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Regionale Klimaveränderungen

Physikalische Grundlagen und Folgen

P. Hoffmann (AG: Hydroklimatische Risiken)

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https://www.pik-potsdam.de/members/peterh


Klimawandel: Eine Summe physikalischer Naturgesetze

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Forschungsabteilungen und Arbeitsgruppen


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Profil: Die Meteorologie des Klimawandels


Wie verändert der Klimawandel unser gewohntes Wetter und Jahreszeiten?

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https://www.youtube.com/watch?v=5rCk3iGgmks

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1. Wetterdatenerfassung

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Wetterdatenerfassung

mehr als 10000 Bodenwetterstationen weltweit, die längsten in Mitteleuropa seit ca. 1800.

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Messnetz des DWD

Synoptische-/Niederschlagsstationen Meteorologische Station: Potsdam seit 1893

Seit 1961 werden von ca. 220 Klima- und ca. 1000 Niederschlagsstationen tägliche Messdaten erfasst: Potsdam umfasst auch Tiefentemperaturmessungen bis 12 m.

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Zustandsgrößen in Bodennähe

nahe Boden Einheit Messgeber
Temperatur (Max./Min.) °C Thermometer (Quecksilber, PT100)
Niederschlag mm Hellmann (Ø 16 cm, max. 200 mm), Radar
Luftdruck hPa Barometer
Relative Luftfeuchte % Psychrometer (Trocken- u. Feuchttemp.)
Spezifische Luftfeuchte kg/kg abgeleitet
Dampfdruck hPa abgeleitet
Taupunkt °C abgelietet
Windgeschwindigkeit m/s Anemometer (mechanisch o. Ultraschall)
Globalstrahlung Pyranometer
Sonnenscheindauer h Campbell-Stoke Glaskugel, Photodiode
Bedeckungsgrad /8 visuell, Kamera
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Daten-Assimilation & Datenprodukte

Prinzip der Echzeiterfassung von Daten zur Atmosphärenbeobachtung seit 1979 Datenprodukte für die Klima- und Klimafolgenforschung auf Gitterpunkten (0.5°x0.5°)
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Statistische Kennzahlen

Kennzahlen Formel Erläuterung
Zeitreihen Tages- u. Jahresgang, Flukt., Trends
Mittelwert auch Erwartungswert
Standardabweichung Mittlere Streuung um Mittelwert
Trend Least-Square-Regression
Residuen Abweichung vom Trend
Histogramm Anzahl von Werten je Klasse b
Perzentile/Extremwerte
Korrelation Zusammenhangsanalyse
Gradient räumliche Änderungen
Spektrum Fouriertransformation Amplitude je Schwingung
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Klimakennzahlen

Kennzahlen Parameter Erläuterung
Jahres-,Jahreszeit.-,Monatsmittel Temperatur mittlerer Zustand
Jahres-,Jahreszeit.-,Monatssumme Niederschlag akkumulierter Niederschlag
Sommertag Tage mit angenehmer Wärme
heißer Tag Tage mit starker Hitze
Tropennacht Nächte ohne spürbare Abkühlung
Eistag Tage mit Frost am Tage
Frosttag Tage mit Nachtfrost
schwüler Tag Tage mit hohem Dampfdruck
heftiger Starkregentag Berlin-Tegel: 108,3 mm/d (25.08.2006)
Trockentag Tag ohne nennenswerten Niederschlag
Großwetterlagen Zirkulationstypen subjektive Klassifikation
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Darstellungsformen

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2. Atmosphärische Zirkulation

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Struktur der Atmosphäre und Zusammensetzung

Struktur Zusammensetzung

Abnahme der Temperatur in der Troposphäre bis zur Tropopause (ca. 10km). Der Anteil der Spurengase wie liegt bei weniger als 1% (400 ppm)

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Strahlungshaushalt

Spektrum Bilanz

, und besitzen hohe Strahlungswirkung im thermischen Spektralbereich: Treibhauseffekt durch atmosphärische Gegenstrahlung. Ohne diesen, hätte die Erde eine Effektivtemperatur .

