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Statement zum 1,5°-Bericht des Weltklimarats IPCC

5.10.2018 - Der Weltklimarat IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) führt derzeit in Süd-Korea die finalen Beratungen mit den Vertretern von Staaten weltweit zur Verabschiedung seines Berichts über 1,5 Grad globaler Erwärmung. An dem Dokument sind auch Wissenschaftler des Potsdam-Instituts beteiligt. Im Klimavertrag von Paris hatte 2015 die internationale Staatengemeinschaft vereinbart, die Erwärumg auf "deutlich unter zwei Grad" begrenzen zu wollen, die 1,5 Grad waren dabei als anzustrebendes Ziel genannt worden. Der Bericht zu Machbarkeit und Folgen des ehrgeizigeren Klimaziels wird an diesem Montag veröffentlicht. Die neue Doppelspitze des Potsdam-Instituts hat hierzu ein Statement veröffentlicht.
Statement zum 1,5°-Bericht des Weltklimarats IPCC

Ottmar Edenhofer (links) und Johan Rockström (rechts). Foto: PIK

Johan Rockström, designierter Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung und Vorsitzender der Earth League:
"Bei aller wissenschaftlichen Komplexität des neuen IPCC-Berichts ist eines klar: Wie auch immer wir die Daten hin und her wenden, wir haben nur ein Jahrzehnt, um die CO2-Wende zu schaffen und die Menschen noch vor den größten Risiken des Klimawandels zu schützen. Besser als je zuvor wissen wir mit diesem Bericht, was bereits bei einer Erwärmung von nur 1,5 Grad Celsius auf dem Spiel steht. Doch was die Politik gegenwärtig an Maßnahmen auf den Tisch legt, reicht bislang nicht einmal zur Einhaltung der Zwei-Grad-Grenze von Paris. Ein Grad Erwärmung haben wir global bereits verursacht - und wir sind auf dem Weg zu 4 Grad bis Ende des Jahrhunderts, wenn wir jetzt nicht handeln."

Ottmar Edenhofer, ebenfalls designierter Direktor und derzeit kommissarischer Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, zudem Direktor des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change sowie Professor an der Technischen Universität Berlin:
"Für Entscheider in Politik und Wirtschaft zeigt der Bericht einmal mehr, dass der Ausstoß von CO2 einen wirksamen Preis bekommen muss, um den Ausstieg aus der Kohle zu schaffen. Die Einnahmen aus der Bepreisung könnte man den Menschen zurückgeben, sei es über den Ausbau staatlicher Infrastruktur, der allen zu Gute kommt, oder direkt über Schecks für Privathaushalte. Das schafft Gerechtigkeit. Statt um immer ehrgeizigere Temperaturziele muss es endlich um ehrgeizigere Maßnahmen gehen, mit denen diese Ziele erreicht werden. Wenn sich im IPCC-Bericht die wissenschaftliche Debatte der vergangenen Jahre über die genaue Bemessung von Emissionsbudgets wiederfindet, so ergibt das nur, dass wir rein rechnerisch vielleicht wenige Jahre mehr Zeit haben. In der Wirklichkeit aber wurden durch die Verzögerungen in der Klimapolitik bereits viele Jahre verschenkt, statt den Menschen mehr Sicherheit vor Klimarisiken zu geben."

Weblink zum IPCC 1,5-Grad-Bericht: http://www.ipcc.ch/report/sr15/

Weblink zu Hintergrundinformationen beim Deutschen Klima-Konsortium: https://www.deutsches-klima-konsortium.de/de/veranstaltungen/dkk-veranstaltungen/dkk-klima-fruehstueck/ipcc-sonderbericht-15-grad.html

Weblink zu einem Gastbeitrag im Guardian von Edenhofer und Rockström: https://www.theguardian.com/environment/2018/oct/05/charge-30-a-tonne-for-co2-to-avoid-catastrophic-4c-warming

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