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EU-Emissionshandel: Wie kann er reformiert werden?

11.02.2014 - Das wichtigste Instrument der europäischen Klimapolitik, der Emissionshandel, scheint wenig wirkungsvoll – die pro Tonne CO2 zu zahlenden Summen jedenfalls sind gering. Um die derzeit allein auf die Preisfrage verengte Debatte zu weiten, veranstaltet der Zusammenschluss der nationalen Akademien der Technikwissenschaften Euro-CASE zusammen mit dem Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) diese Woche einen hochrangig besetzten Workshop in Brüssel. Er soll Optionen für eine Reform des Emissionshandels erkunden. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Wechselwirkung zwischen dem europäischen System und nationalstaatlicher Politik, sowie möglichen Effekten für die öffentlichen Haushalte.
EU-Emissionshandel: Wie kann er reformiert werden?

Handelsraum der Europäischen Strombörse in Leipzig. Foto: J.Jeibmann/EEX

„Der europäische Emissionshandel ist ein weltweit beachtetes Beispiel, ob im Guten oder im Schlechten“, sagt Ottmar Edenhofer, Direktor des MCC und Chef-Ökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK). Zusammen mit Bernard Tardieu von der französischen National-Akademie für Technikwissenschaften (NATF) leitet er die Euro-CASE Energie-Plattform. „Inzwischen konnten mit diesem einzigartigen markt-basierten Ansatz der Klimapolitik eine Menge Erfahrungen gesammelt werden“, erklärt Edenhofer. „Auf dieser Grundlage muss das System von Emissionsbegrenzung und Emissionshandel weiterentwickelt werden. Wir hoffen, dass die Wissenschaft Erkenntnisse beisteuern kann, die bei dieser Herausforderung helfen.“

Eins der Themen des Workshops wird der jüngste Vorschlag der EU-Kommission zu den EU2030 Klima- und Energie-Zielen sein, die in den kommenden Monaten von den Regierungen der Mitgliedsländer im EU Rat diskutiert werden. „Einer der wichtigsten Reformschritte des Emissionshandels ist wahrscheinlich eine frühzeitige Festlegung eines ambitionierten Emissionsminderungsziels bis 2030", sagt Brigitte Knopf, die am PIK die Forschungsgruppe Energiestrategien Europa und Deutschland leitet und den Workshop vorbereitet hat. Darüber hinaus wollen die Forscher auch debattieren, ob jenseits der Strom-Erzeugung auch andere Sektoren – zum Beispiel Transport und Wärme – in den Emissionshandel einbezogen werden sollten.

Unter den Teilnehmern des Workshops ist Rob Stavins von der Universität Harvard und Denny Ellerman von der MIT Sloan School of Management, genauso wie Jos Delbeke, Generaldirektor von der DG Klima der EU-Kommission, und Bran Ager, Generalsekretär des Europäischen Runden Tisches der Industriellen. Sie werden versuchen, das intellektuelle Fundament zu legen für ein weiteres Treffen mit wichtigen politischen Entscheidungsträgern Ende des Jahres.

 

Über Euro-CASE:

Der European Council of Academies of Applied Sciences, Technologies and Engineering, Euro-CASE ist der Dachverband von Europas Nationalakademien der Technikwissenschaften aus 21 Staaten mit rund 6000 Mitgliedern. In Deutschland zählt die Acatech dazu. Der Zusammenschluss bietet den europäischen Institutionen und den Mitgliedsstaaten unparteiliche und ausgewogene Politikberatung zu Fragen von Innovation und Technologie.

Weblink: www.euro-case.org

 

Über das MCC:

Als gemeinsame Gründung der Stiftung Mercator – von der die Grundfinanzierung stammt – und des PIK will das Mercator Research Center on Global Commons and Climate Change in Berlin ‚Landkarten des Wissens’ entwickeln, um Politik in einem gesellschaftlichen Lernprozess beraten zu können. Einschätzungen und Berichte zu den vom weltweiten Wirtschaftswachstum geschaffenen neuen Knappheiten sprechen ausdrücklich Risiken und Unsicherheiten an, im ständigen Dialog mit den Nutzern der Ergebnisse.

Weblink: www.mcc-berlin.net

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