Sie sind hier: Startseite Aktuelles Nachrichten Archiv 2014 CO2-Düngung: Versteckter Hunger

CO2-Düngung: Versteckter Hunger

27.06.2014 - Als Ursache des Klimawandels haben CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen potenziell negative Auswirkungen auf Ernteerträge - zugleich ist das Gas aber für die Pflanzen ein Dünger. Dieser positive Effekt, so zeigt jetzt neue Forschung von der Harvard School of Public Health und anderen, geht auf Kosten des Nährwertes der von den Bauern erzeugten Lebensmittel. Dies kann zu verstecktem Hunger führen, erklären Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) in einem in Nature Climate Change erschienenen Kommentar. Eine Ernährung mit genügend Kalorien könnte einhergehen mit einem Mangel an Vitaminen und Mineralien.
CO2-Düngung: Versteckter Hunger

Harte Arbeit auf dem Reisfeld: Bäuerin in Madagaskar. Foto: Mazerand/iStock

"Damit wir die Risiken für die Qualität der Ernährung besser verstehen, müssen wir zwei Herausforderungen anpacken", sagt der Leitautor des Kommentars, Christoph Müller. "Erstens müssen der CO2-Düngung und ihre zwiespältigen Wirkungen dringend in die Computer-Simulationen künftiger Ernten eingebaut werden. Zweitens sollte die Forschung von einer Betrachtung allein der Mengen der Lebensmittelproduktion erweitert werden zu einer Betrachtung auch der Qualität." Das Intersectoral Impacts Model Intercomparison Project (ISI-MIP), das vom PIK koordiniert wird, und das Agricultural Model Intercomparison and Improvement Project (AgMIP) "könnten und sollten als Plattform dienen, um diese Weiterentwicklung der Forschung zu unterstützen", so Müller. Er ist an beiden Projekten beteiligt.

 

Link zu dem Kommentar zu verborgenem Hunger und CO2-Düngung von Müller et al: http://www.nature.com/nclimate/journal/v4/n7/full/nclimate2290.html?WT.ec_id=NCLIMATE-201407

Link zu der Studie über Nährwerte und CO2-Düngung von Myers et al: http://www.nature.com/nature/journal/v510/n7503/full/nature13179.html

Link zu ISI-MIP: https://www.isimip.org

Link zu AgMIP: www.AgMIP.org

Artikelaktionen

Contact PR

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die PIK-Pressestelle:
Tel.: +49 (0) 331 288 2507
E-Mail: presse(at)pik-potsdam.de