
| Virtuelle Temperatur | Humidex |
|---|---|
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| +8.6 d/°C | +6.4 d/°C |



Hitzewellen sind überregionale Phänomene, die durch eine hohe Gleichzeitigkeit charakterisiert sind. Sie entwickeln sich absehbar langsam.

| Zirkulationsmuster | Temperaturmuster |
|---|---|
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Kritische Großwetterlagen sind Auslöser von Hitzewellen.








| klimatologisch | meteorologisch | physiologisch |
|---|---|---|
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| Ozean | Atmosphäre | Mensch |

| 1961-1990 | 1991-2020 | 2021-2050 |
|---|---|---|
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| +5°C – +10°C | +10°C – +15°C | +15°C – +20°C |




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| heute | morgen |
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Guten Tag Mein Name ist Peter Hoffmann und arbeite seit 2012 am PIK in der Arbeitsgruppe Hydroklimatische Risiken. Mein Schwerpunkt befasst sich mit dem regionalen Klimawandel und der Veränderung meteorologischer Phänomene. In meinem Vortrag möchte ich Ihnen das Phänomen der Hitzewellen näher bringen. Sie sehen hier die Großwetterlage, die Ende Juni zu Rekordtemperaturen in Westeuropa geführt hat. Dabei strömten extreme heiße Luftmassen aus Süden zu uns. Heiß und trocken war entsprechend die Witterung in vielen Landesteilen. Es macht deutlich, dass lokalen Wetterphänomene in der Regel einen großräumigen Kontext besitzen.
Die Auswirkungen waren lokal spürbar. Die Abbildung hier zeigt die Temperaturvariabilität der letzten 2 Jahre bezogen auf einen klimatischen Kontext der Periode 1961-1990. Die resultierenden Temperaturabweichungen lassen sich bezogen auf mittleren Jahresgang darstellen. Deutlich erkennbar ist die Dominanz von positiven Abweichungen. Im Mittel ergibt sich daraus eine Abweichung von knapp 2°C. Die höchste Abweichung von knapp 10 Grad fällt mit dem Zeitpunkt der markanten Hitzewelle Ende Juni 2026 zusammen.
Zur Gegenüberstellung der Temperaturverhältnisse nutzt man Werteverteilungen, welche die Form einer Gaussverteilung besitzen. In einem wärmeren Klima verschiebt sich die Verteilung hin zu höheren Werten. Schaut man auf den rechten Rand der Verteilung bedeutet dies eine höheren Wahrscheinlichkeit für Extremwerte. Nicht nur das. Die klimatische Verschiebung der Verteilung verändert auch die Wettervariabilität. Hierfür spielen indirekte Effekte eine wichtige Rolle, die maßgeblich durch dynamische Faktoren Veränderungen ausgelöst werden. Die Wettervariabilität nimmt zu, weil der gemäßigte Witterungseinfluss vom Nordatlantik häufiger als bislang blockiert wird.
Am Beispiel der Potsdamer Klimamessreihe set 1893 lässt sich die Entwicklung der Jahreshöchsttemperaturen gut illustrieren. Lagen die Werte vor 1960 noch deutlich unter 38°C sehen wir in den letzten Jahrzehnten eine Häufung von Werte darüber. Eine Frage der Zeit bis die 40 Grad überschritten wird. 2026 war es dann soweit. Der alte Rekord wurde deutlich geknackt. Da die Jahreshöchstwerte meist durch ähnliche Wetterlagen ausgelöst werden, sieht man gut, wie sich die Intensität von Hitzeextremen lokal verändert hat.
Es war ausreichend Zeit sich aus eine solche Wetterlage vorzubereiten. Bereits knapp eine Woche vorher war die Entwicklung der Hitzephase bereits absehbar. Unmittelbar vorher wurden die Vorhersagen noch präziser. Es hätte auch noch intensiver kommen können.
Schaut man auf langfristige Zusammenhänge von klimatologischen Größen wird deutlich, das mit jedem Grad mittleren Temperaturanstieg auch Extremtage zunehmen. Aus der Vergangenheit lernen bedeutet, dass im Fall von Potsdam 5 Hitzetage dazukommen, wenn die Jahresmitteltemperatur um 1 Grad ansteigt. Berücksichtigt man nur die letzten Jahrzehnte können es auch mehr sein. Hinzu kommt die wachsende Streuung der Werte.
