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Studie: Emissionen früh zu senken bringt mehr, als sie später und dann stärker zu senken

14.01.2013 - Das Vermeiden von Schäden durch den Klimawandel hängt stärker vom frühen Beginn des Rückgangs von Treibhausgas-Emissionen ab als von der Geschwindigkeit dieses Rückgangs. Das ist ein Ergebnis der ersten Abschätzung von weltweiten Folgen des Klimawandels über alle Sektoren hinweg, von Überflutungen an den Küsten bis zu Ernteverlusten, die jetzt in Nature Climate Change veröffentlicht wurde. Regelungen zur Emissionsreduktion, welche die globale Erwärmung unter zwei Grad Celsius halten sollen, könnten der Studie zufolge Klimaschäden um 20 bis 65 Prozent verringern. Dies gilt im Vergleich zu dem, was bei ungeminderten Emissionen zu erwarten ist.
Studie: Emissionen früh zu senken bringt mehr, als sie später und dann stärker zu senken

Meer und Land. Überflutungen an den Küsten sind eine der Folgen des Klimawandels, die in der neuen Studie analysiert werden. Foto: thinkstock

„Bei den vermiedenen Schäden gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den Sektoren“, erklärt das internationale Autoren-Team. Leit-Autor ist Nigel Arnell von der University of Reading, auch zwei PIK-Wissenschaftler zählen dazu. „Wenn die Emissionen zum Beispiel 2016 ihren Höhepunkt überschreiten und dann pro Jahr um fünf Prozent sinken, führt das zur Vermeidung von 58 bis 66 Prozent der negativen Auswirkungen des Klimawandels auf das Risiko von Überflutungen an den Küsten, sofern der Küstenschutz nicht ausgebaut wird – aber nur von 30 bis 40 Prozent bei den negativen Auswirkungen auf Nutzpflanzen in der Landwirtschaft“, sagt Jochen Hinkel, Gastwissenschaftler am PIK und leitender Wissenschaftler beim Global Climate Forum.

Die Autoren richten ihr Augenmerk insbesondere auch auf verbleibende Unsicherheiten. „Der Anteil der Folgen des Klimawandels, der auf globaler Ebene vermieden wird, ist bei den meisten Indikatoren ziemlich robust, über die verschiedenen Klimamodelle hinweg – aber das absolute Ausmaß dieser vermiedenen Folgen unterscheidet sich hierbei erheblich“, heißt es in der Studie. Zudem wurde in jedem Sektor nur eine Computersimulation der Klimafolgen – ein so genanntes Modell - verwendet. Und die indirekten Konsequenzen von Veränderungen in einem Sektor auf einen anderen Sektor wurden nicht berechnet.

Das Inter-Sectoral Impact Model Intercomparison Project (ISI-MIP), von vielen Modellierungsgruppen getragen und vom PIK koordiniert, strebt in diesem Forschungsbereich Fortschritte an. Auf der Grundlage gemeinsamer Klimaszenarien und sozio-ökonomischer Szenarien soll eine quantitative Abschätzung der Klimafolgen sowie der Unsicherheiten für die verschiedenen Sektoren und für die unterschiedlichen Modelle erreicht werden. Ergebnisse werden auf der ersten Impacts World Conference in Potsdam Ende Mai präsentiert und diskutiert. Veröffentlicht werden sie in Sonderausgaben der Zeitschrift der US-Akademie der Wissenschaften, PNAS, sowie in Earth System Dynamics.

 

Artikel: Arnell, N.W., Lowe, J.A., Brown, S., Gosling, S.N., Gottschalk, P., Hinkel, J., Lloyd-Hughes, B., Nicholls, R.J., Osborn, T.J., Osborne, T.M., Rose, G.A., Smith, P., Warren, R.F. (2013): A global assessment of the effects of climate policy on the impacts of climate change. Nature Climate Change (online)

 

Weblink zum Artikel: http://www.nature.com/nclimate/journal/vaop/ncurrent/full/nclimate1793.html

Weblink zu mehr Information über die Studie: http://www.reading.ac.uk/news-and-events/releases/PR482917.aspx

Weblink zu ISI-MIP und zur Impacts World Conference 2013: https://www.isimip.org

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