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Editorial der Fachzeitschrift Nature: Forschungsdekade 2020-30 braucht Fokus auf Klimathemen

13.01.2020 - Beiträge zur Begrenzung der globalen Erwärmung sollen eine zentrale Aufgabe der Forschung in den 2020er Jahren sein. „Das kommende Jahrzehnt muss sich auf den Klimawandel fokussieren", heißt es in einem kürzlich erschienenen Editorial der weltweit führenden wissenschaftlichen Fachzeitschrift Nature. In den 2010er Jahren gab es Durchbrüche in den Forschungsfeldern der Künstlichen Intelligenz mit ‚deep learning‘, in den Lebenswissenschaften mit dem Umprogrammieren reifer Zellen zu Stammzellen, in der Physik mit der Messung von Gravitationswellen und bei Quantencomputern. All das war bemerkenswert. Jetzt aber erklären die Herausgeber von Nature, dass „mit neuem Wissen und erneuertem Einsatz für soziale und ökologische Verantwortung die 2020er Jahre transformativ sein müssen."
Editorial der Fachzeitschrift Nature: Forschungsdekade 2020-30 braucht Fokus auf Klimathemen

Erdhorizont. Foto: iStock

„Das Tempo der Erwärmung bedeutet, dass das Fenster zur Vermeidung von Temperaturanstiegen von mehr als 1,5 oder 2°C nun erschreckend klein ist. Die 2020er Jahre werden alles entscheidend sein", so Nature. „Wenn die Kohlenstoffemissionen bis 2030 nicht drastisch reduziert werden, werden wir Neuland betreten, einschließlich der Möglichkeit, (...) irreversible Kipppunkte wie den weit verbreiteten Verlust des antarktischen Eises zu überschreiten.“

PIK-Analyse der Kippelemente zentraler Referenzpunkt

Nature bezieht sich mit dieser ernsten Warnung auf eine kürzlich erschienene, hochkarätige Publikation über Kippelemente im Erdsystem, die von einem internationalen Team von Wissenschaftlern unter der Leitung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, der Universität Exeter und der Australia National University konzipiert wurde. „Es geht hier nicht um Eisbären, sondern um unsere eigenen Lebenserhaltungssysteme, um die Ernährung einer Weltbevölkerung von 10 Milliarden Menschen und um die Vermeidung immer katastrophalerer Wetterextreme", sagt Johan Rockström, Direktor des PIK und Ko-Autor des Artikels zu den Kippelementen. „Wir können auf sichere Weise innerhalb der planetaren Belastungsgrenzen des Planeten leben, wenn wir unseren Ausstoß von Treibhausgasen alle zehn Jahre halbieren.“

Zwar ist das Risiko groß, verheerende Kippprozesse im globalen Maßstab auszulösen - aber es besteht auch die Hoffnung, gesellschaftliche Kippprozesse in Richtung Nachhaltigkeit zu aktivieren, erklärt der Initiator des Konzepts, der ehemalige Direktor des PIK, Hans Joachim Schellnhuber, der ebenfalls Ko-Autor der Kippelemente-Studie ist. „Noch ist es uns möglich, uns aus dieser Krise mit Erfindungsreichtum heraus zu arbeiten - sofern die Entscheider in Politik und Wirtschaft nicht nur die Wissenschaft akzeptieren, sondern endlich ihrer Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen gerecht werden. Der Wandel muss und wird kommen."

„Dafür kämpfen, den Status von Fakten und Wahrheit wiederherzustellen“

Saubere Energie ist der Schlüssel, betont Nature. „Alternative Wege, Energie zu erzeugen und gleichzeitig den Kohlenstoffausstoß zu reduzieren, müssen in den kommenden zehn Jahren in großem Maßstab realisierbar werden. Die Forscher müssen innovative Technologien wie die Kohlenstoffabscheidung oder die Spaltung von Wasser durch künstliche Photosynthese verfolgen. Aber Teil der Lösung muss es auch sein, die Art und Weise, wie die Energiewirtschaft betrieben wird, fundamental zu verändern. Um einen nachhaltigeren Weg zu beschreiten, ist ein ehrgeiziger Wille in Politik und Industrie ebenso erforderlich wie wissenschaftlicher Einfallsreichtum."

„Das ist Mangelware in vielen Ländern - besonders in jenen, die von unterschiedlichem Grad an Autoritarismus und Verleugnung des Klimawandels betroffen sind", so die Nature-Herausgeber. „Aber die Forscher dürfen die Hoffnung nicht verlieren. In Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft müssen sie sich erheben, ihre Komfortzonen verlassen und Aktivismus als Teil ihrer Mission anerkennen. Und sie müssen dafür kämpfen, den Status von Fakten und Wahrheit wiederherzustellen."

Weblink zum Nature editorial: https://www.nature.com/articles/d41586-019-03857-x

Weblink to PIK tipping elements study: https://www.nature.com/articles/d41586-019-03595-0 (hier unsere Pressemitteilung dazu)

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