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Pfade zu einem neuen internationalen Klima-Regime: Wissenschaftler stellen Optionen auf der COP19 in Warschau vor

31.10.2013 - Wie kann das nächste globale Klimaabkommen Initiativen einzelner Nationen oder Regionen mit multilateralen Ansätzen der internationalen Staatengemeinschaft zusammenbringen? Und wie kann mit solchen „hybriden“ Herangehensweisen aus bottom up und top-down ambitionierter Klimaschutz erreicht werden? Diesen Fragen geht ein gemeinsames Papier nach, das jetzt veröffentlicht wurde vom Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) – gegründet im vergangenen Jahr vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und der Stiftung Mercator - und dem Harvard Project on Climate Agreements. Die Ergebnisse werden am 20.November in Warschau auf einer Veranstaltung am Rande des Weltklimagipfels COP19, der UNFCCC Conference of the the Parties, diskutiert.
Pfade zu einem neuen internationalen Klima-Regime: Wissenschaftler stellen Optionen auf der COP19 in Warschau vor

Verhandler beim Weltklimagipfel 2012 in Doha. Foto: UNFCCC

Es werden dort sprechen Robert N. Stavins vom Harvard Project on Climate Agreements, Chef-Ökonom des PIK und Direktor des MCC, Ottmar Edenhofer, und Andreas Löschel vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung.

„Es ist sehr unwahrscheinlich, dass ein neues Klimaabkommen umfassende verbindliche nationale Ziele und Zeitpläne für Treibhausgas-Reduktionen beinhalten wird“, erklärt Ottmar Edenhofer. „Dagegen stellen sich wichtige Emittenten. Deshalb müssen alternative Optionen untersucht werden – ohne aus dem Blick zu verlieren, dass Verzögerungen die Kosten und Risiken steigen lasssen. Die Komplexität des Themas und die ökonomischen Implikationen sind enorm groß, deshalb sollten sich die derzeit unter der Durban Platform for Enhanced Action stattfindenden UNFCCC Verhandlungen nicht darauf fokussieren, in Paris 2015 sämtliche Probleme gleichzeitig lösen zu wollen.

„Stattdessen muss sorgfältig bedacht werden, wie die Aufgaben und Verantwortlichkeiten der verschiedene politischen Ebenen von der lokalen über die nationalen bis hin zur globalen Ebene sinnvoll verteilt werden können,“ so Edenhofer weiter. „Die UNFCCC und andere internationale Initiativen könnten bei der Koordination des Ambitionsniveaus nationaler Klimapolitiken eine zentrale Rolle spielen und internationale Mechanismen zur Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen, sowie zur Koordination und Verknüpfung nationaler Politikmaßnahmen und der Unterstützung technischer Innovationen implementieren. In einem solchen dynamischen Ansatz könnte das Ambitionsniveau nationaler Politiken dann schrittweise erhöht werden. Auf nationaler Ebene könnte ein CO2 Preis als Einnahmequelle für Staatsfinanzen ein wichtiger Faktor in der Bereitschaft zur Implementierung ambitionierterer Politiken werden. Ein solcher Mix aus top-down und bottom-up stellt sicherlich keine heroische Lösung des Problems dar, hätte dafür aber den wichtigen Vorteil, möglicherweise machbar zu sein. Damit könnten schrittweise die institutionellen Voraussetzungen und das Vertrauen aufgebaut werden, um mittel- bis langfristig tiefergreifende Emissionsreduktionen zu erreichen.  Ein nachhaltiges Scheitern internationaler Klimapolitik kann sich die Welt nicht leisten“.

„Die Durban Platform for Enhanced Action bietet die Gelegenheit, alle wichtigen Treibhausgas-Emittenten in ein neues internationales Klima-Regime mit einzubeziehen, das bedeutsame Emissionsreduktionen in einem angemessenen Zeitrahmen zu akzeptablen Kosten ermöglicht“, sagt Robert N. Stavins vom Harvard Project of Climate Agreements. „Wir befinden uns an einem wichtigen Punkt der internationalen Verhandlungen – und an einem wichtigen Punkt der breiten Bemühungen mit Blick auf den Klimawandel. Die gemeinsame Forschung des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change und des Harvard Project on Climate Agreements wird hoffentlich hilfreich sein, um sämtliche Gelegenheiten, die sich durch die Durban Platform bieten, voll ausschöpfen zu können.

Das gemeinsame Papier basiert auf einem Workshop des Harvard Project on Climate Agreements und des MCC mit dreißig führenden internationalen Wissenschaftlern – unter anderem aus den USA und Deutschland, aber auch aus China und Indien – und Entscheidungsträgern, darunter Klimaverhandler und Vertreter des UNFCCC Sekretariats und der Europäischen Union. Er fand im Mai am MCC in Berlin statt. Zwei Tage lang diskutierten die Teilnehmer Optionen für ein neues internationales Klima-Regime, das aus der Durban Platform for Enhanced Action hervorgehen könnte.

Die Durban Platform wurde 2011 von der COP-17 eingesetzt und visiert ein neues Abkommen zum Klimaschutz bis 2015 zur COP-21 in Paris an, das 2020 in Kraft treten soll. Der Klimagipfel in Warschau dieses Jahr ist ein wichtiger Meilenstein in diesem Prozess.

 

Weblink zu dem gemeinsamen Papier (Issue Brief): http://belfercenter.ksg.harvard.edu/publication/23528/identifying_options_for_a_new_international_climate_regime _arising_from_the_durban_platform_for_enhanced_action.html? breadcrumb=%2Fexperts%2F2897%2Fottmar_edenhofer

Die Veranstaltung, ein so genanntes side-event, findet statt am Mittwoch, 20.November, von 15:00 -16:30 Uhr, in Raum 3 des Konferenzzentrums der COP.

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