Sie sind hier: Startseite Kontakt Mitarbeiter Nachrufe Siegfried Franck

Im Gedenken an Siegfried Franck

Siegfried Franck

In tiefer Bestürzung erhielten wir die Nachricht vom plötzlichen Tod unseres Mitarbeiters, Kollegen und Freundes Prof. Dr. Siegfried Franck. Wir haben mit ihm einen Wissenschaftler verloren, der mehr als 30 Jahre lang die Forschung auf dem Potsdamer Telegraphenberg prägte.

Siegfried Franck wurde 1952 in Annaberg-Buchholz geboren. Er studierte Physik an der Universität Leipzig und promovierte 1978 dort über die Theorie der Phasenübergänge. Anschließend wechselte er an das Zentralinstitut für Physik der Erde in Potsdam. 1984 erwarb er den akademischen Grad „Dr. sc. nat.“ und wurde 1989 zum Professor für Geophysik an die Akademie der Wissenschaften berufen. Von 1992 bis 1996 war er im Rahmen des Wissenschaftler-Integrations-Programms an der Universität Potsdam tätig. Seit 1997 leitete er am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung seine eigene Forschergruppe, die sich mit dem Aufbau und der Evolution der Erde und der Planeten beschäftigt. Ein zentraler Forschungsgegenstand seiner Arbeit war die Ko-evolution von Geo- und Biosphäre. Seit 2004 war Siegfried Franck Professor an der Universität Potsdam. Die studentische Lehre war ihm dabei ein wichtiges Anliegen. Er hat sich im Rahmen des Masterprogramms „Evolution Across Scales“ als sehr engagiert gezeigt. Seine Forschung setzte er am PIK fort.

Seine Arbeiten zu astrobiologischen Fragestellungen wie der Bewohnbarkeit von Planeten in fernen Sternensystemen waren bahnbrechend und international anerkannt. Er verstand es, die unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen wie Geowissenschaften, Biologie und Astrophysik in einen Zusammenhang zu stellen, um die grundsätzliche Frage zu beantworten: Gibt es Leben außerhalb der Erde? Zuletzt befasste sich Siegfried Franck mit dem Problem, wie viele Menschen unsere Erde ernähren kann.

Wir verlieren mit Siegfried Franck einen Menschen, der sich über die Wissenschaft hinaus stets offen und hilfsbereit um die Belange seiner Kollegen gekümmert hat. Neben allem wissenschaftlichen Ernst werden vielen von uns die Geschichten und Anekdoten, die er aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit auf dem Telegrafenberg, vor und nach dem Fall der Berliner Mauer, erzählen konnte, in Erinnerung bleiben. Seiner Frau, den Kindern und dem Enkelkind gilt unsere tiefste Anteilnahme.

 

Kondolenzbuch

Artikelaktionen