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Schutzgebiete Deutschlands im Klimawandel - Risiken und Handlungsoptionen

Finanzierung

F & E Projekt des Bundesamtes für Naturschutz;

FKZ 806 82 270 - K1

Laufzeit: 21.8.2006-20.8.2009

Projektpartner

Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

Prof. Dr. Wolfgang Cramer

Dr. Katrin Vohland

Dr. Franz Badeck

UFZ Umweltforschungszentrum Halle

Dr. Stefan Klotz

Dr. Ingolf Kühn

Jan Hanspach

Johannes Gutenberg Universität Mainz

Prof. Dr. Katrin Boehning-Gaese

Sven Trautmann

Fachhochschule Eberswalde

Prof. Dr. Pierre Ibisch

Stefan Kreft

Klimawandel in Schutzgebieten

Auf dieser interaktiven Seite können für über 4000 Schutzgebiete interaktiv Klimaszenarien abgerufen werden. Die Szenarien sollen dazu dienen, die Spannbreite möglicher klimatischer Änderungen mit den vor-Ort beteiligten Managern, Landnutzern und Naturschützern zu diskutieren.

Zusammenfassung

Schutzgebiete in Deutschland werden in den kommenden Jahrzehnten durch den Klimawandel erhebliche Veränderungen ihres naturräumlichen Potenzials unterworfen werden – unabhängig von der Unsicherheit im regionalen Muster des Klimawandels. Dieses Problem stellt die nationale Naturschutzstrategie, einschließlich der Einhaltung internationaler Abkommen, vor neue Herausforderungen. In diesem Projekt soll eine umfassende und repräsentative Liste deutscher Schutzgebiete einer Risikoabschätzung mit neuesten Methoden der statistischen und prozessbasierten Simulation von Klimawirkungen unterworfen werden. Damit wird geprüfen, mit welcher Wahrscheinlichkeit der jeweilige Schutzzweck auch in der näheren Zukunft erreicht werden kann. Aus der ökologischen Risikoabschätzung sollen Optionen für eine dynamisierte Naturschutzpolitik abgeleitet werden.

Das primäre Ziel der hier vorgeschlagenen Studie ist es also, für eine möglichst umfassende und repräsentative Liste der in Deutschland vorhandenen Schutzgebiete zu untersuchen, inwieweit der Klimawandel Risiken im Sinne der jeweiligen Schutzzwecke für das einundzwanzigste Jahrhundert erwarten lässt.

Das zweite Ziel des Projektes ist es, konkrete Schritte in Richtung auf die erforderlichen Anpassungen zumindest auf nationaler Ebene in angemessenen Zeiträumen möglich zu machen.

Dieses vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) finanzierte Forschungsprojekt begann am 21.08.2006 und hat eine Laufzeit von drei Jahren. In einem ersten Schritt werden die insbesondere über die Natura-2000-Schutzgebiete zur Verfügung stehenden Daten analysiert und die repräsentativen Schutzgebiete ausgewählt, in denen Untersuchungsschwerpunkte liegen werden.

Von besonderer Wichtigkeit ist die projektbegleitende Arbeitsgruppe (PAG), in der sowohl MitarbeiterInnen des BfN und von Naturschutzverbänden als auch die Bundesländer vertreten sind.

Enge Kooperationen bestehen zu einem parallelen, durch das Bundesamt für Naturschutz finanzierten Projektes zur Modellierung des Einflusses des Klimawandels auf die Flora sowie zu dem EU-finanzierten länderübergreifenden ALARM (Assessing Large Scale Risks for Biodiversity with Tested Methods)-Projekt

Publikationen

Kontakt

katrin.vohland@pik-potsdam.de

Artikelaktionen

Bedrohte Bergspezialisten

Ranunculus glacialis © W. Joswig.png

Hochalpine Arten wie der Gletscherhahnenfuß (Ranunculus glacialis) kommen im Alpenraum oberhalb der Baumgrenze bis über 4000 Meter Höhe vor. Bei fortschreitender Erwärmung könnten sie von anderen Arten niedrigerer Lagen verdrängt werden. Foto: W. Joswig

 

Adebar im Aufwind

Ciconia ciconia © E. Schröder.png

An die 5000 Paare von Weißstörchen (Ciconia ciconia) brüten heute wieder im Bundesgebiet. Zunehmende Sommertrockenheit und die Beanspruchung von Flächen durch den Menschen könnten jedoch wichtige Nahrungsgründe der Tiere zerstören. Foto: E. Schröder

 

Deutschland ist Waldland

Fagus © E. Schröder.png

Ausgedehnte Buchenwälder wie hier im Nationalpark Hainich bedeckten früher den gesamten mitteleuropäischen Raum. Heute verstärkt der Klimawandel Stressfaktoren für Hauptbaumarten wie die Rotbuche Fagus sylvatica. Foto: E. Schröder

 

Harz-Smaragde

Somatochlora alpestris © G. Ellwanger.png

Das Schutzgebiet Hochharz in Sachsen-Anhalt ist ein isolierter Teil des Verbreitungsgebiets der Alpen-Smaragdlibelle (Somatochlora alpestris, ♂), die in Höhenlagen ab etwa 800 Meter zu finden ist. Klimatische Erwärmung könnte ihren bevorzugten Lebensraum auf noch höhere Lagen einschränken. Foto: G. Ellwanger

 

Nasse Füße bevorzugt

Trollius europaeus © E. Schröder.png

Trollblumen (Trollius europaeus) sind auf feuchte Standorte angewiesen. Die wenigen noch erhaltenen Flachlandvorkommen auf Feuchtwiesen, wie hier im Naturschutzgroßprojekt Peenetal, sind durch die Auswirkungen des Klimawandels stark bedroht. Foto: E. Schröder

 

Verlierer der Erwärmung

Lagopus muta © P. Leopold.png

Der Lebensraum des Alpenschneehuhns (Lagopus muta) liegt oberhalb der Baumgrenze. Bei fortschreitender Erwärmung bleibt der Art nur wenig Raum, um in kühlere, höhere Lagen ausweichen zu können. Foto: P. Leopold

 

Abenteuer Natur

Stepenitz © K. Vohland.png

Natürliche Lebensräume mit ihrer vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt müssen in einem sich wandelnden Klima besonders geschützt werden, damit auch künftige Generationen auf Entdeckungstour gehen können. Foto: K. Vohland