Südtansania: Verspätete Monsun-Regenfälle bedrohen Ernte von Kleinbauern

 
22.12.2020 - Traditionell beginnen die saisonalen Regenfälle im Süden Tansanias in der zweiten oder dritten Novemberwoche. Doch in diesem Jahr verzögerte sich der Beginn der Monsun-Saison (oder auf Suaheli: Msimu) auf den 10. Dezember, wie PIK-Forscherin Elena Surovyatkina im Oktober richtig vorausgesagt hatte. Dies hat potenziell schwerwiegende Folgen für das Land, in dem der Agrarsektor etwa ein Drittel des Bruttoinlandsprodukts ausmacht.
Südtansania: Verspätete Monsun-Regenfälle bedrohen Ernte von Kleinbauern
Verspätete Msimu-Regenfälle in Südtansania. Tägliche Karten der relativen Luftfeuchtigkeit und des Windes unter Verwendung der NCEP/NCAR-Daten bei 111 m/1000hPa, 18.12.2020.Regengebiet mit hoher Luftfeuchtigkeit wird durch blaue Farbe dargestellt, trockenes Gebiet mit niedriger Luftfeuchtigkeit durch braune Farbe. (Infografik von Nitin Babu George)

Gemäß einer neuen und einzigartigen Vorhersagemethode, die am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) entwickelt wurde, werden sich bis zum 31. Dezember vereinzelte Regenfälle mit Trockenperioden abwechseln, gefolgt von kontinuierlichen Regenfällen ab dem 1. Januar 2021. Schließlich werden die Msimu-Regenfälle weiter nach Süden über Südafrika ziehen und dabei intensiver werden, wie Surovyatkina erklärt: "Derzeit sind zwei Hochdruckgebiete am Werk: eines im Südatlantik und ein anderes im südlichen Indischen Ozean. Gemeinsam sorgen sie für die Msimu-Regenfälle in Afrika, die lebenswichtige Feuchtigkeitsströme nach Südafrika bringen."

Aufgrund des verzögerten Einsetzens des Monsuns hat sich die landwirtschaftliche Saison in Tansania deutlich verkürzt, was die Aussichten für die Getreideproduktion schmälert, was sich wiederum auf das Einkommen der lokalen Kleinbauern auswirkt. Um agrarpolitische Empfehlungen aussprechen zu können, wird daher eine genaue Langzeitprognose für das Einsetzen der Regenzeit im kommenden Jahr benötigt.

Die Vorhersage ist Teil des EPICC-Projekts am PIK, das ursprünglich entwickelt wurde, um der indischen Bevölkerung eine langfristige Vorhersage über das Einsetzen und Abklingen des indischen Sommermonsuns (des Südwestmonsuns) für den zentralen Teil Indiens zu liefern.

 

Über Elena Surovyatkina:

Elena Surovyatkina ist die Gruppenleiterin der Monsunforschung innerhalb des EPICC-Projekts, das Teil der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) ist.

Kontakt für weitere Informationen:

Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, Pressestelle
Telefon: +49 (0)331 288 2507
E-Mail: presse@pik-potsdam.de
Twitter: @PIK_Klima
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