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25 Jahre PIK - Statements von PIK-Forschern

Hans Joachim Schellnhuber,Schellnhuber
Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung

"Als ich 1991 das Gründungskonzept für das PIK entwickelte, ging ich davon aus, dass dieses Institut 25 Jahre später nicht mehr existieren würde, und ich selbst wäre längst wieder mit fundamentalen Fragen der theoretischen Physik beschäftigt. Denn entweder würde sich das Klimaproblem bald als eine minder schwere Herausforderung entpuppen, der man mit Standardmaßnahmen begegnen könnte. Oder es würde sich als existentielle Bedrohung für die Menschheit identifizieren lassen, eine Einsicht, die entschlossenes Gegensteuern der Weltgemeinschaft auslösen würde.

Heute gibt es das PIK aber immer noch, und seine Einsichten werden stärker nachgefragt denn je zuvor. Denn einerseits wissen wir inzwischen um die zivilisationsbedrohende Wirkung der menschgemachten Erderwärmung. Und andererseits ist eine angemessene Reaktion der Gesellschaft auf dieses Risiko der Selbstverbrennung nirgendwo in Sicht. So gesehen ist das 25-jährige Jubiläum ein tragisches Ereignis. Aber diese 25 Jahre stehen eben auch für die kluge und leidenschaftliche Arbeit von Hunderten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern am Potsdam-Institut. Auf der Grundlage ihrer Arbeit könnte das PIK in weiteren 25 Jahren tatsächlich überflüssig gemacht werden – zum Wohle des Planeten."


Ottmar Edenhofer,Edenhofer
Chefökonom des Potsdam -Instituts für Klimafolgenforschung

"Ich arbeite seit dem Jahr 2000 am PIK; und jedes Mal, wenn es in all diesen Jahren von außerhalb ein Angebot zum Wechsel gab, habe ich mich wieder neu für das PIK entschieden. Offenbar ist mir das PIK zur geistigen Heimat geworden. Mit seiner Verbindung von Naturwissenschaften und Sozialwissenschaften, aber auch von Exzellenz und Relevanz, steht unser Institut ziemlich einzigartig da. Und weil trotz aller Forschungsfortschritte die Klimapolitik immer noch nicht auf dem richtigen Weg ist, sind heute unsere Leistungen als Pfadfinder stärker gefragt als je zuvor."


Sven Arndt,Sven Arndt
Verwaltungsleiter des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung

"Das 25jährige Bestehen des PIK ist ein guter Anlass um kurz inne zu halten und zu resümieren. Selbst mein vergleichsweise kurzer Blick über die vergangenen 7 Jahre des PIK zeigt, wie dynamisch sich das Institut in allen Arbeitsbereichen entwickelt hat. Dabei strahlt die wissenschaftliche Leistung - und darum geht es ja an unserem Institut - aber auch in den wissenschaftsunterstützenden Bereichen, wie z.B. dem Presseteam, der Wissenschaftskoordination, bei den Forschungsbereichskoordinatorinnen, der IT aber auch der Verwaltung ist viel geleistet worden, ohne das es nicht gelungen wäre, wichtige Rahmenbedingungen für die Wissenschaft, wie z. B. die einheitliche Unterbringung hier auf dem Telegraphenberg mit dem Neubau oder den neuen Hochleistungsrechner verfügbar zu machen.

An dieser Stelle möchte ich daher ausdrücklich auch all denen danken, die im wissenschaftsunterstützenden Bereich vollen Einsatz bringen, damit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern am Institut die Bedingungen geboten werden, die deren kreative Arbeit unterstützen. Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit mit Ihnen und Euch!"


Karsten Kramer,Karsten Kramer
Leiter IT-Dienste

"Ein Anfänger, frisch von der Universität, wurde ich 1991 von John Schellnhuber gefragt, ob ich  kurzfristig einen siebenstelligen Betrag für die IT-Ausstattung eines neuen wissenschaftlichen Instituts ausgeben könne. Mit der Geringschätzung für Risiken, die der Jugend vorbehalten ist,  sagte ich zu. Einige Jahre später scherzten meine Kollegen und ich, dass wir jedes IT Problem bald gelöst haben würden und dann alles automatisch laufen würde. Nichts Spannendes, das für uns zu tun bliebe. Doch genau das Gegenteil war der Fall. Digitalisierung wurde zum neue Normalzustand. Cloud Computing, Big Data Analytik und  Fortschritte auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz verändern nicht nur die Wissenschaft, sondern die Gesellschaft insgesamt. Heute am PIK zu arbeiten ist in jeder Hinsicht so aufregend wie am ersten Tag."