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Allgemeine Zirkulation & Corioliseffekt

Zirkulation Erdrotation

Differentielle Erwärmung der Atmosphäre führt zu Ausgleichsbewegungen: Aufsteigen in den Tropen und Absinken an den Polen. Die Wirkung der Erdrotation bewirkt die Bildung mehrerer Zellen, Starkwindbändern in der Höhe und dem Passatwind am Boden

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Räumliche- und zeitliche Skalen

Hitzewellen (~1000km,~Wochen), Hochwasser (~100km,~Tage), Gewitter (<10km,~Stunden)

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Großwetterlagen über Europa

Sie beschreiben mögliche Formen der Luftströmung, Zugbahnen und Druckkonstellationen über Europa. Jede Großwetterlage ist für jeden Ort und zu jeder Jahreszeit mit charakteristischen Witterungsmerkmalen verknüpft.

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3. Klimatische Veränderungen

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Komponenten im Klimasystem

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Global Warming Index

CO2 ~ GMT Global Warming Index

Hoher Zusammenhang zwischen beobachteter Entwicklungen der globalen Mitteltemperatur und der CO2 Konzentration: Aktuell beträgt die globale Erwärmung +1.25°C gegenüber 1850-1900

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Signatur des Treibhauseffekts

Änderung von Temperaturkontrasten Troposphärische Erwärmung
Signatur des sich Abschwächenden Golfstroms Stratosphärische Abkühlung
weniger Wärmestrahlung verlässt die Atmosphäre
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Kippelemente im Klimasystem

  • Kippelemente im Klimasystem sind gegenüber einer gobalen Erwärmung um mehr als 2 Grad sehr anfällig.

  • Verändern sich diese, hat das massive Folgen auf das Gesamtsystem und dessen Stabilität.

  • Die Änderungen sind über Jahrtausende irreversibel

  • Beispiele:

    • Grönlandeis
    • Arktische Sommermeereis
    • Golfstrom
    • Jetstream
    • Amazonas Regenwald
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Jetstream

Im Sommerhalbjahr können derartige Wellenstrukturen an Ort und Stelle verharren. Aus ein paar sonnige Tagen können sich dann Hitzewellen und aus dem erhofften Regen Überschwemmungen entwickeln. (und das zeitgleich an mehreren Orten)

© Scientific American
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Persistenz von Wetter-/Strömungsmustern

© Hoffmann et al. 2021

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Folge dynamischer Veränderungen


Zeitgleiches Auftreten mehrerer Wetterextreme in mittleren Breiten

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Folge thermodynamischer Veränderungen

Verdunstung Niederschlagsrekorde

Mit steigenden Temperaturen steigt die Hemmschwelle für flächendeckenden Landregen: Weltweit nehmen Rekordniederschläge zu

© Lehmann et al. 2015
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Atmosphäre als Schwamm


Clausius-Clapeyron: pro 1°C Temperaturzunahme – Anstieg des Wasserdampfgehalts um 7%

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Flutkatastrophe im Juli 2021

Zu viel Regen über kritischem Gelände

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Arktisches Meereis

Immer häufiger liegen Jahresverläufe am Unterrand der natürlichen Schwankungsbreite. In wenigen Jahrzehnten könnte es im August-Okober kein arktisches Meereis mehr geben.

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Meeresspiegelanstieg

Langfristige Stabilisierung des Klima mit Folgen für den Meeresspiegelanstieg: +1°C (ca. +2m), +2°C (ca. +5m), +4°C (ca. 10m)

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4. Klimawandel vor Ort

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Temperaturtrend vs Lebenslinie

© Hoffmann, 2017
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Verteilung und Anomalien

Temperaturverteilung Anteil zu warmer/kalter Monate

Monatsmittel fallen heute im Schnitt häufiger zu warm aus als zu kalt

Potsdam
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Erwartungshorizonte Hitzetage

© Hoffmann 2024 (BMG)
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Summenverläufe

Temperatursummen Regensummen

Aktuelle Witterungsverläufe im zeitlichen und klimatologischen Kontext

Potsdam
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Grundwasserneubildung

Trotz gleichbleibender Jahresniederschläge sinkt die Grundwasserneubildung, weil die Verdunstung mit steigenden Temperaturen zunimmt.

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5. Klimaszenarien für Deutschland

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Emissionspfade – Erwärmungspfade

RCP2.6: Klimaschutz-Szenario (2°) RCP8.5: Weiter-Wie-Bisher-Szenario (4°)

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Regionalisierung

Regionalisierung globaler Klimamodellsimulationen (100x100km) durch regionale Klimamodelle für Europa (12x12km).

