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Weltklimagipfel in Doha: Schellnhuber hält Rede vor hohen Staatsvertretern

06.12.2012 – „Frag nicht, was globaler Klimaschutz für dein Land tun kann, sondern was dein Land für den Klimaschutz tun kann...“ - in Anlehnung an die berühmten Worte des ehemaligen US-Präsidenten John F. Kennedy hat Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), in Doha zu hochrangigen Staatsvertretern gesprochen. Er war eingeladen, die Keynote bei einem Gala-Dinner am Dienstagabend zu halten, mit dem das High-Level-Segment des Weltklimagipfels COP18 eröffnet wurde – für einen Wissenschaftler eine ungewöhnliche Ehre.
Weltklimagipfel in Doha: Schellnhuber hält Rede vor hohen Staatsvertretern

Hans Joachim Schellnhuber während seiner Ansprache zum offiziellen Eröffnungsdinner (Foto: Office of H.H. The Heir Apparent)

Zum Publikum gehörten wichtige internationale Persönlichkeiten wie UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon, Quatars Staatsoberhaupt Emir H. H. Sheikh Hamad bin Khalifa Al Thani und seine Frau H. H. Sheika Moza bint Nasser.

„Drei bequeme Unwahrheiten“ sprach Schellnhuber in seiner Rede an: Erstens, es gibt keinen menschgemachten Klimawandel. Zweitens, die Folgen des Klimawandels sind unbedeutend. Drittens, es gibt zwar einen anthropogenen Klimawandel, aber die Zwei-Grad-Leitplanke, auf die sich die Länder weltweit verständigt haben, kann nicht mehr erreicht werden – Klimaschutz ist deshalb eine Illusion. Der Direktor des PIK zeigte auf, warum diese Aussagen Unwahrheiten sind: Erstens, die von skeptischen Wissenschaftlern initiierte Berkeley Earth Surface Temperature Studie hat erst vor wenigen Monaten bestätigt, dass die Erwärmung real ist. Zweitens, das vom PIK erstellte 4-Grad-Dossier für die Weltbank zeigt die schweren Folgen des Klimawandels auf. Drittens, mögliche Lösungswege wurden im vergangenen Jahr u.a. vom Wissenschaftlichen Beirat Globale Umweltveränderungen der Bundesregierung entworfen.

Ein letztes Zitat Schellnhubers zum Klimawandel und seinen Folgen wurde umgehend von Christiana Figueres, Leiterin des UN-Klimasekretariats, getwittert: „Das erste Gebot der Menschlichkeit: Töte deine Kinder nicht.“ Die erste Reaktion auf diesen Schlusssatz von Schellnhubers Rede an das Publikum war Stille – gefolgt von langem Applaus.

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