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Vom Vatikan versammelte Wissenschaftler: Gletscherschmelze ist Vorbote des Klimawandels

09.05.2011 - Der Vatikan hat einen Bericht zur weltweiten Gletscherschmelze veröffentlicht, in dem führende internationale Wissenschaftler eindringlich vor den Folgen des Klimawandels warnen. Der Report listet zahlreiche Fälle des Rückgangs von Gletschern auf – in den Alpen ist bereits die Hälfte der Eismasse verschwunden, Tausende kleiner Gletscher im Himalayagebiet schrumpfen. „Wir rufen alle Nationen auf, unverzüglich effektive und gerechte Maßnahmen zur Verringerung der Ursachen und der Folgen des Klimawandels zu entwickeln und umzusetzen“, heißt es in einer jetzt veröffentlichten Erklärung der Arbeitsgruppe. Das Papier wird Papst Benedikt XVI vorgelegt.
Vom Vatikan versammelte Wissenschaftler: Gletscherschmelze ist Vorbote des Klimawandels

Main Rongbuk Gletscher auf dem Mount Everest 1921 und 2007. Copyright: Royal Geographical Society (1921), Glacier Works (2007)

„Die Gletscherschmelze ist einer der großen Vorboten des Klimawandels, gewissermaßen die Schrift an der Wand“, sagte Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung und Mitglied der von der Pontifikal-Akademie der Wissenschaften berufenen Gruppe. Im viele hundert Seiten starken letzten Sachstandsbericht des Weltklimarats IPCC war im Zusammenhang mit den Gletschern im Himalaya bekanntlich ein Zahlendreher enthalten, der seitdem von Gegnern des Klimaschutzes für Attacken auf die gesamte Klimaforschung genutzt wird. „Dadurch ist die Gletscherschmelze für Teile der Öffentlichkeit auf unsinnige Weise zu einem Thema geworden, das sie lieber ignoriert“, sagte Schellnhuber. Doch dass der Vatikan als Vertretung von weltweit 1,2 Milliarden Katholiken sich heute in ganz anderem Maße als früher mit dem Klimawandel als Gefährdung der Schöpfung befasse, sei „ein wichtiges Signal“.

„Der Zerfall vieler kleiner Gletscher im Himalaya ist für mich besonders beunruhigend, weil diese Region als Wasserturm Asiens dient und weil sowohl Treibhausgase also auch Luftschadstoffe wie Ruß und Ozon zu dem Schmelzen beitragen“, erklärte Veerabhadran Ramanathan, Vorsitzender der 24-köpfigen Teams und Klimaforscher am Scripps Institut für Ozeanografie der University of California in San Diego. Die im April im Vatikan zur Diskussion versammelte Gruppe von Wissenschaftlern setzte sich keineswegs nur aus Kirchenmitgliedern zusammen, Grundlage für die Auswahl war die wissenschaftliche Reputation.

Die Forscher betonten, dass eine komplexe und noch intensiver zu erforschende Mischung aus globalen und regionalen Ursachen für die Gletscherschmelze verantwortlich sei – neben den Treibhausgasemissionen selbst auch Ruß und Staub und damit zusammenhängende Veränderungen des Gehalts an Feuchtigkeit und Energie der Atmosphäre, so der Bericht. Dies alles zusammen führe zu einer bedeutenden Erwärmung in manchen Höhenlagen, nicht zuletzt im Himalaya.


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