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"Wir müssen die CO2 Emissionen schnell senken"

17.11.2017 - Die Verhandlungen auf der UN-Klimakonferenz in Bonn und auch die Sondierungsgespräche der Jamaika-Koalition stehen kurz vor ihrem Abschluss. Dazu veröffentlichten Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), und Ottmar Edenhofer, Chef-Ökonom des PIK und Direktor des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC), Stellungnahmen.

"Wir haben in Bonn eine starke Symbolik gesehen – Deutschland hat mit und für Fiji den Klimagipfel organisiert: ein reiches Land für ein armes, ein Land mit einer großen Verantwortung für den Ausstoß von Treibhausgasen in der Vergangenheit für ein Land, das an der Erderwärmung nicht schuld ist. Das aber durch den Klimawandel wortwörtlich vom Untergang bedroht ist, weil der Meeresspiegel steigt. Damit dies aber nicht bloße Symbolpolitik bleibt, muss Deutschland jetzt auch wirklich seine CO2-Emissionen schnell und stark senken. Den Betroffenen des Klimawandels auf der Bühne zu applaudieren und dann aber weiter ungehemmt Kohle zu verbrennen, wäre wirklich verlogen. Das muss jetzt der Maßstab auch für die Ergebnisse der Koalitionsgespräche sein", sagte Hans Joachim Schellnhuber.

Ottmar Edenhofer fügte hinzu: "Die Welt steckt in der Kohlefalle – und die UN-Klimakonferenz hat daran nichts geändert. Die Kohlefalle sieht so aus: auf der einen Seite drückt die schiere Masse verfügbaren billigen Brennstoffs, welche die Welt aber teuer zu stehen kommen. Denn auf der anderen Seite drücken die Emissionen dieses schmutzigsten aller Brennstoffe, mit Klimarisiken und Gesundheitsgefahren. Aus dieser Kohlefalle muss sich die Menschheit befreien, wenn sie die Kosten des Klimawandels begrenzen will.

Dreierlei kann helfen: Im bei der Konferenz gestarteten und auf Fiji Talanoa genannten Verständigungsprozess darf es nicht nur ums Nachbessern großartiger Klimaziele gehen, sondern um greifbare Maßnahmen. Zweitens brauchen wir weltweit eine wirkungsvolle Bepreisung von CO2, anfangen müssen Pioniere wie die EU mit einem Mindestpreis 2018. Drittens sollte Deutschland noch in dieser Wahlperiode des Bundestags die Energiebesteuerung sozialverträglich ändern, derzeit werden sauberer Strom und halbwegs sauberes Gas ökonomisch absurd höher besteuert als die schmutzige Braunkohle.

Hieran müssen sich die Ergebnisse der Koalitionssondierungen messen lassen – wir müssen einfach raus aus der Kohle, wir brauchen eine Reform des Emissionshandels und der Energiesteuern. Das ist letztlich auch gut für unsere Wirtschaft. Ein Umbau unseres Energiesystems bietet ungeheure Modernisierungschancen. Von der Stromproduktion aus Sonne und Wind über smarte Netze und Speicher bis hin zu den Haushalten geht es um genau die Digitalisierung, nach der so viele rufen."

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