Wolfgang Lucht,Wolfgang Lucht
Co-Forschungsbereichsleiter Erdsystemanalyse

„Das Wundervolle am PIK ist, dass das Nachdenken über die Erde und uns Menschen hier nie aufhört. Das PIK ist ein immer wieder neu spannender, sehr lebendiger Komplex aus uns allen, die wir Leib und Seele des Instituts sind, und der bemerkenswerten Persönlichkeit unseres Direktors. Ich kenne nicht viele Orte, an denen sich erstklassige Forschung derart mit einem Gefühl konkreter Verantwortung verbindet, und wo enorme Freiheiten in der Forschung systematisch zu strategischen Antworten auf kritische Gesellschaftsfragen führen. Es sind unsere Ideen und Konzepte, die auf wissenschaftlichem Fundament die Geschichte weiterentwickeln: wie jene von den planetaren Belastungsgrenzen, den Kipp-Punkten im Erdsystem, der Dekarbonisierung des Energiesystems und generationenübergreifender Gerechtigkeit."


Stefan Rahmstorf,Rahmstorf
Co-Forschungsbereichsleiter Erdsystemanalyse


"Ich kam im Februar 1996 als Postdoc ans PIK, gegen den Rat älterer deutscher Kollegen. Im Rückblick war das die beste berufliche Entscheidung, die ich je getroffen habe. Das PIK gedieh, wurde zu einem der führenden Institute weltweit und zu meiner intellektuellen Heimat. Hier konnte ich ich selbst sein und fühlte mich unterstützt. Das Leben könnte wunderbar sein, bis auf Eines. Als ich ans PIK kam, lag der CO2-Gehalt der Atmosphäre bei 360 ppm. Jetzt liegt er bei 405 ppm und kein Ende ist in Sicht. Es gibt noch viel zu tun!"


Hermann Lotze-Campen,Lotze-Campen
Co-Forschungsbereichsleiter Klimawirkung und Vulnerabilität

"Ich arbeite seit 2001 am PIK und habe damit mehr als die Hälfte der letzen 25 großartigen PIK-Jahre intensiv miterlebt. Bevor ich ans PIK kam, war ich auf der 'persönlichen Suche' und bin sehr froh, dass ich damals das PIK mit seinen beeindruckenden Charakteren und leidenschaftlichen WissenschaftlerInnen gefunden habe. Vor 16 Jahren hätte ich mir nicht vorstellen können, welche Fortschritte und Erfolge das PIK - und auch ich persönlich - erreichen würde  - und wie unverzichtbar unsere gemeinsame Arbeit heute mehr denn je ist, wenn wir die Folgen des Klimawandels auf ein beherrschbares Maß begrenzen wollen. Ich freue mich sehr auf die nächsten 25 gemeinsamen Jahre."


Anders Levermann,Levermann
Co-Forschungsbereichsleiter Nachhaltige Lösungsstrategien

“Als ein renommierter Physiker und langjähriges Mitglied unseres wissenschaftlichen Beirats einmal sagte: ‘Das Potsdam-Institut ist eine Blaupause dafür, wie Wissenschaft in der Zukunft aussehen wird‘, meinte er nicht wie ‚KLIMAwissenschaft in der Zukunft aussehen wird‘. Ich bin sehr stolz darauf ein Teil dieses Instituts zu sein, das zeigt, dass interdisziplinäre Forschung stärker sein kann als disziplinäre, und dass es herausfordernder sein kann wirkliche Probleme zu lösen als Laborprobleme.“


Jürgen Kurths,Kurths
Co-Forschungsbereichsleiter Transdisziplinäre Konzepte und Methoden

"Ich bin nach reichhaltigen Erfahrungen an Universitäten, Max-Planck-Gesellschaft und Akademie der Wissenschaften 2008 ans PIK gekommen. Meine hohen Erwartungen sind weit mehr als erfüllt worden. Das PIK ist ein einzigartiger Ort, an dem wahrhaft inter- und transdisziplinäre Forschung gelebt, originelle Ideen und riskante Projekte kritisch gefördert und herausragende Resultate ehrlich gewürdigt werden. Dieses exzellente Umfeld weiter zu entwickeln und das System Erde in vielfältigen Facetten - möglichst integral - auch zukünftig auf höchstem wissenschaftlichen Niveau zu erforschen ist eine Herausforderung an uns alle."


Helga Weisz,Weisz
Co-Forschungsbereichsleiterin Transdisziplinäre Konzepte und Methoden

"Das erste mal kennengelernt habe ich PIK in den späten 1990ern, als mir das PIK im Zusammenhang mit dem Syndrom-Konzept begegnete. Ich war Doktorandin in Wien und kämpfte dafür meine Kolleginnen und Kollegen aus der Physik, Ökologie, Wirtschaft und Soziologie zu überzeugen, dass dieses merkwürdige Konzept des industriellen Metabolismus unverzichtbar ist, um den Zusammenhang zwischen Klimawandel und gesellschaftlichen Veränderungen zu verstehen. Mehr als zehn Jahre später fing ich als Co-Chair am PIK an und fand mich inmitten atemberaubender Entwicklungen an den Grenzen der Nachhaltigkeitswissenschaft wieder. Weitere zehn Jahre später denke ich immer noch, dass das PIK der beste Ort ist, wenn man eine Leidenschaft hat für interdisziplinäre Wissenschaft für eine globale Transformation zur Nachhaltigkeit."

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