Sie sind hier: Startseite Aktuelles Nachrichten Das Potsdam-Institut auf der COP22 in Marrakesch

Das Potsdam-Institut auf der COP22 in Marrakesch

09.11.2016 – Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) nehmen aktiv an der UN-Klimakonferenz COP22 in Marrakesch vom 7.-18. November teil. PIK-Direktor Hans Joachim Schellnhuber wird etwa bei einem Side Event des Wissenschaftlichen Beirat Globale Umweltveränderungen (WBGU) sprechen zum Dialog von Wissenschaft und Politik mit Blick auf die Ziele von Paris. PIKs Chefökonom Ottmar Edenhofer wird auf einem weiteren Side Event die Potenziale der Vereinbarung von Paris mit Kollegen von der Arizona State University, der Harvard Kennedy School und anderen diskutieren.
Das Potsdam-Institut auf der COP22 in Marrakesch

Eröffnungszeremonie mit dem marrokanischen Außenminister und COP22-Präsident Salaheddine Mezouar und der französischen Umweltministerin Segolene Royal. Photo: UNClimateChange/Flickr

Darüber hinaus wird auch Elmar Kriegler, stellvertretender Leiter des Forschungsbereichs Nachhaltige Lösungsstrategien auf einem Side Event sprechen. Gemeinsam mit internationalen Forscherkollegen aus China, Indien und Europa liegt hier der Fokus auf den nationalen Klimaschutzplänen im Hinblick auf das 1,5°C und 2°C-Ziel. Holger Hoff vom PIK wird auf einem Side Event zum Wasser-Energie-Nahrung-Nexus in der MENA-Region sprechen. Christoph Gornott vom PIK nimmt an einem Side Event mit der Munich Re, GIZ und anderen Teil, hier geht es um die Versicherung von Klimarisiken als mögliches Anpassungsinstrument (Details zu den Side Events weiter unten).

Starke Botschaft: Das Paris Abkommen tritt in Kraft

Nur drei Tage vor Start der COP22 trat das Pariser Abkommen offiziell in Kraft: "Dies sendet eine starke Botschaft“, sagt Edenhofer, der auch Professor an der TU Berlin und Direktor des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) ist. „Die Welt ist einig, dass wir in diesem Jahrhundert aus den fossilen Brennstoffen aussteigen. Allerdings beginnt jetzt die echte Arbeit. Länder weltweit müssen erheblich stärkere Pläne zur Emissionsreduktion entwerfen. Wenn sie es ernst meinen mit der Begrenzung der globalen Erwärmung auf deutlich weniger als zwei Grad Celsius, dann können sie zum Beispiel den Bau keines einzigen weiteren Kohlekraftwerks mehr zulassen. Die Bepreisung von CO2 ist entscheidend um drei Dinge zu leisten: Anreize für saubere Innovationen zu geben, emissionsintensive Brennstoffe zu bestrafen, und zugleich den Regierungen Einnahmen zu verschaffen, welche diese dringend benötigen für Verbesserungen der Infrastruktur. Die Forschung zeigt klar: je später wir handeln, desto mehr steigen die Kosten. Sie steigen gemessen in Euro, Dollar und Yuan - und, noch wichtiger, in menschlichem Leid."

In einem Interview mit dem Handelsblatt betonte Edenhofer die Wichtigkeit der CO2-Bepreisung für die Reduktion von Emissionen. "Mindestens ebenso wichtig wie das Fortkommen in Marokko ist der G20-Prozess. Die Bundesregierung übernimmt
Ende des Monats die Präsidentschaft der Gruppe der weltweit 20 größten Volkswirtschaften - und hat hier die einmalige Chance, Weichen zu stellen", sagte er. Schellnhuber sprach mit dem  China News Service in einem Interview darüber, dass es zwar viele ermutigende Signale aus Ländern wie China gibt, die etwa Emissionshandelssysteme planen - gleichzeitig seien aber auch neue Kohlekraftwerke in Planung, was Bemühungen für den Klimaschutz konterkarieren könnte.

Wolfgang Lucht, Ko-Leiter des PIK-Forschungsbereichs Erdsystemanalyse sprach im Deutschlandfunk über die Notwendigkeit des Kohleausstiegs, wenn internationale Klimaziele erreicht werden sollen. "Die globale Erwärmung auf einem Level zu halten, das noch zu managen ist - so wie mit dem Paris Agreement entschieden - ist ein Wettlauf mit der Zeit", so Stefan Rahmstorf, ebenfalls Ko-Leiter des Forschungsbereichs Erdsystemanalyse, gegenüber der Nachrichtenagentur Associated Press. Die Landwirtschaft ist für fast ein Viertel der globalen Emissionen verantwortlich und deshalb sehr relevant für den Klimaschutz, erklärte Hermann Lotze-Campen, Leiter des PIK-Forschungsbereichs Klimawirkung und Vulnerabiliät im Deutschlandradio. Anders Levermann, Ko-Leiter des Forschungsbereichs Nachhaltige Lösungsstrategien informierte Medien wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung über neueste wissenschaftliche Erkenntnisse mit Relevanz für die Klimakonferenz.

