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Armut bekämpfen, Klimawandel vermindern

29.10.2014 - Die Abschwächung des Klimawandels kann nur durch die Bekämpfung der Armut in den Entwicklungsländern gelingen. Sinnvoll wäre deshalb, wenn die internationale Staatengemeinschaft gleichermaßen die globale Reduktion von Treibhausgasen und die Entwicklungsziele der ärmeren Staaten angehen würde. Das ist das Ergebnis einer jetzt veröffentlichten Studie eines Forscherteams, die geleitet wurde von Experten des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) und des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK).
Armut bekämpfen, Klimawandel vermindern

Der Kibera Slum in Nairobi, Kenia - er gilt als der größte Afrikas. Foto: Thinkstock

„Besonders vielversprechend wären ein Abbau von Subventionen für fossile Energieträger, eine Veränderung der Brennstoffe im Energiesektor und emissionsarme Technologien für eine dezentrale Energieversorgung“, sagt Ko-Autor Jan Steckel vom MCC, der zugleich Gastwissenschaftler am PIK ist. Beispielsweise wäre die Förderung lokaler Solaranlagen und Mini-Wasserkraftwerke denkbar. Laut der Studie wäre es empfehlenswert, sich klimapolitisch nicht nur auf große Emittenten der BRICS-Staaten Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika zu konzentrieren. Gerade auch kleinere Staaten wie Vietnam oder Nigeria verzeichnen ein rasches Wirtschaftswachstum - steigende Emissionen sind hier absehbar.

Die Autoren warnen zudem, die Entwicklungsziele ärmerer Staaten nicht nur unter finanziellen Gesichtspunkten zu beachten, sondern auch die institutionellen Voraussetzungen für mögliche Finanztransfers in den Blick zu nehmen. „Wir gehen davon aus, dass viele Staaten oft nicht das institutionelle Umfeld haben, hohe Summen zur Förderung von Maßnahmen zur Emissionsminderung auch effektiv einzusetzen. Hier müssten die Industriestaaten ansetzen, denn nur Geld zu zahlen reicht nicht“, sagt Michael Jakob vom MCC, ebenfalls Gastwissenschaftler am PIK und Leitautor der Studie. „Hohe Klimafinanzhilfen könnten das Wirtschaftswachstum sogar dämpfen.“

Die jetzt in Nature Climate Change veröffentlichte Studie hat als einen der Autoren Ottmar Edenhofer, Chef-Ökonom des PIK und Direktor des MCC. Sie ist Teil des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekts „ENTDEKEN“

 

Artikel: Jakob, M., Steckel, J., Klasen, S., Lay, J., Grunewald, N., Martinez-Zarzoso, I., Renner, S., and Edenhofer, O. (2014) Feasible Mitigation Actions in Developing Countries, Nature Climate Change. DOI:10.1038/nclimate2370

Weblink zum Artikel: http://www.nature.com/nclimate/journal/v4/n11/full/nclimate2370.html

Weblink zum MCC: http://www.mcc-berlin.net/

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