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Verstärken Extremereignisse die Erderwärmung? Klimaextreme und Kohlenstoffkreislauf

15.08.2013 - Extreme wie Hitzewellen, Dürren oder Starkregen können durch den Klimawandel nicht nur häufiger auftreten. Sie können die globale Erwärmung auch zusätzlich verstärken, wenn Landökosysteme in der Folge zusätzliches Kohlendioxid freigeben. Den Einfluss von Extremereignissen auf Wälder, Sümpfe, Graslandschaften oder Ackerflächen hat jetzt ein internationales Forscherteam untersucht, darunter auch Wissenschaftler des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). In der renommierten Fachzeitschrift Nature berichten die Wissenschaftler, dass Landökosysteme wegen der klimatischen Ereignisse jährlich etwa elf Milliarden Tonnen weniger Kohlendioxid aufnehmen, als sie es ohne Extremereignisse könnten. Das entspricht etwa einem Drittel der weltweiten Kohlendioxid-Emissionen pro Jahr.
Verstärken Extremereignisse die Erderwärmung? Klimaextreme und Kohlenstoffkreislauf

Dürren verringern die Menge Kohlenstoff deutlich, die von landwirtschaftlichen Nutzflächen aufgenommen wird. Foto: thinkstock

"Landökosysteme spielen eine wichtige Rolle für den globalen Kohlenstoffhaushalt und haben im Klimasystem eine Pufferwirkung“, sagt Kirsten Thonicke vom PIK, eine der Autorinnen der Studie. In den vergangenen 50 Jahren haben Pflanzen und Böden bis zu 30 Prozent der Kohlendioxid-Menge aufgenommen, die der Mensch vor allem aus fossilen Brennstoffen freisetzte. Anhand von Satellitenmessungen und Daten aus Messstationen haben die Forscher nun mit aufwändigen Computersimulationen den globalen Effekt der Extreme auf die Kohlenstoffbilanz untersucht. Insbesondere extreme Dürreperioden reduzieren die Menge an Kohlenstoff deutlich, die Wälder, Wiesen oder landschaftliche Nutzflächen aufnehmen, so ein Ergebnis ihrer Studie.

Erstmals untersuchen mit dem Projekt CARBO-Extreme Wissenschaftler aus acht Nationen weltweit und systematisch die möglichen Folgen der verschiedenen extremen Klimaereignisse für Landökosysteme. Koordiniert wird das Projekt vom Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena.

 

Pressemitteilung des Max-Planck-Institut für Biogeochemie:
http://www.bgc-jena.mpg.de/index.php/PublicRelations/Single?userlang=de&id=1376485517

Webseite CARBO-Extreme Projekt:
http://www.carbo-extreme.eu

Artikel: Reichstein, M., Bahn, M., Ciais, P., Frank, D., Mahecha, M.D., Seneviratne, S.I., Zscheischler, J., Beer, C., Buchmann, N., Frank, D.C., Papale, D., Rammig, A., Smith, P., Thonicke, K., van der Velde, M., Vicca, S., Walz, A., Wattenbach, M: Climate extremes and the carbon cycle. Nature, 15. August 2013 [doi: 10.1038/nature12350]

Weblink zum Artikel: http://www.nature.com/nature/journal/v500/n7462/full/nature12350.html

 

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Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, Pressestelle
Telefon: +49 (0)331 288 2507
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