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Jenseits von Warschau: Blick auf die COP20

24.11.2013 - Während die Weltklimakonferenz in Warschau endet, richten Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) ihren Blick bereits auf die nächsten Gipfeltreffen - und auf andere Wege zu mehr Klimaschutz. "Wir können immer noch ein Abkommen zur Verringerung des Ausstoßes von Treibhausgasen erreichen, aber das Jahr 2014 muss hier wirklich Fortschritte bringen", sagt PIK-Direktor Hans Joachim Schellnhuber. Für das kommende Jahr hat UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon die Staatenlenker der Welt zu einem Treffen eingeladen, bevor dann die COP20 in Lima, Peru, stattfindet. "Der Gipfel von Warschau hat, wenig überraschend, leider nicht die nötigen Fortschritte gebracht."
Jenseits von Warschau: Blick auf die COP20

Nach der COP19 in Warschau müssen 2014 wirkliche Fortschritte gemacht werden. Foto: UNFCCC

"Man hat nun einen vagen Zeitplan für ein Abkommen, es gab finanzielle Zusagen", so Schellnhuber in der Süddeutschen Zeitung. "Man hat anerkannt, dass Schadensersatz-Ansprüche für klimabedingte Schäden denkbar sind." Die entscheidende Dynamik komme jedoch weniger von den Klimagipfeln als von den technischen Innovationen einerseits und den Warnzeichen der Natur andererseits. "So traurig das auch ist - selbst Superstürme wie Haiyan sind nur leise Töne der Ouvertüre des Klimawandels. Wenn erste Paukenschläge kommen, werden sich die Staaten schneller bewegen müssen."

Ein wesentlicher Punkt in Warschau war die aufbrechende Kluft zwischen Entwicklungsländern und den entwickelten Nationen beim Klimaschutz. "Die Interessen (beider Gruppen) auszubalancieren, ist in der Tat heikel", sagte Schellnhuber der französischen Nachrichtenagentur Agence France Press. "Es ist klar, dass die industrialisierten Länder eine historische Verantwortung haben, aber dies befreit den Rest der Welt nicht von der Verantwortung, ebenfalls zu handeln."

Während der COP19 in Warschau traf Schellnhuber leitende Delegierte und nahm an einer Veranstaltung des Climate Justice Dialogue Teil, einer Initiative der früheren Präsidentin Irlands, Mary Robinson. Ottmar Edenhofer, Chef-Ökonom des PIK und Direktor des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change, war gemeinsam mit dem Harvard Project on Climate Agreements Gastgeber eines so genannten Side Events. Angesichts des langsamen Vorankommens der internationalen Klimapolitik erkundeten die Forscher mögliche alternative Pfade, "wobei niemand vergessen sollte, dass Kosten und Risiken steigen, je länger wir abwarten", so Edenhofer. Die Debatte drehte sich um die Frage, wie sich Initiativen einzelner Nationen oder Regionen mit multilateralen Ansätzen der internationalen Staatengemeinschaft zusammenbringen lassen.

In Lima traf Jürgen Kropp vom PIK den Präsidenten des nächsten Weltklimagipfels, Perus Umweltminister Manuel Pulgar-Vidal. Sie diskutierten Möglichkeiten künftiger Klimapolitik und eine eventuelle wissenschaftliche Unterstützung durch das PIK. "In dem Gespräch wurde klar, dass Nothilfe bei Naturkatastrophen und die Stärkung der Widerstandsfähigkeit von Staaten und Regionen immer wichtiger werden - besonders aus der Perspektive der Entwicklungsländer, von denen viele von den Folgen des Klimawandels besonders hart getroffen werden", so Kropp. "Allerdings kann nur eine Verringerung der CO2-Emissionen eine immer weitere Zunahme von Schäden verhindern. Und Peru scheint sich dessen sehr bewusst zu sein." Kropp hielt in Peru auch den Hauptvortrag bei der Aula Magna-Konferenz in der Pontificia Universidad Católica del Perú, die der Vorbereitung auf die COP20 diente.

 

Weblink zu COP19: http://www.cop19.gov.pl

Weblink zum Themenpapier internationale Klimapolitik: http://belfercenter.hks.harvard.edu/publication/23528 /identifying_options_for_a_new_international_climate_regime_arising_ from_the_durban_platform_for_enhanced_action.html

Weblink zur Aula Magna Konferenz in Peru: http://www.pucp.edu.pe/aulamagna/

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