Papst Franziskus beruft Edenhofer als Berater zu „ganzheitlicher Entwicklung des Menschen“

12.01.2021 - Ottmar Edenhofer wird künftig das „Dikasterium für den Dienst zugunsten der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen“ des Vatikans beraten. Der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) wurde von Papst Franziskus berufen, der die Behörde erst vor wenigen Jahren ins Leben rief. Auftrag des Dikasteriums ist die Stärkung von Gerechtigkeit – insbesondere für Flüchtlinge und Staatenlose, die ihre Heimat aufgrund von Gewalt, wirtschaftlichen Krisen oder Naturkatastrophen verlassen mussten, sowie für Kranke und Arme.
Papst Franziskus beruft Edenhofer als Berater zu „ganzheitlicher Entwicklung des Menschen“
PIK-Direktor Ottmar Edenhofer (Foto: Photothek)

„Durch die Destabilisierung unseres Klimas ausgelöste Wetterextreme treiben bereits heute weltweit Migrationsbewegungen an. Dürren können schwelende Konflikte gewaltsam aufflammen lassen und Ernteausfälle die Nahrungsmittelpreise in die Höhe treiben“, kommentiert Edenhofer seine Berufung. „Leider ist zu befürchten, dass bei einer weiteren fortschreitenden Erwärmung des Planeten Migration und Konflikte weiter zunehmen werden. Die Klimafrage ist ganz fundamental auch eine Gerechtigkeitsfrage. Es ist deshalb eine große Ehre und Verantwortung zugleich, den Heiligen Stuhl in diesen wichtigen Belangen wissenschaftlich zu beraten.“

Unter Edenhofer, der auf dem Höhepunkt des Jugoslawien-Konflikts Anfang der 1990er Jahre die Leitung der Flüchtlingshilfe der Jesuiten in Kroatien und Bosnien leitete, ist die Erforschung und Entschärfung von klimabedingten Migrations- und Konfliktfaktoren zu einem der wichtigsten Forschungsthemen des PIK geworden. Parallel dazu ist spätestens seit der 2015 von Papst Franziskus vorgestellten Enzyklika „Laudato Si“ zu Ungleichheit und Nachhaltigkeit, die auf Erkenntnissen der Klimawissenschaft basiert, Klima- und Umweltschutz ein Kernanliegen des Vatikans geworden. Zur Entstehung der Enzyklika hatte unter anderem auch Edenhofer beigetragen.

Sobald ein Abklingen der Corona-Pandemie es zulässt, soll das Plenum der rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umfassenden Behörde wieder in regelmäßigen Abständen im Sitz in Palazzo di San Callisto in Travestere zusammenkommen, um Lösungen für aktuellen Krisenherde zu diskutieren.

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