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Globaler Erwärmungstrend mit Höhen und Tiefen, aber ohne Verlangsamung oder Beschleunigung

25.4.2017 - Die Temperaturen steigen weltweit, Grund sind die Treibhausgase aus fossilen Brennstoffen. Behauptungen in der Vergangenheit, dieser globale Erwärmungstrend habe sich zwischenzeitlich nennenswert abgeschwächt, werden durch statistische Analysen widerlegt. In einer neuen Studie haben Forscher aus Deutschland und den USA die Trends der globalen durchschnittlichen Oberflächentemperatur im Lichte der drei Rekordjahre 2014-2015-2016 untersucht. Dabei zeigt sich selbstverständlich eine natürliche kurzfristige Variabilität, doch findet die Studie keine Hinweise einer signifikanten Verlangsamung, geschweige denn einer „Pause“ im nach oben weisenden Erwärmungstrend.
Globaler Erwärmungstrend mit Höhen und Tiefen, aber ohne Verlangsamung oder Beschleunigung

Trends in der globalen Temperatur gemäß der "changepoint"-Analyse (Abb. 2 aus Rahmstorf et al, 2017)

“Kurzfristige Schwankungen der globalen Temperatur sind normal, und können irreführend sein“, sagt Leitautor Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. „Da es immer Fluktuation gibt, ist es wichtig zu unterscheiden zwischen echten Trendveränderungen und auf der anderen Seite Erscheinungen, die nur Ausdruck des 'Rauschens' im System sind.“ In den meisten wissenschaftlichen Publikationen, die eine vermeintliche Unterbrechung des Erwärmungstrends diskutieren, haben keine sorgfältige statistische Analyse geboten. In der nun veröffentlichten Untersuchung haben die Wissenschaftler, unter ihnen zwei Statistiker, fünf getrennte Datensätze zur globalen Temperatur untersucht – NASA GISTEMP, NOAA, HadCRUT4, die Überarbeitung von HadCRUT von Cowtan und Way, und Berkeley Earth Surface Temperature BEST.

Zwar zeigen die Daten zur globalen Temperatur kürzere Perioden einer größeren oder kleineren Erwärmung, und sogar kurze Phasen der Abkühlung. Die Schlüsselfrage der Wissenschaftler war, ob diese Schwankungen statistisch signifikant sind im Sinne einer Abschwächung oder Beschleunigung der globalen Erwärmung, oder ob sie lediglich zu erwartende Fluktuationen - oder 'Rauschen' – sind. „Wir fanden heraus, dass es alles Rauschen ist“, sagt Rahmstorf.

“Die öffentliche Darstellung von Zeitintervallen zwischen 1998 und 2014 als in irgendeiner Weise ungewöhnlich oder unerwartet – wie durch Begriffe wie „Erwärmungspause“ impliziert – findet keine Grundlage in einer rigorosen Analyse der Temperaturdaten“, sagt Rahmstorf. „Genau so wenig, wie kürzliche Behauptungen einer plötzlichen Beschleunigung basierend auf drei Rekordjahren in Folge und dem außergewöhnlichen Wert in 2016. Die globale Erwärmung verlangsamt sich oder beschleunigt sich nicht; sie setzt sich in den letzten Jahrzehnten einfach unerbittlich fort.“

Artikel: Stefan Rahmstorf, Grant Foster, Niamh Cahill (2017): Global temperature evolution: recent trends and some pitfalls. Environmental Research Letters [DOI:10.1088/1748-9326/aa6825]

Weblink zum Artikel: http://iopscience.iop.org/article/10.1088/1748-9326/aa6825

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