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Makroökonomische Modellierung von Klimaschutzpfaden und Klimafolgen

Die Entwicklung von Volkswirtschaften und Gesellschaften hängt in vielfältiger Weise mit dem Klimawandel zusammen. Das Verständnis dieser Zusammenhänge ist eine Voraussetzung für fundierte klimapolitische Entscheidungen. Die makroökonomische Modellierung ist zwar ein integraler Bestandteil der integrierten Bewertungsmodelle des Klimawandels, jedoch fehlen im Allgemeinen die erforderlichen sektoralen und sozialen Lösungen, um mehr als nur ein sehr grobes Verständnis der Entwicklungs- und Verteilungseffekte der Klimapolitik und der Klimafolgen zu vermitteln. Darüber hinaus sind Bewertungsstudien bisher nicht in der Lage, Minderungen, Auswirkungen und Anpassung sinnvoll zu integrieren.

Diese Arbeitsgruppe zielt auf ein besseres Verständnis der Wechselbeziehungen zwischen Wirtschaftswachstum, Vermögensverteilung, Auswirkungen des Klimawandels und Klimaschutzmaßnahmen ab. Die übergeordnete Forschungsfrage beschäftigt sich mit den Entwicklungsperspektiven von Gesellschaften, Volkswirtschaften und verschiedenen sozialen Gruppen unter verschiedenen Szenarien der Stabilisierung des Klimawandels. Unsere Forschung konzentriert sich auf drei Themen:

(i) Auswirkungen und Ungleichheit

Unter dem ersten Thema werden wir die Integration neuartiger Schadensfunktionen aus der Literatur vorantreiben, in Zusammenarbeit mit ISIMIP und der Gruppe zur ereignisbasierten Modellierung der wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels. Zu diesem Zweck werden wir Ansätze weiterentwickeln, um pfadspezifische Schäden (z. B. auf Produktion, Kapital, Arbeitsproduktivität) im Integrated Assessment Modeling zu berücksichtigen, um den Herausforderungen der zeitlichen und räumlichen Aggregation zu begegnen. Parallel dazu werden wir Kapazitäten entwickeln, um die Verteilungseffekte durch Klimafolgen und Klimaschutz auf globaler Ebene zu untersuchen. In einem ersten Fall werden dazu Einkommensverteilungen (und ihre Projektionen) für Regionen einbezogen, wir streben jedoch auch eine höhere räumliche Auflösung und möglicherweise Verknüpfungen mit Mikromodellierung an. Darüber hinaus planen wir die Entwicklung eines Haushaltsmodells, das die Übergänge in und aus der Armut aufgrund der Folgen von Extremereignissen untersucht.

(ii) Struktureller Übergang

Wir untersuchen, wie der makroökonomische Strukturwandel (d. h. der Übergang von einer landwirtschaftlichen Wirtschaft über eine industrielle zu einer dienstleistungsorientierten Wirtschaft) mit dem Klimawandel interagiert. Wir fragen zum Beispiel, inwieweit der Anstieg der industriellen Aktivitäten, die für ein langfristiges Wachstum in Entwicklungsländern erforderlich sind, durch Klimaschäden und klimapolitische Anforderungen, die die Kosten der Industrieproduktion erhöhen, beeinflusst wird. Basierend auf fundierten konzeptionellen und empirischen Arbeiten planen wir die Entwicklung eines multisektoralen Wachstumsmodells als wichtiges Instrument für quantitative Szenarioanalysen.

(iii) Globale und regionale Märkte

Uns interessieren die Auswirkungen der Klimapolitik auf die Handelsabkommen. Diese Forschung zielt zum einen darauf ab, die Darstellung unvollständiger Kapitalmärkte in integrierten Bewertungsmodellen voranzutreiben. Andererseits wollen wir bilaterale Handelsströme für Teile des Energiehandels einbeziehen, von denen erwartet wird, dass sie die größten Reaktionen aufgrund von Klimapolitik zeigen.

Unsere Forschung wird zu Ergebnissen führen, die die Grenzen der Klimaökonomie überschreiten könnten. Langfristiges Ziel der Forschung ist es, den bestehenden Rahmen für die integrierte Bewertung zu verbessern, um Klimaschutzmaßnahmen und Klimafolgen zu integrieren und die gesellschaftliche Heterogenität zu berücksichtigen. Dies wird den Anwendungsbereich der Folgenabschätzungsanalysen erweitern, indem eine echte integrierte Bewertung mit modernsten Schadenskomponenten ermöglicht wird, die Robustheit und Glaubwürdigkeit der Ergebnisse erhöht wird, nachhaltige Entwicklungspfade richtig eingeschätzt werden können und somit die Qualität der politischen Entscheidungsfindung verbessert wird.

Team

Marian Leimbach (Leitung)

Johannes Koch

Laurence Malafry

Marcos Marcolino

Franziska Piontek

Björn Sörgel

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