Erklärung von Expertinnen und Experten fordert die Anerkennung der Zusammenhänge zwischen Klimawandel und Konflikten

 
27.04.2022 - Führende Persönlichkeiten aus den Bereichen Klimawissenschaft, Friedensförderung und Sicherheit, darunter die PIK-Direktoren Johan Rockström und Ottmar Edenhofer, haben sich in einer gemeinsamen Erklärung dafür ausgesprochen, dass die Zusammenhänge zwischen Klimawandel und Konflikten in ein breites Spektrum politischer Entscheidungen und Programme einfließen sollen.
Erklärung von Expertinnen und Experten fordert die Anerkennung der Zusammenhänge zwischen Klimawandel und Konflikten

"Der IPCC-Bericht zeigt deutlich, dass der Klimawandel das Risiko von Konflikten erhöht. Nur wenn wir die komplexen Wechselwirkungen zwischen Klimawandel und Sicherheit in unserer Politik und unseren Maßnahmen berücksichtigen, werden wir in der Lage sein, Frieden und Widerstandsfähigkeit in einem sich wandelnden Klima zu fördern", erklärt PIK-Direktor Johan Rockström.

Neben den beiden PIK-Direktoren haben weitere hochrangige sicherheitspolitische Akteurinnen und Akteure wie Wolfgang Ischinger, ehemaliger Präsident der Stiftung Münchner Sicherheitskonferenz, und Laurence Tubiana, Präsidentin und CEO der European Climate Foundation, die Erklärung unterzeichnet. Darin werden die Entscheidungsträger aufgefordert, die Ergebnisse des im Februar veröffentlichten IPCC-Berichts über Auswirkungen, Anpassung und Verwundbarkeit zum Thema Klimawandel und Konflikte zu berücksichtigen. Nach der Veröffentlichung des Berichts haben einige politische Akteure diese Ergebnisse zu sehr vereinfacht und heruntergespielt und damit impliziert, dass sich die Politik der Friedensförderung nicht mit dem Klimawandel befassen sollte.

Die gemeinsame Erklärung enthält Empfehlungen, wie der Kampf gegen den Klimawandel und die Bemühungen zur Konfliktverhütung und -bewältigung besser zusammengedacht werden können. "Den Zusammenhang zwischen Klima und Sicherheit anzuerkennen ist ein wesentlicher Bestandteil der Klimagerechtigkeit", heißt es weiter: "Die internationale Gemeinschaft sollte alles in ihrer Macht Stehende tun, um diejenigen, die am wenigsten zur Klimakrise beigetragen haben und bereits jetzt den größten Risiken für ihr Leben und ihre Existenzgrundlage ausgesetzt sind, vor der schrecklichen Aussicht auf einen gewaltsamen Konflikt zu schützen.

Die Erklärung wird vom Institut für Sicherheitsstudien (ISS) unterstützt sowie folgenden Personen:

  • Adriana Erthal Abdenur, Co-Founder and Executive Director, Plataforma CIPÓ
  • Alexander Carius, Director, adelphi
  • Adam Day, Director of Programmes, Centre for Policy Research—United Nations University
  • Prof. Dr. Ottmar Edenhofer, Director, Potsdam Institute for Climate Impact Research (PIK)
  • Comfort Ero, President & CEO, International Crisis Group
  • Shenggen Fan, Professor at the College of Economics and Management at China Agricultural University, Beijing
  • Andrew Gilmour, Executive Director, Berghof Foundation
  • Christophe Hodder, first United Nations Climate Security and Environmental Advisor to Somalia
  • Dr. Saleemul Huq, Director, International Centre for Climate Change and Development, Independent University Bangladesh
  • Michael Keating, Executive Director, European Institute of Peace
  • Peter Laderach, Co-lead CGIAR FOCUS Climate Security, CGIAR
  • Ambassador (ret.) Wolfgang Ischinger, President of the Foundation Council, Munich Security Conference Foundation
  • Ottilia Anna Maunganidze, Head of Special Projects, Office of the Executive Director, Institute for Security Studies
  • General Tom Middendorp, Chairman International Military Council on Climate and Security (IMCCS)
  • Coral Pasisi, Senior Advisor to Director General of the SPC, The Pacific Community (SPC)
  • Laurence Tubiana, President and CEO, European Climate Foundation
  • Prof. Dr. Johan Rockström, Director, Potsdam Institute for Climate Impact Research (PIK)

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