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Städter haben nicht automatisch den größeren Kohlendioxid-Fußabdruck

11.09.20113 - Einkommen, Bildung und andere sozio-ökonomische Faktoren wie der Besitz eines Autos oder die Haushaltsgröße können für den Kohlendioxid-Fußabdruck von Ortsbereichen wesentlich wichtiger sein als geographische und infrastrukturelle Kriterien, zeigt eine Studie von Jan Minx und seinen Kollegen vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Anhand von Daten aus Großbritannien haben die Wissenschaftler konsumbasierte Kohlendioxid-Fußabdrücke von 434 Stadtbezirken des Landes mit Schätzungen zum territorialen Kohlendioxid-Ausstoß verglichen und herausgefunden, dass - egal ob im ländlichen oder urbanen Raum – der Lebensstil den wahren Unterschied macht.
Städter haben nicht automatisch den größeren Kohlendioxid-Fußabdruck

Städter haben nicht automatisch den größeren Kohlendioxid-Fußabdruck. Foto: Thinkstock

„Je nach Lebensstil der Bewohner kann der Kohlendioxid-Fußabdruck eines Ortsbereichs hoch oder niedrig sein, ungeachtet davon, ob er sich auf dem Land oder im Stadtzentrum befindet", sagt Leitautor Minx. „Menschen mit ähnlichem Lebensstil wohnen oft nah beieinander, eine sorgfältige Analyse des sozio-ökonomischen Profils einer Region kann deshalb viel über die Größe des Kohlendioxid-Fußabdrucks aussagen.“ Die Wissenschaftler haben mögliche Faktoren für den Kohlendioxid-Fußabdruck untersucht und dabei herausgefunden, dass innerhalb der Stadtbezirke in Großbritannien das Einkommen einer der Schlüsselfaktoren ist neben Bildung, dem Besitz eines Autos oder der Haushaltsgröße. Geographische Bedingungen oder die Infrastrukturen der Ortsgebiete hatten dagegen nur einen geringen oder gar keinen Einfluss auf den Kohlendioxid-Fußabdruck.

Die Wissenschaftler haben sich auf den konsumbasierten Kohlendioxid-Fußabdruck von Siedlungen konzentriert, der alle Kohlendioxid-Emissionen beinhaltet, die während der Produktion von Waren und Dienstleistungen entstehen, die dort innerhalb eines Jahres konsumiert werden. Die Produktion eines T-Shirts verursacht zum Beispiel Emissionen in vielen verschiedenen Teilen der Welt – vom Anbau der Baumwolle zum Färbeprozess, vom Herstellungsverfahren zu Beförderungsleistungen, die für jeden Produktionsschritt erforderlich sind. Im Gegensatz dazu erfassen territoriale Emissionen nur die Kohlendioxid-Emissionen, die vor Ort etwa aus Schornsteinen und Auspuffrohren freigesetzt werden. „Allgemeine Aussagen über die Größe des Kohlendioxid-Fußabdrucks von Ortsgebieten lassen sich nur schwer machen, denn es ist nicht einfach eine Frage des Einkommens oder der städtischen Lebensweise“, sagt Minx. „Unsere Studie zeigt: Eine tieferes Verständnis des Kohlendioxid-Fußabdrucks eines Gebiets muss sich sowohl auf eine sorgfältige Einschätzung geographischer oder infrastruktureller wie auch auf sozio-ökonomische Faktoren stützen."

 

Artikel: Minx, J.; Baiocchi, G., Wiedmann, T., Barrett, J., Creutzig, F., Kuishuang, F., Förster, M., Pichler, P., Weisz, H., Hubacek, K.: Carbon Footprints of Cities and other Human Settlements in the UK. Environmental Research Letters  8 035039 [DOI: 10.1088/1748-9326/8/3/035039]

Link zum Artikel: http://iopscience.iop.org/1748-9326/8/3/035039/article

 

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