titel „Klimaanpassung im föderalen System – Planung, Koordination, Finanzierung“ formuliert das Gremium – in dem auch Ottmar Edenhofer, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), vertreten ist – zentrale Empfehlungen, wie Anpassungsmaßnahmen angesichts zunehmender Klimarisiken besser geplant, koordiniert und finanziert werden können.
Klimaanpassung im föderalen System: Wissenschaftsplattform Klimaschutz legt neues Politikpapier vor
Klimaanpassung besser steuern: WPKS zeigt, wie Planung, Koordination und Finanzierung im föderalen System gestärkt werden können. Foto: Adobe Stock / Oulaphone

Das Politikpapier richtet den Fokus auf die Anpassung an den Klimawandel im föderalen System in Deutschland. Untersucht werden dabei vor allem Herausforderungen bei Planung, Koordination und Finanzierung von Anpassungsmaßnahmen. Zusätzlich werden mögliche Wechselwirkungen zwischen Anpassungsmaßnahmen und CO₂-Entnahme betrachtet. Ziel ist es, einen Beitrag zur Weiterentwicklung einer langfristig tragfähigen und wirksamen Anpassungspolitik in Deutschland zu leisten. Insgesamt enthält das Papier 18 konkrete Handlungs- und Forschungsempfehlungen. Dazu gehören unter anderem:

Planung und Koordination der Anpassungspolitik

Die WPKS sieht insbesondere bei der strategischen Planung von Klimaanpassung Verbesserungsbedarf. Zwar verpflichten bestehende Regelungen Bund, Länder und Kommunen zur Entwicklung von Klimarisikoanalysen und Anpassungsstrategien. In zentralen Fragen, etwa zu zugrunde liegenden Klimaszenarien oder zum angestrebten Schutzniveau, bleiben die Vorgaben laut WPKS jedoch bislang zu unkonkret. Die Plattform empfiehlt daher, Anpassungsstrategien bundesweit stärker zu harmonisieren und klare Leitlinien für Planung und Zieldefinition zu entwickeln.

Finanzierung von Klimaanpassungsmaßnahmen und Finanzierungsinstrumente

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Finanzierung von Klimaanpassung. Laut WPKS werden bestehende Bedarfe bislang nicht ausreichend adressiert. Förderprogramme allein reichten nicht aus, um Planungssicherheit und langfristige Investitionen zu gewährleisten. Stattdessen plädiert die Plattform für einen Instrumentenmix, der sowohl bundeseinheitliche Steuerung als auch die Eigenverantwortung von Ländern und Kommunen berücksichtigt.

Wechselwirkungen zwischen Klimaanpassung und CO₂-Entnahme

Erstmals rückt die WPKS auch die Verbindung zwischen Klimaanpassung und CO₂-Entnahme (Carbon Dioxide Removal, CDR) in den Fokus. Je nach Ausgestaltung können entsprechende Maßnahmen Synergien schaffen, aber auch Zielkonflikte verstärken. Die Plattform sieht hier erheblichen Forschungsbedarf und empfiehlt, politische Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass Wechselwirkungen systematisch berücksichtigt werden.

Das Politikpapier ist ab sofort verfügbar. Das zugrunde liegende Gutachten wird Ende März veröffentlicht.

Als unabhängiges Expert:innengremium stellt die WPKS wissenschaftliche Expertise für die Bundesregierung bereit. Lenkungskreismitglieder sind neben PIK-Direktor Ottmar Edenhofer Karen Pittel (ifo Institut), Sabine Schlacke (ifEUS) und Holger Hanselka (Fraunhofer Gesellschaft). Die WPKS wird durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert.

Link zum Gutachten:

Verfügbar ab dem 27.03.2026

Kontakt:

Projektkoordination der Wissenschaftsplattform Klimaschutz
Tel: +49 331 288 2519
E-Mail: wpks@pik-potsdam.de
Web: www.wissenschaftsplattform-klimaschutz.de