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Wie der Mensch sich seine Welt macht: Abschluss des Anthropozän-Projekts

15.12.2014 - Mit einem zweiwöchigen Campus-Programm ist das Anthropozän-Projekt im Berliner Haus der Kulturen der Welt abgeschlossen worden. "Unsere Vorstellung von der Natur ist überholt. Der Mensch formt die Natur" – so der Kern der zugrunde liegenden Anthropozän-These, die seit 2013 in zahlreichen Veranstaltungen, Ausstellungen und Diskussionsrunden zwischen Naturwissenschaft, Kultur, Politik und Alltag ausgelotet wurde. Zahlreiche namhafte Künstler, Architekten, Designer, Geistes- und Naturwissenschaftler waren an dem Projekt und dem abschließenden Campus beteiligt. Begleitet hat das umfassende Anthropozän-Projekt von Beginn an auch Wolfgang Lucht vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung.
Wie der Mensch sich seine Welt macht: Abschluss des Anthropozän-Projekts

Wolfgang Lucht (rechts) und Dominique Pestre im Gespräch. Foto: Sera Cakal/Haus der Kulturen der Welt

„Die Herausforderung des Anthropozäns erfordert neue Formen der Wissensproduktion und Wissensvermittlung. Traditionelle akademische Studien in verschiedenen, klar von einander getrennten Disziplinen werden den komplexen Fragen der heutigen Zeit vor dem Hintergrund globaler sozialer und ökologischer Probleme vermutlich nicht mehr gerecht“, sagt Lucht, Leiter des Forschungsbereichs Erdsystemanalyse am PIK.

Während des Eröffnungsevents des transdiziplinären Anthropozän-Campus diskutierte Lucht etwa mit dem Architekten und ehemaligen Direktor des Bauhaus in Dessau,  Philipp Oswalt, wie Bilder und Diagramme der Erde das Anthropozän prägen. Dieses Thema wurde auch in einem zweitägigen intensiven Seminar „Imaging the Anthropocene“ wieder aufgegriffen, das Lucht und Oswalt gemeinsam mit dem schwedischen Wissenschaftshistoriker Sverker Sörlin und dem britischen Soziologen Bronislaw Szerzynski für 35 ausgewählte junge Nachwuchswissenschaftler gaben. Über die „Limits of Knowledge“ diskutierte Lucht zum Abschluss des Anthropozän-Campus mit dem französischen Wissenschaftshistoriker Dominique Pestre.

„Es waren außergewöhnliche zehn Tage“, sagt Lucht. „Durch die Kombination aus bekannten Künstlern und Wissenschaftlern mit brillianten Nachwuchsforschern war es möglich, sowohl die Bedeutung als auch neue Perspektiven für die kommenden Dekaden tiefgehend zu diskutieren. Wer sind wir, wie entwickelt sich unsere Welt, und wie könnte eine andere Zukunft aussehen?“ Das seien einige der Fragen die im Rahmen des Anthropozän-Campus untersucht wurden und auf der Internetseite des Projekts und in einem umfassenden „Anthropozän-Kursbuch“ dokumentiert werden.
 

Weblink zum Anthropozän-Projekt:
http://hkw.de/de/programm/projekte/2014/anthropozaen/anthropozaen_2013_2014.php

Video: Limits of Knowledge mit Wolfgang Lucht und Dominique Pestre:
http://hkw.de/de/app/mediathek/video/36727

Audio-Mitschnitt: Imaging the Anthropocene, mit Wolfgang Lucht und Philipp Oswalt:
https://soundcloud.com/hkw/anthropocene-campus-imaging

Interview mit Wolfgang Lucht zum Anthropozän-Projekt in der Zitty: 
http://www.zitty.de/system-risiko.html

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