Paris Reality Check - pledged climate futures

Detaillierte Informationen zum Prozess der Ratifizierung, den Intended Nationally Determined Contributions (INDCs) und vielen weiteren Ressourcen mit Bezug zur COP22 und der Paris Vereinbarung sind verfügbar auf: https://www.pik-potsdam.de/paris-reality-check/.  Ein Team von PIK-Wissenschaftlern beobachtet aktuelle Entwicklungen beim Klimaschutz und setzt sie in Bezug zu möglichen Klimafolgen. Am Potsdam-Institut wird auch das Intersectoral Impacts Modelling Intercomparison Project (ISI-MIP) koordiniert, das mehr als 100 Modellierergruppen von Wissenschaftseinrichtungen aus aller Welt zusammenbringt.

Side Events mit PIK-Beteiligung:

  • The nexus approach in the MENA region: A road to climate adaptation and mitigation in science, policy-making and practical implementation
    Thursday, 10 Nov 2016 12:30-14:00, EU Pavilion (Bratislava)

    The Middle East and North Africa face growing challenges related to water supply, energy security and political stability, which are likely to be exacerbated by climate change. This makes it crucial to develop integrated approaches to natural resources management, socio-economic and industrial development, and overall policy-making. This event will discuss how the water-energy-food nexus approach can help achieve the needed integration, with insights from experts and MENA-region decision-makers.
    With Holger Hoff (PIK) and Richard Klein (SEI) and others.
    Weblink
    : https://sei-international.org/sei-events-at-cop22
  • Science-Policy Dialogue to Reach Paris Targets via Transformation at All Levels of Governments
    Tuesday, 15 Nov 2016 15:00 - 16:30, Mediterranean

    Discussion on pathways to accelerate the global transformation towards zero emissions and the role of cities therein, concurrently with the progress in programmatic approaches for raising ambition in climate action of local and subnational governments, among – among WBGU, ICLEI and guests.
    Speakers: H J Schellnhuber (WBGU and PIK), N Nakicenovic (WBGU and IIASA), Park Won Soon, ICLEI (tbc), G Van Begin, ICLEI, and others.
    Weblink
    : http://www.wbgu.de/presse-termine/veranstaltungen/
  • Climate risk insurance as an adaptation tool for the most vulnerable
    Wednesday, 16 Nov 10:30-12:00, EU Pavilion (Bratislava)

    What is the significance of climate risk insurance (CRI) in the context of agricultural insurance solutions and Loss & Damage? How can climate risk management be improved by integrating insurance? How can yield loss assessment fill the gaps for crop micro insurance schemes in order to stabilize smallholder farmers’ incomes and decrease the vulnerability of the food production system? What is the opportunity for the G7 InsuResilience Initiative to change the paradigm how poor & vulnerable communities manage climate risks?
    Presenters: Christoph Gornott (PIK) Laura Schäfer (MCII) Michael Zissener (MCII). Panelists: Hans Joachim Schellnhuber (PIK) Peter Höppe (MCII, Munich Re) Branko Wehnert (GIZ) Karsten Löffler (Allianz Climate Solutions). Moderator Kira Vinke (PIK)
    Weblink
    : http://ec.europa.eu/clima/events/0112/calendar_en.htm#schedule
  • G20-Policy-Options towards Pricing Carbon
    Wednesday, 16 Nov 18:30-20:00 EU Pavillion (Bratislava)
    The side event will bring together voices from business, civil society, decision makers and think-tanks across the G20 to discuss challenges and opportunities for a G20-roadmap towards carbon-pricing, and explore strategies and policy options to create momentum within the world’s leading economies. The Event is organized by Christoph Bals, Policy Director of Germanwatch, Prof. Dr. Ottmar Edenhofer, Director Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) and Deputy director and chief economist Potsdam-Institute for Climate Impact Research (PIK), and Holger Lösch, Member of the executive board of the Federation of German Industries (BDI)
    Weblink:http://www.mcc-berlin.net/en/events/event-detail/article/mcc-participates-in-several-cop-events.html
    Weblink: http://ec.europa.eu/clima/events/0112/calendar_en.htm#schedule
  • Realizing the Potential of the Paris Agreement
    Thursday, 17 Nov 2016 11:30—13:00, Arabian

    How can the Paris Agreement be elaborated, implemented, and complemented - so that its potential to advance mitigation and adaptation best be realized? Sub-topics, among others: the relationship between national policy and multilateral action; approaches to increasing mitigation ambition over time.
    Speakers: Kelly Sims Gallagher (Tufts Fletcher School) Daniel Bodansky, (Arizona State University) Ottmar Edenhofer (PIK and MCC Berlin) Robert Stavins (Harvard Kennedy School) Possibly one other speaker
    Weblink
    : https://seors.unfccc.int/seors/reports/events_list.html?session_id=COP22
  • Ratcheting up NDCs: Consistent national roadmaps towards the global objective of 1.5C and 2C
    Thursday, 17 Nov 2016 15:00—16:30, Pacific

    Based on a collaboration of 18 institutes from Europe, Asia and the Americas, viable strategies for ratcheting up the NDCs, and their implications for sustainable development (SDGs) are presented. Specifically, we compare the effort across key countries, such as the EU, China, Brazil and India.
    Speakers: Ritu Mathur, TERI; Jiang Kejun, NDRC-ERI; Roberto Schaeffer, COPPE; Keywan Riahi, IIASA; Volker Krey, IIASA; Elmar Kriegler, PIK
    Weblink
    : https://seors.unfccc.int/seors/reports/events_list.html?session_id=COP22

Artikelaktionen

Contact PR

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die PIK-Pressestelle:
Tel.: +49 (0) 331 288 2507
E-Mail: presse(at)pik-potsdam.de

Möchten Sie unsere Nachrichten per RSS Feed abonnieren?
RSS Feed rss feed