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Lokale Nahrungsmittelversorgung könnte globale Ernährungssicherheit fördern

04.09.2014 - Eine lokale oder regionale Nahrungsmittelversorgung könnte dazu beitragen, die Ernährungssicherheit über Kontinente hinweg zu gewährleisten, so eine neue Studie von Wissenschaftlern des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK). Sie untersucht, unter welchen Bedingungen eine Umstellung auf lokale Lebensmittelversorgung zur Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln führen könnte. Durch eine Erhöhung der Ernteerträge auf verschiedenen Wegen könnten sich alle Kontinente bis zum Jahr 2050 selbst mit Lebensmitteln versorgen. Dies könnte dazu beitragen, das aktuelle Gesamtvolumen des internationen Agrarhandels zu verringern, obwohl ein solcher Warenaustausch in einigen Regionen weiterhin bedeutend sein würde. Die Studie ist die erste ihrer Art, die zeigt, dass Maßnahmen auf lokaler Ebene dazu beitragen könnten, in vielen Regionen eine Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln zu gewährleisten.
Lokale Nahrungsmittelversorgung könnte globale Ernährungssicherheit fördern

Neue PIK-Studie: Lokale und regionale Maßnahmen zur Nahrungsversorgung könnten globale Ernährungssicherheit gewährleisten. Foto: Thinkstock

"Einer der neuen Ansätze, die wir in unserer Studie aufgegriffen haben, ist, dass wir unsere Ergebnisse auf einer weitreichenden räumlichen Skala abgebildet haben, die von der kommunalen bis zur globalen Ebene reicht", sagt der Leitautor Prajal Pradhan. "Wir haben die niedrigste mögliche Verwaltungsebene bestimmt, auf der eine Region eine Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln erreichen könnte." Abgesehen vom grundlegenden Kalorienverbrauch untersucht die Studie auch, wie andere Faktoren die Zukunftsszenarien beeinflussen könnten, wie etwa Veränderungen in der Ernährungsweise sowie die Auswirkungen des Klimawandels und der Urbanisierung.

Die Studie legt nahe, dass sowohl die Verminderung von Lebensmittelabfällen und das Schließen von Ernteertragslücken zu einer deutlichen Erhöhung des Selbstversorgungsanteils weltweit auf allen Gebietsebenen führen könnten. Durch den dafür notwendigen Ausbau von Ackerflächen und eingeschränkte Ressourcen wie Wasser könnte sich jedoch in einigen Regionen eine Steigerung der Ernteerträge als wenig praktikabel erweisen.

"Das führt zu einigen wichtigen Fragen: Wie könnte eine nachhaltigere Erhöhung der Ernteerträge in diesen Regionen erreicht werden und wie können die Verbraucher dazu ermutigt werden, ein nachhaltigeres Konsumverhalten zu entwickeln?" sagt Jürgen Kropp, der stellvertretende Leiter des PIK-Forschungsbereichs Klimawirkung und Vulnerabilität. "Zur Beantwortung dieser Fragen wird weitere Forschung notwendig sein, aber diese Studie gibt wichtige Hinweise darauf, welche Maßnahmen notwendig sein könnten, um Ernährungssicherheit auf globaler Ebene zu gewährleisten. In Verbindung mit vorherigen Studien können wir nun eine regionalisierte und verbrauchsabhängige Emissionsprognose für den Nahrungssektor vorlegen."

 

Artikel: Pradhan, P., Lüdeke, M. K. B., Reusser, D. E., & Kropp, J. P. (2014). Food self-sufficiency across scales: How local can we go? Environmental Science and Technology, 48(16), 9463-9470 [DOI: 10.1021/es5005939].

Weblink zum Artikel: http://pubs.acs.org/doi/abs/10.1021/es5005939

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