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CO2-Bepreisung zum Klimaschutz ist sozial gerecht machbar

13.05.2019 - Die Bundesregierung diskutiert über eine bessere Bepreisung des Treibhausgases CO2, um unser Klima zu stabilisieren. Neue Berechnungen des Mercator Institute for Global Commons and Climate Change (MCC) zeigen jetzt: dies wäre möglich ohne eine höhere Belastung der Bürgerinnen und Bürger. Leiter des MCC ist Ottmar Edenhofer, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK). Der Ökonom forscht seit Jahren zur Frage einer sozial gerechten CO2-Bepreisung. Über seine neuen Berechnungen berichtete in großer Aufmachung das Magazin Wirtschaftswoche.
CO2-Bepreisung zum Klimaschutz ist sozial gerecht machbar

Foto: thinkstock

 „Der Effekt in der Einführungsphase einer solchen CO2-Preisreform läge je nach Haushaltstyp zwischen 38 Euro Netto-Belastung und 19 Euro Netto-Entlastung pro Jahr, sagt Matthias Kalkuhl, Leiter der MCC-Arbeitsgruppe Wirtschaftswachstum und menschliche Entwicklung. Später seien Entlastungen für typische Familien in großen Städten um mehr als 200 Euro im Jahr möglich, während gutverdienende Haushalte in der Größenordnung von 150 Euro im Jahr belastet werden.

Die Berechnungen orientieren sich an einem Konzept, das Edenhofer gemeinsam mit Christoph Schmidt vorgelegt hat. Dieser ist Chef des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung für die Bundesregierung. Demnach würden im Jahr 2020 die Energiesteuern auf Heizöl, Erdgas und andere zum Heizen verwendete fossile Brennstoffe so verändert, dass sich daraus ein impliziter Preis von zunächst 20 Euro je emittierter Tonne CO2 ergibt. Beim Treibstoff für Autos würde der CO2-Preis auf die bestehenden Steuern aufgeschlagen. Die Stromsteuer würde auf das europäische Mindestniveau reduziert. Und das Aufkommen aus dieser Preisreform würde als einheitlicher Pro-Kopf-Betrag an die Bürger zurückgegeben.

Damit die Klimaziele erreicht werden, müsste der CO2-Preis nach 2020 kontinuierlich und für alle Marktteilnehmer verlässlich planbar steigen. Die MCC-Rechnung ermittelte deshalb auch die Folgen für 40 und 60 Euro:

Haushaltstyp

Jährliche Nettobelastung (-) bzw.
-entlastung (+) in Euro bei einem CO2-Preis pro Tonne von …

 

… 20 Euro

… 40 Euro

… 60 Euro

Einkommen oberste 10 Prozent, großstädtisch, 2 Erwachsene

-8

-77

-153

Einkommen Mittelschicht, großstädtisch, 2 Erwachsene, 2 Kinder

-11

+108

+236

Einkommen Mittelschicht, ländlich, 2 Erwachsene, 2 Kinder

-38

- 17

+12

Einkommen unterste 10 Prozent, verstädtert, Single

+19

+40

+60

Weblink zu der Veröffentlichung in der Wirtschaftswoche: https://www.wiwo.de/politik/deutschland/neue-untersuchung-co2-steuer-ohne-zusaetzliche-belastung-fuer-familien-und-geringverdiener/24279688.html

Weblink zum Konzept von Edenhofer & Schmidt: https://www.pik-potsdam.de/aktuelles/pressemitteilungen/klimaplan-fuer-deutschland-oekonomen-schlagen-co2-preisreform-vor

Weblink zum MCC: https://www.pik-potsdam.de/aktuelles/pressemitteilungen/klimaplan-fuer-deutschland-oekonomen-schlagen-co2-preisreform-vor

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