Ähnliche Zusammenhänge sind Erkennbar, wenn man Indikatoren betrachtet, die zudem die Hitzeempfindung berücksichtigen. Dazu zählt der Humidex, der auch die Feuchteverhältnisse berücksichtigt. Denn je schwüler das Empfinden, desto schwerer fällt es dem Körper den Wärmehaushalt zu regulieren. Eines wird deutlich, das egal welcher Indikator, eine Zunahme der Belastung mit steigender Mitteltemperatur anwächst.
<small> ### **Statistische & Absolute Kennzahlen** * absolut gemessenen Spitzenwerte der Temperatur (41.8°C – 27. Juni 2026 – Sachsen-Anhalt) * definierte Grenzwerte (Deutschlandmittel ca. 22 Hitzetage) * ortsspezifische Seltenheitswerte ($T_{max}$ bzw. $T_{min}$ lagen Ende Juni im Bereich des 99. Perzentil) * zeitliche Abweichung vom Normalzustand (Tagesmittel-Anomalie lag bei +10 K) ### **Zeitliche & Räumliche Dynamik** * zeitliche Dauer und Verweildauer ($T_{min}$=29,4°C in Sachsen) * geografische Ausmaß * natürliche Schwankung und Trends * statistische Wiederkehrzeit (Extremwerte von > 41°C haben in DE Jährlichkeiten von >> 100 Jahren) ### **Wirkung & Klimabezug** * tatsächliche Auswirkung von Hitze auf den menschlichen Körper * Verstärkungsmaß durch anthropogene Faktoren </small>
Hitzewellen gehören zu den großskaligen Phänomenen. Anders als Starkregen sind sie meißt überregional und können Tage bis Wochen andauern. Die Entwicklung zeichnet sich bereits mehrere Tage im voraus in Vorhersagen ab und ermöglichen so eine unmittelbare Sensibilisierung der Bevölkerung und Akteuren.
Mit der entsprechenden Großwetterlage sind charakteristische Temperaturmuster verknüpft, die durch den Transport von Luftmassen verstärkt werden. Im Fall einer Omega-Wetterlage strömen rückseitig im Sommer heiße Luftmassen aus dem Mittelmeerraum weit nach Norden. Je höher die Mitteltemperaturen, desto intensiver können Hitzewellen ausfallen.
Hitzewellen ausgelöst durch Hochdruckwetterlagen sind Teil der natürlichen Wettervariabilität. In mittleren Breiten dominiert der Westwindeinfluss vom Nordatlantik. Er unterbindet, dass sich stabile Hochdruckwetterlagen im Sommer zu gefährlichen Hitzewellen aufschaukeln. Dann bleiben kalte Luftmassen im Norden und warme Luftmassen im Süden.
Durch den Klimawandel entstehen Erwärmungskontraste, die indirekt auf die Wettervariabilität wirken. Der Jetstream ist bekanntlich dafür sensitiv. Denn verringert sich der Gegensatz zwischen Pol und Äquator verlangsamt es den dominanten Westwindeinfluss. Die hat zu Folge, dass vor allem im Sommer Wetterlagen länger anhalten. Dann können eben Hitzewellen über den direkten Temperatureffekt an Schwere zunehmen.
Bereits heute beobachten wir häufiger, dass der Einfluss vom Nordatlantik blockiert wird. Damit verbunden werden vermehrt Luftmassentransporte über Breitenkreise und Klimate angestoßen. Diese führt eben dazu, dass kalte Luftmassen nach Süden und warme Luftmassen weit nach Norden ausbrechen können. Das begünstigt Wetterextreme.
Welche absehbaren Konsequenten hat das für uns. Dazu vergleichen wir mal die Verteilung von Hitzetagen in der Vergangenheit und Gegenwärtig. 1. Der Mittelwert hat sich verdoppelt. 2. Die Verteilung heute ist verschoben, deutlich breiter und hat sich nach oben geöffnet. 3. Durch den Temperatureffekt allein nicht zu erklären. 4. Der Sommer 2026 markiert den aktuellen Höchstwert der Verteilung.
Die Hitzewelle Ende Juni belegte den Rang 5 im Vergleich zu historischen Hitzewellen in Europa bezogen auf die Andauer, Intensität und Fläche. Alle Hitzewellen nach 2001 sind orange markiert. Davor erfüllten nur 3 Hitzewellen von insgesamt 25 das Kriterium. Abweichungen von über 10 Grad gegenüber Normalbedingungen.
Es das Zusammenspiel von verschiedenen Effekten, die das Ausmaß von Hitzewellen prägen. klimatologisch: höhere Mittelwerte aus Ausgangspunkt meteorologisch: kritische Wetterlagen, die den Zustrom aus Süden steuern