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UN-Ziele für Nachhaltigkeit: Besseres Wassermanagement ist entscheidend wichtig

20.7.2017 - Die Nutzung von Wasser für den Nahrungsanbau geschieht heute zu einem erheblichen Teil auf Kosten von Ökosystemen. Rund 40 Prozent des für die Bewässerung in der Landwirtschaft verwendeten Wassers ist nicht nachhaltig - die Entnahme schädigt Fluss-Systeme. Würde dieses Wasser nicht entnommen, könnten Ernteerträge in der Hälfte aller bewässerten Gebiete um mindestens ein Zehntel sinken. Dies deutet auf eine Spannung zwischen den UN-Zielen für Nachhaltige Entwicklung (SDGs) einerseits bei der Ernährung und andererseits bei Wasser hin. Allerdings könnte eine Verbesserung der Bewässerungsmethoden auf nachhaltige Weise die sonst zu erwartenden Produktionsrückgänge ausgleichen. Mehr noch: Würde Regenwasser stärker in das Management einbezogen, könnte sogar ein Produktionszuwachs von rund einem Zehntel erreicht werden.
UN-Ziele für Nachhaltigkeit: Besseres Wassermanagement ist entscheidend wichtig

Verbesserte landwirschaftliche Methoden können helfen, sowohl Fluss-Ökoysteme als auch die Nahrungsproduktion zu schützen. Ausschnitt aus Abbildung 2 aus Jägermeyr et al, NCC.

"Scheinbar widersprüchliche Teile der Nachhaltigen Entwicklungsziele der UN können durchaus miteinander in Übereinstimmung gebracht werden, wenn man es richtig angeht", sagt Jonas Jägermeyr vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, Leit-Autor in einem Team von Wissenschaftlern auch vom International Institute for Applied Systems Analysis und der niederländischen Universität Wageningen. "Die landwirtschaftliche Produktion und das Wassermanagement sind hier ein Schlüsselbeispiel, weil die Produktion sich in Zukunft wahrscheinlich verdoppeln wird, während regionale Wasserkreisläufe vom Klimawandel gestört werden." Die im renommierten Fachjournal Nature Communications erscheinende Studie bietet neue quantitative Belege, dass eine negative Wirkung auf die Umwelt vermieden werden kann und zugleich die Nahrungsproduktion auf globaler Ebene gesichert wird. Vieles kann hier durchaus auch mit althergebrachten und bezahlbaren landwirtschaftlichen Techniken erreicht werden, die für Kleinbetriebe machbar sind.

Erst kürzlich wurde das Thema auf höchster politischer Ebene behandelt, beim G20 Treffen der Staats- und Regierungs-Chefs der weltweit wichtigsten Volkswirtschaften in Hamburg. In Ihrer Abschlusserklärung heißt es: "Um Ernährungssicherheit zu erreichen, sind wir entschlossen, die landwirtschaftliche Produktivität und Widerstandsfähigkeit auf nachhaltige Weise zu erhöhen, wobei wir Wasser und auf Wasser angewiesene Ökosysteme effizient schützen, managen und nutzen wollen." Die international Sustainable Development Goals (SDG) genannten UN-Ziele sind auch die Grundlage für Deutschlands Nachhaltigkeitsstrategie.

"Unsere Studie legt dar, wie solche Visionen Wirklichkeit werden können, ohne dass wir uns auf erst in der Zukunft verfügbare technologische Lösungen verlassen müssen", sagt Dieter Gerten vom Potsdam-Institut. "Wir können jetzt anfangen, um traditionelle Methoden mit erheblicher Wirkung zu verbreiten."


Artikel: Jägermeyr, J., Pastor, A., Biemans, H. and Gerten, D. (2017): Reconciling irrigated food production with environmental flows for Sustainable Development Goals implementation. Nature Communications [COI:10.1038/ncomms15900]

Weblink zum Artikel (open access): http://rdcu.be/ui20

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