FutureLab: Public Economics und Climate Finance

 

Die Forschung in diesem Future Lab wird vor dem Hintergrund der Frage durchgeführt, wie wir kurzfristiges menschliches Wohl mit langfristiger ökologischer Nachhaltigkeit in Einklang bringen können. Ziel ist es, wissenschaftliche Fortschritte und politikrelevante Einsichten in Bezug auf die Ökonomie der Gemeinschaftsgüter zu liefern, zu denen natürliche Ressourcen wie Atmosphäre, Land und Wälder, soziale Gemeinschaftsgüter wie Gesundheits- und Bildungssysteme sowie Basisinfrastrukturen und ein stabiles Finanzsystem gehören. Das Future Lab ist bestrebt, wirksame Strategien zu entwickeln, die zur Verwaltung der globalen Gemeinschaftsgüter beitragen und deren Beziehung zu den wichtigsten gesellschaftlichen Herausforderungen, einschließlich steigender Einkommens- und Vermögensunterschiede, divergierender Entwicklungschancen sowie der zunehmenden Finanzialisierung wirtschaftlicher Aktivitäten, zu diskutieren. Das Future Lab verknüpft und konzentriert sich daher auf folgende Kernelemente:

1. Gestaltung politischer Instrumente für die Gemeinschaftsgüter: Eine durchdachte Politik kann die richtigen Anreize bieten, um die Übernutzung natürlicher Gemeinschaftsgüter sowie die Unterversorgung sozialer Gemeinschaftsgüter zu verhindern. Wir werden die Wirksamkeit, Fairness und Wirtschaftlichkeit verschiedener politischer Instrumente wie CO2-Preise, Subventionen oder Grundsteuern analysieren. Basierend auf empirischen Untersuchungen werden wir auch untersuchen, welche (institutionellen und administrativen) Bedingungen für eine erfolgreiche Umsetzung erforderlich sind.

2. Ungleichheit, Verteilung und Umverteilung: Politische Instrumente wirken sich nicht nur auf die Nutzung globaler Gemeinschaftsgüter aus, sondern beeinflussen auch die Verteilung von Einkommen und Vermögen. Dies wiederum kann den sozialen Fortschritt und normative Ziele beeinträchtigen, aber auch die Unterstützung und Durchführbarkeit sozialer und politischer Entscheidungen beeinflussen. Allgemein können hohe Ungleichheiten und insbesondere Armut zu einem Hindernis für politische Maßnahmen werden, so dass die Verringerung der Ungleichheit zur Voraussetzung wird. Wir berücksichtigen die theoretischen Mechanismen, wie bestimmte Politiken verschiedene Einkommensgruppen beeinflussen, und liefern empirische Anwendungen. Wir untersuchen auch die Auswirkungen von Transfers innerhalb und zwischen Ländern und deren Wirksamkeit bei der Verringerung von Armut und Ungleichheit, während gleichzeitig das Angebot an natürlichen Gemeisnchaftsgütern erhöht wird.

3. Managements der Gemeinschaftsgüter: Die Wirksamkeit, Glaubwürdigkeit und Robustheit politischer Maßnahmen kann durch politische Zwänge stark beeinträchtigt werden. Betroffene Interessengruppen können beispielsweise ihren politischen Einfluss nutzen, um die Einführung bestimmter Richtlinien entweder zu blockieren oder zu fördern. Die Analysen der Volkswirtschaftslehre umfassen breitere soziale Aspekte und Prozesse, die für die Politikgestaltung relevant sind, wie etwa die Rolle sozialer Normen, Identität oder Polarisierung und Aufsplittung von Gesellschaften.

4. Private Finanzen und Kapitalmärkte: Finanzierungsentscheidungen des Privatsektors bestimmen maßgeblich das Kapitalangebot für eine nachhaltige sozioökonomische Entwicklung. Aus diesem Grund analysieren wir die Rolle von Finanzmarktversagen als potenzielle Hindernisse für eine nachhaltige Neuausrichtung der Investitionsströme. Wir streben ein besseres Verständnis der Anreiz- und Informationsprobleme auf dem Kapitalmarkt an, um zu beurteilen, wie sie den transformativen Effekt von CO2-Preisen einschränken. Auf der Grundlage solcher Beurteilungen erarbeiten wir Strategien, um diese Reibungen zu überwinden und die Beteiligung des Privatsektors zu verbessern (z.B. durch De-Risking-Instrumente und Finanzregulierung).

