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"Die Welt muss sich nun ohne die USA vorwärts bewegen"

09.11.2016 - Die Wissenschaft kann sich vom Gewinner der US-Präsidentschaftswahl Donald Trump keinen Beitrag zur Stabilisierung unseres Klimas erwarten, sagt Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung. "Die Welt muss sich nun ohne die USA vorwärts bewegen auf dem Weg zur Begrenzung von Klimarisiken und zu Innovationen bei sauberen Technologien."
"Die Welt muss sich nun ohne die USA vorwärts bewegen"

Buttons aus dem US-Wahlkampf 2016. Foto: Thinkstock

„Die Haltung des Wahlgewinners Donald Trump zum vom Menschen verursachten Klimawandel ist bekannt", erklärt Schellnhuber, der auch Mitglied der US-Akademie der Wissenschaften ist. "Ironischerweise hat er zum öffentlichen Erfolg einer Serie von Berichten des Potsdam-Instituts für die Weltbank beigetragen ('Turn down the heat'), indem er sie auf Twitter attackiert hat. Abgesehen hiervon kann die Wissenschaft jedoch kein positives Handeln von ihm in Klimadingen erwarten. Die Welt muss sich nun ohne die USA vorwärts bewegen auf dem Weg zur Begrenzung von Klimarisiken und zu sauberen Technologie-Innovationen. Die USA haben Expertise abgewählt und werden jetzt wahrscheinlich eine Blockadehaltung zeigen, deshalb müssen nun Europa und Asien die Führung übernehmen und die Welt retten."

"Ein formeller Austieg aus dem Pariser Abkommen würde länger als eine Amtszeit des US-Präsidenten dauern, aber natürlich könnten die USA einfach ihren Ausstoß von Treibhausgasen nicht veringern, damit würden sie dann faktisch die internationale Klimapolitik verlassen," fügt Schellnhuber hinzu. "Die USA sind eine der weltgrößten Wirtschaftsmächte. Auch wenn ihre Emissionen nur vier Jahre unvermindert weitergingen, so blieben sie für viele Jahrhunderte in der Atmosphäre. Das Klimasystem vergisst nicht, und es vergibt nicht. Die USA sind potenziell verheerenden Klimafolgen ausgesetzt. Wirbelstürme bedrohen US-Küstenstädte, die Dürre von Kalifornien hat Farmer getroffen, und ein Staat wie Florida ist besonders verletzlich durch den Anstieg des Meeresspiegels. So traurig es ist, langfristig könnte die Natur selbst den US-Bürgern zeigen, dass der Klimawandel kein Schwindel ist. Aber dann könnte es zu spät sein."

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