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Schlaglichter zum neuen IPCC-Bericht

15.10.2013 - „Die Erwärmung des Klimasystems ist eindeutig“ – so lautet die erste von 18 Hauptaussagen des Intergovernmental Panel on Climate Change IPCC zum kürzlich veröffentlichten ersten Teil seines neuen Assessment Reports (AR5). Über die Veröffentlichung wurde in den Medien breit berichtet, auch Leitautoren und Experten des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) wurden nach ihren Einschätzungen gefragt.
Schlaglichter zum neuen IPCC-Bericht

Wellenbrecher an der Küste. Foto: Thinkstock

„Extrem-Hitze, steigender Meeresspiegel, Eisschmelze, Regengüsse – was ist los mit unserem Klima?“, fragte die millionenfach gelesene BILD-Zeitung Anders Levermann, Leitautor des Kapitels zum Meeresspiegelanstieg im AR5, in einem ausführlichen Interview. „Wir haben in den letzten 100 Jahren eine Erwärmung von erst 0,8 Grad beobachtet und sehen bereits die Auswirkungen“, sagte Levermann. Noch in diesem Jahrhundert könnte der Meeresspiegel um bis zu einen Meter ansteigen – „und das ist als Zusammenfassung der Ergebnisse aller Forscher eine eher konservative Schätzung.“

Im Deutschlandfunk erläuterte er die möglichen Folgen eines Meerespiegelanstiegs für Küstenregionen etwa durch Extremereignisse wie Fluten, die häufiger werden könnten. Mit der internationalen Nachrichtenagentur AFP sprach Levermann über Herausforderungen der klarer werdenden regionalen Folgen wie Dürren, Überflutungen und steigenden Meeresspiegeln: „Es ist ein Zeichen eines Reifeprozesses, dass sich die die Diskussionen weg bewegen von der Frage, ob es einen menschengemachten Klimawandel gibt und hin zu der Frage, wie wir dem Klimawandel begegnen können“, sagte er.

Andrey Ganopolski, Leitautor des Kapitels zur Klimasensitivität erklärte in der Süddeutschen Zeitung den Hintergrund der vom IPCC angegebenen Spanne zwischen 1,5 und 4,5 Grad Celsius. Trotz Unsicherheiten sei es „unvernünftig, zu sehr auf die untere Grenze der Klimasensitivität zu schielen“, sagte Ganopolski. „Die obere ist genauso wahrscheinlich, und wenn sich 4,5 Grad als wahrer Wert herausstellt, wird die Erwärmung viel gefährlicher als angenommen.“ Stefan Rahmstorf, einer der Leitautoren des letzten IPCC-Berichts, sprach im RBB Inforadio über den menschlichen Einfluss auf das Erdklima und Fortschritte bei den Modellen zum Meeresspiegel durch das explizite Einbeziehen der Eismassen der Antarktis und Grönlands. „Der aktuelle IPCC-Bericht rechnet mit einem 50 Prozent schnelleren Meeresspiegelanstieg gegenüber dem letzten Bericht“, so Rahmstorf. Mit heute.de sprach Rahmstorf über die Rolle natürlicher Schwankungen im Klimasystem und extreme Wetterphänomene des letzten Jahrzehnts: „Die Situation hat sich in keiner Weise entspannt“, sagte Rahmstorf.

„Je länger wir warten, desto teurer wird es“, sagte Ottmar Edenhofer in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung, es sei vernünftig, den Klimawandel aus einer Risikoperspektive zu betrachten. Edenhofer ist Chef-Ökonom und Vize-Direktor des PIK sowie Ko-Vorsitzender der IPCC Arbeitsgruppe 3, die ihre Ergebnisse 2014 veröffentlichen wird. Als „climate chairman“ hat die renommierte Fachzeitschrift Nature Edenhofer in der Sonderausgabe „Outlook for Earth“ zur Arbeit des IPCC und des fünften Assessment Reports porträtiert.


Weblink IPCC Headline Statements:

http://www.climatechange2013.org/images/uploads/WG1AR5_Headlines.pdf

Weblink IPCC Working Group 1 Report "The Physical Science Basis":
http://www.climatechange2013.org/

Weblink IPCC Veröffentlichungsdaten für den AR5:
http://www.ipcc.ch/news_and_events/press_information.shtml#.Ulvbv9JSiQ0

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