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Süring-Haus (PIK)

Hauptgebäude des meteorologischen Observatoriums Potsdam 1893. Ostansicht.Quelle: TU Berlin Architekturmuseum

Zu den wissenschaftshistorisch wertvollen Gebäuden des Telegraphenbergs, die das PIK beherbergen gehört neben dem ehemaligen Astrophysikalischen Observatorium auch das ehemalige Meteorologische Observatorium Potsdam (MOP) mit der Säkularstation (DWD).

Der 1871 in Aussicht genommene Standort auf dem Telegraphenberg wurde zunächst wegen der dezentralen Lage abgelehnt, da das Observatorium als Lehrinstitut im weitesten Sinne leicht zugänglich sein sowie zur Verbreitung der Wetterprognosen in Nähe der Behörden der Hauptstadt liegen sollte. Endlich entschloss man sich 1885 zur Aufteilung: Die nun vom Statistischen Büro unabhängige Zentralstelle mit Archiv bezog die Schinkelsche Bauakademie in Berlin und die Berliner Universität bekam eine Professur für Meteorologie. Der Beobachtungsteil bekam in Potsdam Neubauten: 1892 war das Meteorologische Observatorium fertig, das nun die täglichen Wetterberichte lieferte.

Auf dem flachen Dach des 32 m hohen Turms mit Hochbecken für die eigene Wasserversorgung waren die Windmesser untergebracht. Wegen der Nähe des magnetischen Observatoriums wurde wenig Eisen für den Bau verwendet, weshalb man auf filigrane Eisengeländer verzichtete.

Seinen heutigen Namen verdankt das Haus Reinhard Süring, dem langjährigen Leiter des Meteorologischen Observatoriums Potsdam (1909-1932 und 1945-1950).

Im 2. Weltkrieg, am 21.Juni 1944 erhält das Gebäude des MOP während eines Luftangriffes der Englander 2 Brandbombentreffer, die einen Dachstuhlbrand auslösen. Im Sommer desselben Jahres wurde ein einfaches Holzdach wiederhergestellt. Die durch den Krieg zerstörten Fensterscheiben sind teilweise mit Fotoplatten der Wolkenaufnahmen ersetzt worden.

Im November 1945 wurde nach Befehl des Obersten Chefs der Sowjetischen Militäradministration das Meteorologische Zentralobservatorium Potsdam (MZOP) errichtet.

Nach der Gründung des Meteorologischen Dienstes der DDR (MD) 1950 bestand hier das Hauptobservatorium Potsdam (HOP) bzw. später das Meteorologische Hauptobservatorium (MHO). Seit 1990 war im Gebäde der Deutsche Wetterdienst (DWD) ansässig.

Im Februar 2007 konnte das sanierte Gebäude vom PIK bezogen werden.

Seit Bestehen des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung wurden an diesem Institut mehr als 500 lange meteorologische Reihen auf Tageswertbasis, die vor 1900 beginnen, aus aller Welt zusammengetragen. Diese einmalige Sammlung gibt einen guten und repräsentativen Überblick über die Qualität der weltweit vorhandenen langen Reihen. Man erkennt anhand der Tabelle, dass die meteorologische Reihe der Säkularstation Potsdam die einzige ist, die das gesamte Messprogramm ohne Stationsverlegung, Messunterbrechungen und Instrumentenwechsel durchgeführt hat.

Das Gebäude dient nach wie vor seinen ursprünglischen Zwecken, auch wenn der Deutsche Wetterdienst nur noch im Turm untergebracht ist.

 

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April 2009, Foto: L. Österle

 

einsteinturm.jpg Infotafel Süring-Haus


Homepage der Säkularstation Potsdam
Klimareihe der Säkularstation Potsdam Telegraphenberg. Die Station ist als Repräsentativstation für verschiedene Raum- und Zeitskalen geeignet.

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