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Jahresmitteltemperatur Hitzetage
Eistage Regenintensität
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Hitze, Starkregen & Modellunsicherheiten

Entwicklung der Anzahl der Starkregentage über der Anzahl der Hitzetage in Deutschland: hohe Richtungseinigkeit bei gleichzeitig großer Bandbreite

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Deutschland in Zahlen: 2071-2100 vs 1971-2000

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Klimatische Verschiebungen

© UBA, 2021
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6. Klimawirkung

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Dürre & Waldsterben

Dürremonitor Trockenstress

Langanhaltende und häufig wiederkehrende Hochdruckwetterlagen führen über Wochen bis Monate zu einem Bodenfeuchtedefizit und Trockenstress bis in tiefe Bodenschichten.

© UFZ, Dürremonitor
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Landwirtschaft: Bsp. Winterweizen

Der Ertrag von Winterweizen lag 2018 bis zu 50% niedriger als im langjährigen Mittel (links) und lokal noch unter dem Ertrag von 2003 (rechts)

© Conrath et al., 2019
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Hydrologie: Bsp. Donau

Gesamtabfluss Hochwasser

Sowohl Hoch- und Niedrigwasserphasen im deutschen Teil der Donau nehmen zu: kürzere Wiederkehrzeiten von bislang 100-jährigen Hochwasserereignissen.

© Hattermann et al., 2018
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Gesundheit: Bsp. Mortalität



Sterberate über Mitteltemperatur: Berlin

  • alle Altersgruppen
  • Normierung der Anzahl pro 1 Million Einwohner und Tag
  • flacher Anstieg der Mortalität mit sinkenden Temperaturen
  • steilerer Anstieg der Mortalität mit steigenden Temperaturen
  • Optimum Temperatur bei 21°C
  • Assoziation mit den Folgen des Klimawandel
© Scherer et al., 2015
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Wirkungskette und Anpassungmatrix

© Scheffran et al., 2015
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Klima- & Klimafolgendienste

https://klimadolgenonline.com

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Fazit

  • Welche zukünftigen Entwicklungen sind sicher?

    • Verstärkung des natürlichen Treibhauseffekts durch steigende CO2
      Konzentrationen in der Atmosphäre (Faktor Mensch)
    • steigende Temperaturen, Gletscherschwund, Meeresspiegelanstieg
    • weltweit höhere Neigung zu Extremwetter
    • klimatische Verschiebungen
  • Welche zukünftigen Entwicklungen sind unsicher?

    • Veränderungen von Strömungsmustern
    • Veränderungen von jahreszeitlichen Rhythmen und Regenmustern
    • Klimafolgen erster Ordnung: Witterungsverläufe
    • Klimafolgen höherer Ordnung: sektorale Klimawirkung
  • Klar ist:

    • ambitionierter Klimaschutz ist notwendig, um die Erderwärmung auf ein Niveau zu begrenzen, bei denen die Folgen noch beherrschbar bleiben
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NOAA; CimateExplorer; Deutscher Klimaatlas; Impact2C; Climate4You; Klimafolgenonline

### Klimatologien für Deutschland (1971-2000) Hitzetage|Eistage|Starkregentage ---|---|--- ![h:400 w:350](./img/heta_beo.png)|![h:400 w:350](./img/eist_beo.png)|![h:400 w:350](./img/rr30_beo.png) $T_{max}>30°C$|$T_{max}<0°C$|$Pr>30mm/d$

### Nordatlantische Oszillation (NAO) ![h:440 w:1100](./img/nao.gif) _charakterisiert die großräumigen Druckverhältnisse über dem Nordatlantik: Wetterbestimmend für Mitteleuropa (**NAO+** unbeständige Witterung in Mitteleuropa)_

### Kritikalität von Stömungsmustern Temperatur|Niederschlag|Windgeschwindigkeit ---|---|--- ![h:200 w:350](./img/Berlin_tmax.png)|![h:200 w:350](./img/Berlin_nied.png)|![h:200 w:350](./img/Berlin_wmax.png) ![h:200 w:350](./img/HM.png)|![h:200 w:350](./img/TRM.png)|![h:200 w:350](./img/WZ.png) _Alle Strömungsmuster können **normales Wetter** aber nur wenige neigen auch zu **Extremwetter**_

### Hitzetage und Andauern Anzahl|Andauer ---|--- ![h:350 w:550](./img/Potsdam_heta.png)|![h:350 w:550](./img/heatwave.png) _2018 und 2019 zählten die meisten Hitzetage_|_2020 zählte mit die längste Hitzewelle_ <span style="color:magenta;float:right">Potsdam</span>