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Unterstützung mongolischer Haushalte bei der Anpassung an den Klimawandel (ADAPT)

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Kontext und Ziele

In Folge des Klimawandels werden extreme Wetterereignisse wie Hitzewellen, Dürren und Überschwemmungen voraussichtlich häufiger und mit größerer Intensität auftreten. Ländliche Haushalte in Entwicklungsländern sind davon besonders betroffen: Ein Großteil dieser Haushalte ist von natürlichen Ressourcen abhängig, während den Regierungen oft die finanziellen und technischen Mittel fehlen, um das zunehmende Klimarisiko zu bewältigen. Es gibt einen großen Bedarf an Politikinstrumenten, die Haushalte bei der Anpassung an den Klimawandel unterstützen und die Vulnerabilität von Haushalten gegenüber zukünftigen Extremereignissen verringern. Das Abkommen von Paris erklärt es zum globalen Ziel, Entwicklungsländer bei der Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen. Dies ist auch ein zentrales Ziel der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Bislang gibt es jedoch kaum methodisch robuste Erkenntnisse darüber, ob Anpassungsmaßnahmen die erhoffte Wirkung erzielen.

Ziel des Projekts ADAPT ist es, die Wirksamkeit von Anpassungsmaßnahmen aus der Perspektive von Haushalten zu evaluieren. Die empirische Analyse erfolgt am Beispiel der Mongolei – einem Land, das zunehmend von extremen Wintern heimgesucht wird, die eine extrem hohe Viehsterblichkeit zur Folge haben.

Zu den untersuchten Anpassungsmaßnahmen zählt eine Index-basierte Wetterversicherung, die versicherten Haushalten eine Prämie zahlt, wenn ein objektiv messbarer Parameter einen festgelegten Wert überschreitet. Eine weitere Anpassungsmaßnahme besteht darin, meteorologische Vorhersagen für Haushalte zugänglich zu machen: einerseits tägliche Wettervorhersagen; andererseits mittelfristige Prognosen über den Eintritt von Extremereignissen. Des Weiteren werden informelle Anpassungsmaßnahmen betrachtet. In der Wirkungsevaluierung kommen sowohl randomisierte Experimente (RCTs) als auch quasi-experimentelle Methoden zum Einsatz.

Die Datenbasis des Projekts ist eine Haushalts-Längsschnittbefragung mit fünf Wellen. Drei bestehende Panelwellen wurden 2012, 2013 und 2014 erhoben – kurz bevor ein extremes Wetterereignis im Winter 2015/16 eingetreten ist. Im Rahmen des Projekts werden von denselben Stichprobenhaushalten zwei weitere Panelwellen in den Jahren 2019 und 2020 erhoben. Diese ungewöhnliche Kombination von extremen Wetter­ereignissen und Datenpunkten vor und nach einem Extremereignis stellt einen idealen empirischen Kontext für die Evaluierung von Anpassungsmaßnahmen dar.

Forschungsfragen

  • Wirkungsanalyse einer Index-basierten Wetterversicherung: Hilft die Versicherung Haushalten dabei, sich schneller von den Verlusten nach einem extremen Wetterereignis zu erholen?
  • Welche Faktoren beeinflussen den Kauf einer Index-basierten Wetterversicherung?
  • Wirkungsanalyse des Zugangs zu täglichen Wettervorhersagen: Helfen Wettervorhersagen Haushalten dabei, Viehverluste zu vermeiden?
  • Wirkungsanalyse der Auswirkungen des Zugangs zu mittelfristigen Prognosen von Extremereignissen: Helfen Prognosen Haushalten dabei, Investitionsentscheidungen zu treffen?
  • Wie wirksam sind informelle Anpassungsstrategien?

Team


Dr. Kati Krähnert, Julian Röckert, Svenja Fluhrer, Lukas Mogge, Morag McDonald, Aleksandra Wojewska, Javkhlan Enkhbold (v.l.n.r.)

Kontakt

Dr. Kati Krähnert
Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK)
Forschungsabteilung 2: Klimaresilienz
Arbeitsgruppe "Anpassung in Agrarsystemen"
Telegraphenberg A62
14473 Potsdam
kraehnert(at)pik-potsdam.de

Finanzierung

Das Projekt ist vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert und Teil des Förderschwerpunkts Ökonomie des Klimawandels (Förderkennzeichen: 01LA1804A).

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