5. Öffentliche Finanzen und umweltfreundliche Haushaltsreformen: Ein Schwerpunkt liegt auch auf der Analyse der Steuersysteme und der staatlichen Kapazität zur Bewältigung von Klimaschäden oder Katastrophen. Wir konzentrieren uns auf nationale, supranationale und internationale Steuerpolitiken sowie auf Transfers oder Versicherungen, um Nachhaltigkeit zu gewährleisten. Wir untersuchen die Auswirkungen auf das Budget der Politik für ein nachhaltiges Management der globalen Gemeinschaftsgüter. Dazu gehören die Generierung von Einnahmen aus marktbasierten Umweltpolitiken (wie Steuern oder versteigerten Genehmigungen) sowie der Bedarf an Ausgaben (z.B. zur Unterstützung kohlenstoffarmer Technologien, aber auch zur Investition in soziale Infrastruktur).

Die im Future Lab durchgeführten Forschungsarbeiten werden in einen wohlfahrtstheoretischen Ansatz eingebettet, der die mehrdimensionale Natur des menschlichen Wohlbefindens und die ökologische Nachhaltigkeit einbezieht. Folglich werden unsere Ergebnisse dazu beitragen, Kompromisse und Synergien zwischen verschiedenen politischen Zielen zu bewerten, und somit einen wertvollen Beitrag zur Etablierung von Wissenschaft als "Landkarte" für politische Entscheidungsträger leisten.

Team 

Former members here

Aktuelle Projekte

  • IF (Verbundprojekt: Instrumente für die Finanzierung emissionsarmer Infrastruktur und deren Bedeutung für die Klimapolitik). Vom BMBF gefördertes Projekt im Rahmen des Förderschwerpunktes "Ökonomie des Klimawandels)
  • FINFAIL (Financial market failures, investor behavior, and their implications for climate policy). Vom BMBF geförderte Forschungsgruppe als Teil von Nachwuchsgruppen Globaler Wandel – 4 + 1.
  • KLIF (Integrierte Finanz- und Klimapolitik: Handlungsspielräume für Nationalstaaten unter Wettbewerbsdruck). Vom DFG gefördertes Projekt in Zusammenarbeit mit TU Berlin Public and Health Economics.

Vergangene Projekte

  • CAPRI-SD (Carbon Pricing and Sustainable Development). Joint project with working groups Climate and Development and Governance of MCC, funded by GIZ's Sektorvorhaben Klima in cooperation with BMZ. Role of PI group: project lead.
  • CREW (Climate Policy in a Reluctant World, BMBF Förderschwerpunkt "Ökonomie des Klimawandels"). Joint project with Marco Runkel (TU Berlin) and Roland Strausz (HU Berlin). Role of PI group: project lead.
  • ENTRACTE (Economic iNsTRuments to Achieve Climate Targets in Europe), project under EU FP7 ENV. Joint project coordinated by ZEW with various European partners, e.g. FEEMLSE Grantham Institute, FCO, Tilburg. Role of PI group: leader of Work Package 5, contributor to Work Package 2.
  • LIMITS (Low climate IMpact scenarios and the Implications of required Tight
    emission control Strategies), project under EU FP7 ENV. Joint project with various European partners, e.g. FEEM, IIASA, LSE Grantham Institute, ECN. Role of PI group: contribution to Work Package 2, in particular "Regional policies under second-best conditions".
  • EntDekEn (Klimaschutz, Entwicklung und Gerechtigkeit: Dekarbonisierung in Entwicklungs- und Schwellenländern), funded by BMBF. Joint project with the GIGA institute and the Chair of Development Economics at University of Göttingen. Role of PI group: project lead.
  • Ökonomik einer integrierten und langfristigen Klima- und Energiepolitik (WGL Pakt für Forschung und Innovation 2010). Joint project with Environmental Economics group of ZEW Mannheim. Role of PI group: contributing partner.