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Vorbereitungen für Durban - und darüber hinaus

24.11.2011 - Kaum jemand erwartet derzeit vom Klimagipfel in Durban den Durchbruch. Bereits bevor die Verhandler aus aller Welt Ende November nach Südafrika kommen, wenden manche Beobachter sich gelangweilt ab. Gerade deshalb lenken Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) dieser Tage in einer ganzen Reihe von Medien-Briefings den Blick auf die Fragen, die hinter dem Gipfel stehen. Was passiert, wenn in Durban nichts passiert? Das ist der naturwissenschaftliche Blick auf den Klimawandel. Und was geht, wenn in Durban nichts geht? Das ist der Blick auf Wirtschaft und Politik. Neue Forschungsergebnisse zeigen immer deutlicher, welches Risiko ein Resignieren gegenüber der menschgemachten Erderwärmung bedeuten kann – und welche Chancen sich beim Klimaschutz trotz allem bieten.
Vorbereitungen für Durban - und darüber hinaus

Foto: Deutsches Klima Konsortium (DKK)

„In den USA hat eine neue Studie alle verfügbaren Klimadaten unter die Lupe genommen. Gestartet worden war die Untersuchung von Leuten, die am Klimawandel zweifeln, beteilig waren Spitzenphysiker wie der Nobelpreisträger Saul Perlmutter“, erklärt PIK-Direktor Hans Joachim Schellnhuber. „Doch zur Überraschung ihrer Urheber kommt auch diese so genannte BEST-Studie zu dem Ergebnis, dass die Erde sich erwärmt – und zwar exakt so, wie in früheren Untersuchungen berechnete.“ Vergangene Woche trat Schellnhuber bei einer Veranstaltung von World Wildlife Fund (WWF) und Brot für die Welt auf. Die beiden Organisationen hatten ihn gebeten, den Stand der Klimawissenschaft zu präsentieren, um dann ihre eigenen politischen Bewertungen abzugeben.

Schellnhuber wird voraussichtlich selbst nach Durban fahren, um an einer Debatte hochrangiger Klimapolitiker teilzunehmen.

In der Bundespressekonferenz wird an diesem Donnerstag Wolfgang Lucht aus dem PIK-Foschungsbereich Klimawirkung und Vulnerabilität sprechen. Er tritt gemeinsam mit Vertretern des Umweltbundesamtes, des Wissenschaftlichen Beirats Globale Umweltveränderungen der Bundesregierung und des Sachverständigenrats für Umweltfragen auf.

„Wenn wir gefährlichen Klimawandel vermeiden wollen, können wir nur noch eine begrenzte Menge von CO2 emittieren“, sagte Lucht unlängst bereits beim offiziellen Medienbriefing des Auswärtigen Amtes und des Deutschen Klima-Konsortiums vor rund 200 Diplomaten, Wirtschaftsvertreter und Journalisten.  Damit bezieht er sich auf den so genannten Budget-Ansatz. Wie dieses Budget genau berechnet und global verteilt wird, muss diskutiert werden. „Aber wer das Zwei-Grad-Ziel anerkennt, und das haben die Staaten der Welt beim letzten Klimagipfel getan, der muss auch anerkennen, dass es dieses begrenzte Emissionsbudget gibt“, so Lucht. „"Deshalb sollten jetzt konkrete Emissionsobergrenzen für jedes Jahrzehnt bis 2050 festgelegt werden.“

Zuletzt waren mehr als zwei Dutzend Journalisten zu einem ganztägigen Workshop nach Potsdam gekommen. Ihnen berichtete Stefan Rahmstorf, Leiter des Forschungsbereichs Erdsystemanalyse, Neues zum Anstieg der Temperaturen und des Meeresspiegels, zur Eisschmelze an den Polkappen und zu Extremwetter-Ereignissen. Über Verhandlungspfade, welche jene der 194 Nationen in Durban ergänzen könnten, sprach PIK-Chefökonom Ottmar Edenhofer. Im Mittelpunkt stehen hier als Akteure die großen Volkswirtschaften – und thematisch etwa Technologieförderung, der Abbau von milliardenschweren Subventionen für fossile Brennstoffe, und die Verknüpfung von regionalen Emissionshandels-Systemen. Welche Möglichkeiten und Grenzen es für eine Anpassung an den Klimawandel gibt, zeigte Matthias Lüdeke am Beispiel der indischen Metropole Hyderabad auf.

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