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Wetterküche am PIK lädt zur Entdeckungsreise ein

04.09.2007 - Auf dem Potsdamer Telegraphenberg wurde am 4. September das Informations- und Bildungszentrum "Wetterküche" eröffnet. Sie bietet vor allem jüngeren Besuchergruppen die Möglichkeit, sich zu den Themen Wetter und Klima umfassend zu informieren. Die Wetterküche ist das Ergebnis einer Kooperation mit Modellcharakter zwischen dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), der Potsdamer Gesamtschule Peter Joseph Lenné und der Universität Potsdam.

Mehr als ein Jahr lang erarbeiteten sich Schülerinnen und Schüler der 11. Klasse der Lenné-Schule die wissenschaftlichen Themen Klima & Wetter und entwickelten in enger Zusammenarbeit mit dem PIK das Ausstellungskonzept für die Wetterküche. Begleitet wurde die Kooperation durch ein erziehungswissenschaftliches Forschungsseminar der Universität Potsdam.

In verschiedenen Ausstellungsräumen können Besuchergruppen auf Entdeckungsreise gehen: Modelle, Installationen, Schautafeln und meteorologische Messinstrumente vermitteln neben aktuellen Ergebnissen der Klima(folgen)forschung auch ein Bild der Gegenwart und Geschichte der Meteorologie und der großen wissenschaftshistorischen Bedeutung des Telegraphenbergs.

Zur Wetterküche gelangt man über den rückwärtig gelegenen Hof des ehemaligen Königlichen Meteorologischen Observatoriums Potsdam (MOP), das heute vom PIK genutzt wird. Als kleines Nebengebäude des MOP diente die Wetterküche in früheren Zeiten als Waschhaus und steht nicht zuletzt wegen seines historischen Gründachs unter Denkmalschutz.

Das ehemalige MOP war einst Wirkungsstätte des berühmten Meteorologen Reinhard Süring, Direktor des Instituts von 1909 bis 1932. Seine Verdienste für die Wissenschaft bilden einen der thematischen Schwerpunkte des Informationszentrums. Süring war es, der 1901 zusammen mit einem Kollegen in einer aufsehenerregenden Rekordfahrt im Fesselballon nachweisen konnte, dass die Temperatur der Atmosphäre ab einer bestimmten Höhe nicht mehr abnimmt. Damit lieferte er die Voraussetzung für die spätere Entdeckung der Stratosphäre.

Ein Modell des Ballonkorbs lädt die Besucher der Wetterküche zum Einstieg; ein nachgestellter Dialog zwischen Süring und seinem Assistenten während ihres Höhenflugs lässt den Besucher - per Knopfdruck - zum Zeitzeugen des nicht ganz ungefährlichen Unterfangens werden.

Etwas weniger waghalsig geht es bei der Inspizierung der verschiedenen meteorologischen Messinstrumente zu. Doch auch hier werden mitunter die Sinne herausgefordert - etwa beim Erspüren eines sommerlichen Hitzerekords. Wer wissen möchte, wie damals und heute Wetterdaten gemessen wurden, kann sich die Instrumente im Original anschauen und ihre Funktionsweise kennenlernen.

Das Konzept der Wetterküche orientiert sich, wo immer es der Gegenstand zulässt, an der Idee der "Wissenschaft zum Anfassen". Der Besucher hat dabei die Möglichkeit, sich neues Wissen aktiv anzueignen anstatt die Rolle eines passiven Rezipienten einzunehmen. Hinter diesem Konzept steht ein Umweltbildungsprojekt des PIK, das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert wurde. Das Projekt zielt insbesondere auf die Vermittlung wichtiger Kompetenzen, die für die Lösung komplexer Aufgaben im Team nötig sind.

Einen Hinweis, ob dies gelungen sein könnte, geben die persönlichen Einschätzungen der Schüler. In Gesprächen mit den Schülern kristallisierte sich heraus, dass die relativ große Selbstbestimmtheit der Projektmitarbeit zu einer echten, wenngleich im Rückblick lohnenswerten, Herausforderung werden kann. "Wenn wir eine solche Aufgabe noch einmal bekommen würden, denk ich schon, dass man anders und auch vielleicht optimistischer da rangehen würde, weil man ja weiß, was man erreichen kann", resümierte einer der Schüler. Einige Schüler äußerten sich in dem Sinne, dass das Projekt sie auf das selbstständige Arbeiten vorbereitet habe. Ein anderer Schüler zieht ebenfalls ein positives Resümee. "Man muss sich ranhalten, um die Etappen zu schaffen. Und dann sieht man selbst, dass man wieder etwas geschafft und entwickelt sich daran weiter."

Rückmeldungen solcher Art sind enorm wichtig für die Bewertung von Modellprojekten wie das des PIK. Die im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung gewonnenen Ergebnisse über den Erfolg des Projekts sollen anderen Forschungsinstituten ähnlicher Größe zur Verfügung stehen.



Ansprechpartner:

Prof. Dr. Friedrich-Wilhelm Gerstengarbe, Leiter des Umweltbildungsprojekts PIKEE am PIK,
Tel. 0331 288-2586, E-Mail: gerstengarbe@pik-potsdam.de

Weitere Informationen zum Projekt unter:
http://www.pik-potsdam.de/infothek/forschung/aktuelle-forschungsfelder/transdisziplinare-konzepte-methoden/pikee

 


Pressestelle PIK:

Uta Pohlmann, Tel. 0331 288-2507, E-Mail: presse@pik-potsdam.de

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