EU-Emissionshandel: Wichtig sind langfristige Minderungsziele, nicht kurzatmige Interventionen

 

16.04.2013 - Heute hat das EU-Parlament über den Europäischen Emissionshandel (ETS) beraten und den Vorschlag der Kommission, CO2-Verschmutzungsrechte vorübergehend aus dem Markt zu nehmen ("backloading"), abgelehnt.

Dazu Ottmar Edenhofer, Vize-Direktor und Chef-Ökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung:

Die Tatsache, dass der Vorschlag des „backloading“ abgelehnt wurde, macht es umso wichtiger, jetzt glaubwürdige Ziele für 2030 zu setzen. Der derzeitige Preisverfall mag langfristig die Investoren für emissionsreduzierende Techniken entmutigen. Dennoch sollte man nicht ad hoc in den Markt eingreifen. Viel wichtiger ist die Vereinbarung eines ehrgeizigen Minderungsziels für 2030 und eine Reform des ETS voranzutreiben unter Einbezug aller Sektoren. Wenn dieses Ziel glaubwürdig angekündigt wird, wird der Preis steigen und die Investoren dazu veranlassen, in emissionsmindernde Techniken zu investieren. Auch dann sollte nicht auf dem Markt interveniert werden, um den Preis zu senken – und so sollte man auch jetzt nicht eingreifen. Wichtig sind langfristige Minderungsziele, nicht kurzatmige Interventionen.